Fehlsichtigkeit

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Aktualisiert am: 29.11.2010
Der Kampf um die Klarsicht
Brillen sind der letzte Schrei. Das trifft sich gut, denn "schlechte Augen" sind ein Massenphänomen. Was Sie zum Thema Fehlsichtigkeit wissen sollten und welche Aspekte Sie bei der Frage: "Optiker oder Augenarzt?" berücksichtigen sollten.
Autorin: Andrea Krieger
Die Zahlen sprechen für sich: Laut Statistik Austria brauchen 45 von hundert Österreichern eine Brille zum Lesen und jeder Vierte sieht keine vier Meter scharf in die Ferne. Womit "Normalsichtigkeit" eigentlich eine Ausnahmeerscheinung ist.
Woher kommt das Problem? In den allermeisten Fällen hat Kurz- oder Weitsichtigkeit mit der Form des Augapfels zu tun: Hapert es an der "Fernsicht", ist dieser zu lang geraten, fällt hingegen das Zeitunglesen schwer, ist er zu kurz. In beiden Fällen liegt die Schärfeebene nicht dort, wo sie idealer Weise liegen sollte: auf der Netzhaut. Eine weitere mögliche Ursache ist, dass sich die über der Pupille gelegene Hornhaut oder die hinter der Pupille gelegene Linse zu stark krümmt. Ohne Sehbehelf schreitet Kurzsichtigkeit fort, wobei sich die Brillenstärke meist nach dem 30. Lebensjahr nicht mehr stark verändert.
Eine junge und flexible natürliche Linse des Auges kann ein gewisses Maß an Fehlsichtigkeit durch ständige "Akkomodation", also Anpassung an verschiedene Sehentfernungen wettmachen. Genau diese Fähigkeit verliert die Linse aber mit der Zeit, und um das 50. Lebensjahr geht dieses Potenzial weitgehend verloren: Das ist der Beginn der Altersweitsichtigkeit.
Ein Sonderfall schlechter Augen ist der Astigmatismus, auch Hornhautverkrümmung genannt, die für ein verzerrtes Bild sorgt. Auch dieses Handicap korrigiert die richtige Brille, besser noch Kontaktlinsen.
Optiker-Sehtests: bei Kindern ungeeignet
Früher haben nur Augenärzte Brillen angepasst. Doch längst wenden sich immer mehr Leute gleich dorthin, wo sie letztendlich auch ihre Brille kaufen: an die Optiker – zumal der Kassenzuschuss für die Gläser ja gestrichen wurde. Zwar kommt nur beim Augenarzt die Kasse für die Anpassung auf, aber erstens bieten auch einige Brillenfachgeschäfte mittlerweile Gratis-Sehtests an und zweitens erspart sich der Kunde so langes Warten in vollen Ordinationen.
Helga Azem, Fachgruppenobfrau für Augenärzte in der Ärztekammer Wien, die selbst auch einen Optikbetrieb hat, bestreitet nicht, dass Optiker befugt sind, Dioptrien zu ermitteln. Die Expertin sieht dabei allerdings ein Problem: "Bei Kindern funktioniert das nicht." Die Begründung: "Das jugendliche Auge akkomodiert sehr schnell, passt sich also sehr leicht verschiedenen Sehentfernungen an, was zu falschen Ergebnissen beim Sehtest führt."
Augenärzte haben dagegen ein probates Mittel: Sie tropfen die Augen ein und blockieren das Akkomodieren dadurch. Da das Eintropfen eine medizinische Maßnahme ist, die mit Nebenwirkungen wie Allergien oder einem Blutdruckabfall einhergehen kann, bleibt diese Methode laut Azem den Medizinern vorbehalten. "Und es ist die einzig wissenschaftlich anerkannte Methode, Fehlsichtigkeit bei Kindern zu messen." Die Augenärztin geht davon aus, dass viele Junioren mit einer Brille herumlaufen, die eigentlich keine oder maximal schwächere bräuchten – weil sie nicht eingetropft wurden.
Wissenswertes
Augenoperationen
Mit dem Laser können Fehlsichtigkeiten korrigiert werden.
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