Hochsensibilität

© Dreamstime/Marcin Sadlowski
Autorin: Mag. Sonja Tautermann
Aktualisiert am: 14.06.2011
Zarter besaitet: hochsensibel
Straßenlärm, unangenehme Gerüche, Menschenmengen, die Stimmungen anderer Menschen – was für die meisten Menschen kein Problem darstellt, kann einen Hochsensiblen leicht aus dem Gleichgewicht bringen. 15 bis 20 Prozent der Menschen sind hochsensibel. Das bedeutet, dass sie Details und Reize intensiver wahrnehmen und verarbeiten. Ein hochsensibler Mensch sieht, hört, schmeckt, riecht und fühlt mehr, daher kommt es auch leichter zu einer Reizüberflutung.
"Immer schon gab es sehr sensible Menschen", sagt Susan Marletta-Hart, selbst Hochsensible. Für ihre beiden Bücher "Leben mit Hochsensibilität" und "Achtsam leben mit Hochsensibilität" hat sie zahlreiche Interviews mit Hochsensiblen geführt und Forschungsergebnisse zu diesem Thema zusammengefasst. So sei Sensibilität eigentlich eine normale Eigenschaft von Menschen. "Einfühlen, einschätzen, mitfühlen, tiefe Gefühle empfinden – all das ist dem Menschen über die Jahrhunderte erhalten geblieben und ist ihm in vielerlei Hinsicht von Nutzen." Zum Problem geworden sei die Hochsensibilität erst durch die Schnelllebigkeit und die Hektik unserer Zeit. "Je mehr Reize vorhanden sind, desto mehr Menschen werden sich ihrer Sensibilität bewusst. Je länger diese Reize dauern, desto mehr Menschen leiden darunter oder scheitern."
Hochsensible verarbeiten Reize komplexer
Die Informationsverarbeitung eines Hochsensiblen arbeite auf die eine oder andere Art ausführlicher und genauer als beim Durchschnittsmenschen, erklärt Marletta-Hart. "Hochsensible haben nicht etwa bessere Sinnesorgane, sondern sie verarbeiten Sinneseindrücke komplexer." So werden Details mehr wahrgenommen, Emotionen intensiver gespürt und selbst kleinste Unstimmigkeiten bleiben nicht unbemerkt. "Worüber andere nicht weiter nachdenken, oder was andere vielleicht genießen – laute Musik, große Menschenmengen, Sirenengeheul, grelle Lichter, fremde Gerüche, chaotische Verkaufsräume – das kann bei Hochsensiblen heftige Reaktionen verursachen. Sie werden überreizt. Wenn eine solche Reizüberflutung oder Überstimulation zu lange anhält, wird sie zu Dauerstress."
Eigenschaften von hochsensiblen Menschen
Pionierin auf dem Gebiet der Hochsensibilität ist die Psychotherapeutin Elaine Aron. Sie hat diesen Begriff geprägt und bekannt gemacht. So ergaben ihre Forschungen, dass 15 bis 20 Prozent der Menschen hochsensibel sind. Diese Eigenschaft ist bei Männern und Frauen gleichermaßen ausgeprägt und wahrscheinlich angeboren. Hochsensibel ist übrigens nicht mit introvertiert gleichzusetzen, auch wenn sich viele schüchtern verhalten – etwa 30 Prozent sind extravertiert.
Hochsensible sind sehr gut darin zu erspüren, was andere Menschen brauchen. Sie übernehmen leicht, was andere ausstrahlen und sehen die Probleme anderer als ihre eigenen an. Sie verlieren sich dabei oft selbst, weil sie nicht mehr unterscheiden können, was ihre eigenen Gefühle und welche die von anderen sind. Grenzen zu setzen fällt hochsensiblen Menschen oftmals schwer, die eigenen Bedürfnisse werden meist hintangestellt. Sie sind gut darin, sozial erwünschtes Verhalten zu zeigen und sich an ihre Umgebung anzupassen. "Gerade weil Hochsensible so aufmerksam sind, passen sie sich so gut wie möglich den Wünschen und Erwartungen ihrer Umgebung an, was schnell zu einer Diskrepanz zwischen ihrer Innen- und Außenwelt führt", bringt es Marletta-Hart auf den Punkt.
Psyche & Lebenshilfe
Panikattacken
Panikattacken sind durch intensive Angst gekenn- zeichnet - doch Heilung ist möglich.
zum Thema ...
ARTIKEL KOMMENTIEREN
Neuen Kommentar verfassen
und auch an alle anderen,
ich denke hochsensibilität ist sowohl eine gabe als auch eine last....
ich wünsche mir sehr oft unbedacht durchs leben zu gehen und mir keine sorgen um das hier und jetzt und vor allem auf die auswirkungen meines verhaltens bzw meiner umgebung zu machen.
aber ich mache mir nunmal diese gedanken und das ist gut so. ich kann diese tatsache von allen seiten betrachten, wenn es nicht so wäre, würde ich mich nicht wohl fühlen! es als einen teil von sich selbst zu akzeptieren ist der beste weg diese eigenschaft od etwas empfindlichere sicht der dinge, als gabe und auch quasi als vorteil/talent zu sehen und zu nutzen.
meiner meinung ist sensibiltät eine bürde aber richtig verstanden, und das jeweils zu seiner eigenen belastungsgrenze! ist das eine möglichkeit sich und anderen ein stückchen "welt" zurückzugeben.
also, meine lieben hochsensieblen - gehen wir es an und trauen uns!!!
Und als Erwachsene stören mich mitunter so viele Dinge, dass mein Mann oft sagt: Bist Du aber empfindlich, das stört mich gar nicht...
Ich bekomme sehr genau die Befindlichkeiten anderer mit und beziehe sie des öfteren auf mich, obwohl manchmal rauskommt, dass es ganz anders war.
Gut zu wissen, dass man kein Spinner im eigentlichen Sinn ist und es mehr von "unserer Sorte" gibt...
Ich freue mich über jeden Artikel, den ich über diese erstaunliche Gabe, die für die Betroffenen allerdings oft eher als Last beschrieben wird, lese.
Freundliche Grüße
Camille
Oder aber die besondere Gabe sich in Andere hineizuversetzen und deren Gefühle aufzunehmen. Glauben sie mir - das ist alles andere als lustig.
Als Kind habe ich immer total schlecht geschlafen, weil ich mir nichts als Sorgen um andere Menschen gemacht habe, deren Probleme ich aufgeschnappt habe und zu meinen machte. Zum Beispiel hat eine Bekannte meiner Mutter mal erzählt, dass sie finanzielle Sorgen hat. Das hat mich lange nicht schlafen lassen, weil ICH Existenzängste bekam - da war ich vielleicht grade mal 8 Jahre alt!!!
Und es gäbe unzählige Beispiele die ich nennen könnte.
Es ist wirklich keine schöne Gabe hochsensibel zu sein.
Beste Grüße
Linda
URLAUBSANGEBOTE
Vatertags-Special im Thermenhotel PuchasPlus in Stegersbach: 2 ÜN mit Frühstück, Thermeneintritt, Freibier und Grammelpoga- tschen für den Papa u.v.m.
um 154 € p. P.
Alle Angebote
Schnäppchen



alltagz
delicious
digg
favoriten.de
icio
linkarena
misterwong
oneview
reddit
technorati
weblinkr
webnews
yigg







