Krankheiten von A-Z |
Von Augen- bis Zahnkrankheiten: Informieren Sie sich über Ursachen, Symptome, Krankheitsverlauf, Diagnose und holen Sie sich Ratschläge für eine schnelle Genesung.
Aktualisiert am: 07.08.2006
Teil 1: Entwicklungsstörungen
Teil 2: Geistige Entwicklungsstörung Ursachen
Teil 3: Geistige Entwicklungsstörung Symptome
Teil 4: Geistige Entwicklungsstörung Diagnostik
Teil 5: Geistige Entwicklungsstörung Therapie
Teil 6: Motorische Koordinationsstörung Ursachen
Teil 7: Motorische Koordinationsstörung Symptome
Teil 8: Motorische Koordinationsstörung Therapie
Geistige Entwicklungsstörung Therapie
Konventionelle Medizin
Abhängig von dem Grad der geistigen Behinderung sollte schon ab dem zweiten Lebensjahr eine heilpädagogische Frühförderung eingeleitet werden. Eine Ergotherapie und später eine gezielte Lerntherapie ergänzen die Maßnahmen.
Eine frühzeitige, kontinuierliche Beratung ist erforderlich, um die Eltern auf die zu erwartenden Enttäuschungen vorzubereiten und ihnen im Hinblick auf die Fähigkeiten ihres Kindes zu einer realistischen Einstellung zu verhelfen. Gemeinsam mit den Eltern sollte eine optimale, individuelle Förderung für das Kind erarbeitet werden. Die Entscheidung zwischen Integrationskindergarten und heilpädagogischem Kindergarten hängt von den Gegebenheiten vor Ort ab, ferner von der Einstellung der Eltern und dem Ausmaß der Behinderung. Das gleiche gilt später für die Suche nach einer geeigneten Schulform.
Bei einem IQ unter 70 ist ein späteres selbstständiges Leben oft nur in begrenztem Ausmaß möglich, z. B. in geschützten Wohngruppen. Beim Sozialamt sollten die Eltern schon frühzeitig einen Behindertenausweis beantragen und sich nach den damit einhergehenden unterstützenden Maßnahmen erkundigen.
Eine medikamentöse Therapie kann erforderlich sein, wenn Verhaltensauffälligkeiten, z. B. schwer kontrollierbare Aggressivität, vorliegen.
Zwar ist eine geistige Behinderung nicht heilbar, aber das Kind sollte seine Fähigkeiten so gut wie möglich entfalten können und so weit wie irgend möglich sozial integriert werden. Die sexuellen Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen dürfen kein Tabuthema sein. Behinderte Mädchen sollten rechtzeitig mit der kontrollierten Einnahme der "Pille" vor unerwünschten Schwangerschaften geschützt werden.
Sind vererbbare Ursachen für die geistige Störung verantwortlich, dann sollte den Eltern eine vorgeburtliche (pränatale) Diagnostik angeboten werden.
Der Anschluss an eine Selbsthilfegruppe vor Ort erleichtert den Eltern die Akzeptanz der Behinderung.
© 2006, Wissen Media Verlag GmbH, Gütersloh, München
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