Hämorrhoiden

© Dreamstime/Martin Fischer
Autorin: Mag. Sonja Tautermann
Aktualisiert am: 19.10.2009
Die ärztliche Untersuchung
"Sobald man Veränderungen feststellt, sollte man einen Chirurgen aufsuchen", sagt Proktologin Satzinger. Proktologen sind Chirurgen mit Spezialgebiet Darm- und Analerkrankungen.
So verläuft die Untersuchung
Bei der proktologischen Untersuchung liegt der Patient in Links-Seitenlage, der Arzt sieht sich den Analkanal an und tastet ihn mit den Fingern ab. Danach inspiziert er ihn mit einem kleinen Röhrchen, dem Proktoskop, bis zu sieben Zentimeter hoch. So kann man feststellen, ob die Hämorrhoiden vergrößert sind. "Unter kundigen Händen tut diese Untersuchung nicht weh, außer die Hämorrhoiden sind akut vergrößert", so Wunderlich. Dann wird eine Rektoskopie durchgeführt. "Mit einem Rektoskop wird der Mastdarm untersucht, um Tumore, Polypen und Krebs auszuschließen." Damit komme man bis ca. 15 Zentimeter Höhe. Auch diese Untersuchung ist nicht schmerzhaft.
Hinter dem Beschwerdebild könne aber – vor allem bei Blutungen – auch ein Tumor stecken. "Daher ist bei Symptomen eine Untersuchung des gesamten Dickdarms angezeigt, entweder mittels Darmspiegelung oder mittels Irrigoskopie mit Röntgen. Denn Dickdarmkrebs ist die häufigste Krebsursache und in den Anfangsstadien fast immer symptomlos", erklärt Wunderlich. Dafür werde aber ein zweiter Termin mit dem Patienten vereinbart, denn der Darm müsse auf diese Untersuchung vorbereitet werden.
Unterschiedliche Schweregrade
Bei symptomatischen Patienten unterscheidet man vier verschiedene Grade von Hämorrhoiden:
| Grad I | Normal-wirkender Hämorrhoidalring, nicht vergrößert, mit Blutungen |
| Grad II | Vergrößerte Hämorrhoiden ohne Vorfall vor den Analkanal |
| Grad III | Vorfall der Hämorrhoiden vor den Analkanal beim Stuhlgang, die Hämorrhoiden lassen sich aber wieder zurückschieben |
| Grad IV | Hämorrhoiden sind ständig vor dem Analkanal, lassen sich auch nicht mehr zurückschieben |
Behandlung je nach Leidensdruck
Häufig ist gar keine Operation notwendig. "Meine – auf der Erfahrung beruhende – Überzeugung ist jene der extremen Zurückhaltung bei Operationen aller Art", sagt Wunderlich. Entscheidend ist der Leidensdruck der Patienten, wie groß die Beschwerden also tatsächlich sind. "Hat jemand beispielsweise nur alle sechs Wochen einen Tropfen Blut im Stuhl und keinen Tumor, braucht man nichts zu tun." Hämorrhoiden können auch größer werden, ohne Beschwerden zu verursachen. Dann solle man sie auch in Ruhe lassen, rät der Proktologe.
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