Heilkräuter

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Autorin: Mag. Beatrix Aigner-Köfinger
Aktualisiert am: 07.02.2011
Teil 1: Heilkräuter für den Hausgebrauch
Teil 2: Kräuter für den Magen
Teil 3: Beruhigende Heilkräuter
Heilkräuter für den Hausgebrauch
Gegen viele alltägliche Wehwehchen ist ein Kraut gewachsen. Bei schweren Erkrankungen sollten Heilkräuter aber nicht das erste Mittel der Wahl sein und keinen Arztbesuch ersetzen. In der Volksmedizin ist die Wirkung von Kamille bis Pfefferminze schon hunderte Jahre bekannt und hat sich bewährt.
Für fast jedes Alltagsleiden gibt es mindestens eins, aber meistens sogar mehrere Heilkräuter. In Form von Tees, Tinkturen, Pulvern, Ölen, Salben, Bädern und Gewürzen entfalten sie ihre heilenden Kräfte. Die moderne Pharmazie könnte ohne das Heilkräuterwissen gar nicht existieren. Wer mit einem Kräutergarten ausgestattet ist, kann sich vieles selbst herstellen. Das Trocknen von Pflanzen für Tees ist wahrlich keine "Hexerei".
Kamille: desinfizierend und beruhigend
Müsste man eine Rangfolge der beliebtesten Heilkräuter erstellen, stünde die vielseitige Kamille sicher ganz oben auf der Liste. Sie wirkt desinfizierend, beruhigend, entkrampfend und wundheilend. Verwendung findet die Kamille als Salbe für Wunden und Hautirritationen oder als Umschlag bei Augenentzündungen und Ausschlägen. Kamillentee ist bekannt dafür, Abhilfe bei Verdauungsproblemen und Blähungen zu schaffen. Da die Kamille sehr gut verträglich ist, eignet sie sich schon für Babys ab sechs Monaten. Sie zeigt Wirkung gegen Koliken - auch wenn die Mutter den Kamillentee trinkt und über die Muttermilch ans Kind weitergibt -, macht die Schmerzen beim Zahnen erträglicher und wirkt beruhigend auf "nervöse" Babys.
Entzündungshemmender Salbei
In seiner Heimat Italien und Griechenland gilt Salbei schon seit 2000 Jahren als Allheilmittel. Auch er wirkt stark desinfizierend und entzündungshemmend. Deshalb findet er gerne Einsatz bei Hals-, Mandel- und Zahnfleischentzündungen – dabei mit lauwarmem Salbeitee gurgeln. Nicht zu vergessen ist seine schleimlösende Wirkung bei Husten und Erkältungen - ähnliches gilt für Thymian.
Frauen-Heilmittel: Salbei und Frauenmantel
Die samtigen Salbeiblätter sollen auch die Östrogenausschüttung beeinflussen, daher ist er besonders bei Frauen in den Wechseljahren beliebt. Gegen Nachtschweiß hilft Salbei, weil er die Überproduktion der Schweißdrüsen reguliert. Ein ebenso beliebtes "Frauen-Heilmittel" ist, wie schon der Name andeutet, Frauenmantel. Die Pflanze hilft bei Wechsel- und Menstruationsbeschwerden, als Teeaufguss zum Gurgeln auch bei leichten Erkältungskrankheiten und Heiserkeit.
Malve wirkt reizlindernd
Käsepappel, auch Malve genannt, hat sich als Mittel gegen Gastritis, Magengeschwüre und sonstige innere Reizungen bewährt. Die entzündungshemmende und reizlindernde Wirkung entsteht, weil sich die Schleimstoffe der Pflanze wie ein schützender Film über die Schleimhäute legen. Deshalb auch die Anwendungsmöglichkeit bei Erkältungen, trockenem Reizhusten, Entzündungen des Rachenraums, gastritischen Magenbeschwerden und Blasenentzündungen. Äußerliche Bäder mit Käsepappel lohnen sich bei Hämorrhoiden und Hautausschlägen.
Husten- und Fiebermittel: Lindenblüte und Holunder
Statt bei einer starken Erkältung gleich zu Medikamenten zu greifen, sollte zuerst Lindenblütentee versucht werden. Dieser wirkt schweißtreibend und erhöht die Körpertemperatur. Durch seine schleimlösende und krampfstillende Wirkung verspricht er Abhilfe bei Husten, Schnupfen und Bronchitis. In Grippezeiten ebenso empfehlenswert sind auch die gelblich-weißen Holunderblüten, da sie wie Lindenblüten schweißtreibend und fiebersenkend wirken. Der säuerlich schmeckende Tee gilt in der Volksmedizin als das Erkältungsmittel schlechthin, weil er die Abwehrkräfte mobilisiert. Holunder fördert auch die Blutreinigung, Harn- und Stuhlproduktion und gilt als Mittel bei Schlafstörungen.
Pfefferminze bei Erkältungen
Bei der Pfefferminze steckt die Kraft im Menthol. Wegen ihrer antibakteriellen und keimtötenden Wirkung sind verschleimte Atemwege und Erkältungskrankheiten ein beliebtes Anwendungsgebiet dieser Heilpflanze. Zudem wirkt sie schmerzstillend und entzündungshemmend und wird gerne bei Magen-Darmbeschwerden, Durchfall, Blähungen und Übelkeit eingesetzt.
Wegerich gegen Entzündungen
In Form von Tee wirkt Wegerich bzw. Spitzwegerich, der überall auf Wiesen und an Wegrändern wächst, schleimlösend. Er ist ein uraltes Mittel gegen Husten und wirkt bei diversen Erkrankungen und Entzündungen der oberen Atemwege. Ansonsten ist Wegerich ein ideales Mittel zur Behandlung von Insektenstichen und -bissen. Wegerich wirkt nämlich abschwellend und ist gar ein natürliches Antihistamin. Bei Ausflügen in die Natur oder abendlichen Grillfeiern lohnt es sich, eine Wegerich-Salbe im Gepäck zu haben.
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