Heilstollen

Frau im Gasteiner Heilstollen
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Autorin: Mag. Beatrix Aigner-Köfinger

Aktualisiert am: 01.03.2010

Heilendes Klima

Patienten mit chronischen Erkrankungen wünschen sich nichts mehr, als die Schmerzen in den Griff zu bekommen und die Einnahme von Medikamenten reduzieren zu können. Unter Umständen ist eine Heilstollenkur die richtige Lösung. Besonders Menschen mit Erkrankungen des Bewegungsapparates, der Atemwege und Haut reagieren positiv auf das heilende Klima im Bergstollen. Wir stellen ihnen vier österreichische Heilstollen vor.

Im Gasteiner Heilstollen entsteht das einzigartige Klima durch das Zusammenspiel von Radon, Wärme und Luftfeuchtigkeit. Bei Radon handelt es sich um ein natürliches, radioaktives Edelgas, das in niedrigen Dosen entzündungshemmend und schmerzlindernd wirkt. Durch die Kombination mit milder Überwärmung (Hyperthermie) und hoher Luftfeuchtigkeit wird die gesundheitsfördernde Wirkung des Gases verstärkt.

Wie funktioniert's?

Für die Therapie fahren die Kurgäste im Gasteiner Heilstollen mit dem Heilstollenzug ca. 2,5 Kilometer ins Berginnere. Dort stehen vier Therapiestationen mit unterschiedlichen Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsgraden zur Verfügung - abhängig vom Krankheitsbild und der Wärmeverträglichkeit des Patienten. Bei einer Temperatur von 37 bis 41,5 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit zwischen 70 bis nahezu 100 Prozent atmen die Patienten die radonhältige Luft ein. Da die Patienten unbekleidet sind, wird Radon gleichzeitig auch über die Haut aufgenommen.

Für wen die Heilstollentherapie geeignet ist

Empfohlen wird die Gasteiner Heilstollentherapie bei Erkrankungen des Bewegungsapparates (z.B. Morbus Bechterew, Gicht, Rheuma, Arthrose), Atemwegserkrankungen (z.B. Bronchitis, Asthma, COPD) und Hauterkrankungen (z.B. Schuppenflechte, Neurodermitis). Wissenschaftliche Studien erklären die gesundheitsfördernde Wirkung des Heilstollenklimas mit der Ausschüttung von Endorphinen und der Entstehung von Radikalfängern. Letztere machen zerstörerische Stoffwechselprodukte, die etwa bei Rheuma eine Rolle spielen, unschädlich. Gleichzeitig wird das Immunsystem gestärkt. Somit eignet sich die Heilstollentherapie auch ideal zur Gesundheitsprophylaxe. Und das Beste ist, dass die Heilstollenkur von österreichischen und deutschen Sozialversicherungsträgern anerkannt wird.

Bei Erkrankungen des Bewegungsapparates bewirkt die Radon-Hyperthermie-Behandlung eine lang anhaltende Schmerzlinderung (bis zu neun Monate) und eine deutliche Medikamenteneinsparung (bis zu ein Jahr). Auch bei Atemwegs- und Hautkrankheiten werden die Beschwerdesymptome nachweislich verbessert. Die Ergebnisse sind natürlich immer vom Ausmaß und Schweregrad der Erkrankung abhängig. Und erst durch eine regelmäßige Wiederholung der Heilstollenbehandlung können die erreichten Therapieeffekte nachhaltig gefestigt werden.


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