Gefährlicher Kunststoff

© Fotolia/Andrew Bruce
Autorin: Mag. Beatrix Aigner-Köfinger
Aktualisiert am: 14.06.2010
Neue Untersuchungen
2008 erhielt die Veröffentlichung einer Studie, die bei Menschen mit Leberschäden, Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen erhöhte BPA-Konzentrationen nachweisen konnte, große Aufmerksamkeit. Seitdem ist wieder Bewegung in die Sache gekommen. Das europäische Institut für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hatte BPA im gleichen Jahr noch als unbedenklich eingestuft und sogar den Grenzwert für die erlaubte Tagesdosis (TDI - tolerable daily intake) von 0,01 auf 0,05 Mikrogramm pro Kilogramm erhöht. Der TDI-Wert gibt jene Menge an, die ein Mensch sein ganzes Leben lang täglich aufnehmen kann, ohne dass seine Gesundheit leidet.
Mittlerweile herrscht Konsens darüber, dass BPA nicht als hundertprozentig sicher bezeichnet werden kann. In Kanada wurde die Substanz in Babyflaschen mit dem Argument verboten, dass Kinder bis 18 Monate über einen unausgereiften Stoffwechsel verfügen. Die US-amerikanische Behörde für Lebensmittel- und Arzneimittelsicherheit (FDA) hat neue Untersuchungen in Auftrag gegeben. Auch die EFSA bewertet derzeit die Situation neu und kündigt einen Bericht für Juli an.
Auf Nummer sicher gehen
Da sich BPA-Moleküle besonders beim Erwärmen aus dem Material lösen, sollten Lebensmittel nicht in Plastikbehältern und Fertiggerichte nicht in der Verpackung erwärmt werden. Babyflaschen nicht in der Spülmaschine waschen oder in der Mikrowelle erhitzen. Problemlos und gut erforscht sind Fläschen aus Polyamid- und Polypropylen (PP). Wenig erforscht ist hingegen Polyethersulfon (PES oder PESU). Unbedenkliche Materialen sind Polyethylen (PE, Code 2 oder 4) und Polypropylen (PP, Code 5). Polyethylenterephthalat (PET), das sich häufig in Kunststoffflaschen findet, ist zwar BPA-frei, enthält aber wiederum hormonähnlich wirkende Weichmacher.
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