Herzinfarkt

Autorin: Mag. Beatrix Aigner-Köfinger

Aktualisiert am: 25.09.2011

Herzinfarkt: Die Zeit läuft

Im Falle eines Herzinfarkts zählt jede Minute. Wird ein Herzkranzgefäß durch ein Blutgerinnsel verstopft, kommt es zur Unterversorgung des Herzmuskels, der dadurch langsam abstirbt. Die Vorzeichen für einen Herzinfarkt sind nicht immer eindeutig, aber Risikofaktoren wie Übergewicht und hohe Cholesterinwerte bekannt. Das beste Gegenmittel zur Vorbeugung ist daher ein gesunder Lebensstil, der die Blutgefäße frei und das Herz gesund hält.

Ein funktionierendes Blutkreislaufsystem ist die Voraussetzung, dass unser Körper mit ausreichend Sauerstoff versorgt wird. Sind die Gefäße verstopft, kann das Herz seine Aufgabe nicht mehr erfüllen und macht früher oder später schlapp. Ein Herzinfarkt droht. Durch den medizinischen Fortschritt ist es möglich, einen Herzinfarkt erfolgreich zu behandeln, besonders wenn schon bei den ersten Anzeichen Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Die Aussichten sind schlechter bei einem akuten Herzinfarkt, der in der Fachsprache als akuter Myokardinfarkt (Myokard=Herzmuskelgewebe) bezeichnet wird.

Das Herz

Das Herz ist ein spezialisierter Muskel in der Größe einer Faust, der dafür verantwortlich ist, Blut zu allen Körperorganen zu pumpen. Er benötigt eine kontinuierliche Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen, um reibungslos funktionieren zu können. Diese wird von den Gefäßen, die das Herz in Kranzform umschließen, sichergestellt - daher die Bezeichnung Herzkranzgefäße (Koronararterien). Das Herz verfügt über eine rechte und linke Seite mit jeweils einem Vorhof und einer Herzkammer. Die Herzklappen sorgen dafür, dass diese beiden Bereiche getrennt werden und das Blut nicht zurückfließen kann. Die Kontraktion des Herzens wird von speziellen Zellen koordiniert, die elektrische Impulse aussenden. Mit Sauerstoff angereichertes Blut kommt von der Lunge in die linke Herzhälfte und wird von dort aus über die Hauptschlagader (Aorta) in den ganzen Körper gepumpt, um dann über die rechte Herzhälfte wieder zur Lunge zu gelangen. Dort wird das Blut mit Sauerstoff angereichert und alles beginnt von vorne. Sind die Blutgefäße intakt und frei, läuft dieser Kreislauf ungehindert ab.

Gefahr durch verengte Gefäße

Veränderungen an den Arterien treten nicht von heute auf morgen auf, sondern sind eine Frage des Lebensstils und das Ergebnis eines Prozesses, der über Jahre hinweg verläuft. Durch die Einlagerung von Fett entstehen Verhärtungen und Verkalkungen ("Plaques") in den Gefäßwänden, durch die sich der Blutfluss in den Gefäßen verringert und der Boden für einen Herzinfarkt bereitet wird – besonders wenn die Herzkranzgefäße betroffen sind. Man bezeichnet dies als koronare Herzkrankheit (KHK), die als häufigste Ursache für Herzinfarkte gilt. Plaques bestehen aus aus Fett, Cholesterin, Kalzium und anderen Substanzen, die sich im Blut finden. Wenn sich diese Plaques in den Arterien bilden, wird das als "Arterienverkalkung" oder Atherosklerose bezeichnet. Mit der Zeit verhärten und verschmälern sich die Herzkranzgefäße zunehmend und der Fluss von sauerstoffreichem Blut zum Herzen wird verringert.

Risikofaktoren für Herzinfarkt

Bei Vorliegen von Diabetes mellitus erhöht sich das Herzinfarktrisiko deutlich. In den meisten Fällen ist es ein Zusammenspiel von mehreren Risikofaktoren, die zu einem Herzinfarkt führen können. Das Risiko erhöht sich, wenn eine familiäre Häufung vorliegt, also bereits mehrere direkte Verwandte einen Herzinfarkt erlitten haben. Weitere Risikofaktoren sind ein erhöhter Cholesterin-Spiegel, Bluthochdruck, Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel und Stress. Das Alter spielt ebenso eine Rolle. Bei Männern über 45 Jahren und Frauen über 55 Jahren steigt das Risiko eines Herzinfarkts deutlich an, aber auch jüngere Menschen können betroffen sein, wenn Risikofaktoren wie Übergewicht schon seit jungem Alter vorliegen. Seltenere Auslöser für einen Herzinfarkt sind angeborene Gefäßmissbildungen, Entzündungen der Blutgefäße oder Gefäßkrämpfe durch die Einnahme von stimulierenden Substanzen wie Kokain oder Amphetaminen.


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