Essstörung
Aktualisiert am: 25.03.2008
Teil 1: Es beginnt mit einer Diät
Teil 2: Hier zählt Leistung
Teil 3: Auf den Punkt gebracht
Teil 4: Behandlung meist Privatsache
Teil 5: Genuss ist erlernbar
Teil 6: Links
Behandlung meist Privatsache
Billig sind die langwierigen Behandlungen nicht. Großteils sind sie privat zu bezahlen. Die KFA (Krankenfürsorgeanstalt der Bediensteten der Stadt Wien) trägt die gesamten Behandlungskosten, die im Therapiezentrum "intakt" für Versicherte und Mitversicherte anfallen. In besonderen Fällen bietet das intakt-Team Sozialtarife an. "sowhat" steht ein begrenztes Kontingent an voll durch die Krankenkassen (WGKK, NöGKK) refundierten Therapieplätzen zur Verfügung.
Die Krankenkasse zahlt 21,80 Euro zu einer Psychotherapie dazu. Der Rest ist Privatsache – bei einer durchschnittlichen Behandlungsdauer von zwei bis drei Jahren keine Kleinigkeit. Vermutlich fragt danach kaum jemand, schließlich geht es um viel. Trotzdem ist es schwer einzusehen, warum körperliche und psychische Krankheiten in einem Gesundheitssystem unterschiedlich eingestuft werden, noch dazu, wenn es so deutlich um Körper und Geist geht.
Gefahren für den Körper
"Die Ursachen liegen in der Psyche, die Auswirkungen hat voll der Körper zu tragen", bringt es die Allgemeinmedizinerin Renate Kastner auf den Punkt. Das zeigt sich zum Beispiel dadurch, dass bei Frauen und Mädchen die Monatsblutung ausbleibt oder erst gar nicht einsetzt. Kastner: "Der Körper spart diese Energie praktisch ein, weil er ohnehin fast keine hat." Er tritt in einen Hungerstoffwechsel ein. Erst baut er Fett ab, dann Muskelgewebe. In der Folge betreffe dies sogar den Herzmuskel, die Organe und die Gehirnsubstanz. Unklar sei bislang, ob dieser Vorgang reversibel sei. Osteoporose ist ein weiteres Thema. "Wir haben 20-Jährige mit der Knochensubstanz einer alten Frau", sagt die Homöopathin.
Direkte Auswirkungen hat Magersucht schließlich auch auf Leistungsfähigkeit und Wärmehaushalt. Zu schlanken Menschen ist es fast immer kalt. Bei Bulimie-Patientinnen wiederum kommt es durch das ständige Erbrechen zu einem Elektrolytverlust, was zu Herz-Rhythmusstörungen führen kann. Was fatal enden kann, fängt oft harmlos an: "Jede Essstörung beginnt mit einer Diät", weiß die Ärztin.
Letzter Ausweg: Künstliche Ernährung
Die Untergrenze für eine ambulante Behandlung bei "intakt" setzt Kastner bei einem BMI von 14 an. Unter einem BMI von 13,5 muss über Sonden ernährt werden. Stationäre Hilfe bietet zum Beispiel die Universitätsklinik für Neuropsychiatrie des Kindes & Jugendalters im AKH. Entscheidend sei, ob man "mit der PatientIn Vereinbarungen treffen kann", sagt Stationsschwester Isabella Fercher. Sie rät Familien, wieder gemeinsam zu essen. "Ich appelliere an die Eltern, zumindest am Wochenende die gemeinsamen Mahlzeiten zu zelebrieren. Das passiert heute leider nur noch selten", so Fercher.
Unter 17-Jährige nimmt auch das Wilhelminenspital auf. Um die Älteren kümmern sich die Barmherzigen Schwestern Wien und die Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie im AKH. Wie bei "sowhat" und "intakt" laufen auch an den drei Wiener Kliniken ambulante Therapieprogramme.
Wissenswertes
Gesund zunehmen
Zu dünn? So legen Sie auf gesundem Weg ein paar Kilos zu.
zum Thema ...
Gesund essen
Zunehmen, ja bitte
Mit diesen Rezepten können Sie in einer Woche ein halbes Kilo zulegen.
zum Thema ...
ARTIKEL KOMMENTIEREN
Neuen Kommentar verfassen
URLAUBSANGEBOTE
Vatertags-Special im Thermenhotel PuchasPlus in Stegersbach: 2 ÜN mit Frühstück, Thermeneintritt, Freibier und Grammelpoga- tschen für den Papa u.v.m.
um 154 € p. P.
Alle Angebote
Schnäppchen




alltagz
delicious
digg
favoriten.de
icio
linkarena
misterwong
oneview
reddit
technorati
weblinkr
webnews
yigg







