Hygiene

© Fotolia/Gina Sanders
Autorin: Mag. Beatrix Aigner-Köfinger
Aktualisiert am: 12.07.2010
Mit Hygiene gegen Keime
Händewaschen ist die billigste und wirksamste Vorbeugungsmaßnahme gegen Infektionen. "Nach der Toilette und vor dem Essen aufs Händewaschen nicht vergessen" lautet eine einfache Regel für das hygienische Mindestmaß. Auch richtiges Husten und Vorsicht bei der Nahrungsmittelwahl – besonders im Urlaub – kann lästige Krankheiten wie Grippe und Durchfall fernhalten.
Über die Hände werden Viren und Bakterien – besonders Durchfall- und Grippeerreger – übertragen. Im Schnitt tummeln sich rund 150 verschiedene Keimarten auf einer ungewaschenen Hand. Da wir uns ständig, oft unwillkürlich mit den Händen ins Gesicht greifen, gelangen ungebetene Erreger an die Schleimhäute. Dort können sie sich vermehren und Infektionen auslösen. Durch regelmäßiges Händewaschen können sich Viren und Bakterien schlechter festsetzen und die Ansteckungsgefahr sinkt. Unter der Voraussetzung, dass es richtig gemacht wird. Seit 2008 gibt es sogar einen weltweiten Welt-Händewaschtag (15. Oktober), der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ins Leben gerufen wurde.
Männer als Waschmuffel
Im Rahmen einer britischen Studie wurden 200.000 Menschen in den Waschräumen von Autobahnraststätten beobachtet. Das Ergebnis: Während sich nur jeder dritte Mann nach dem Klo die Hände wusch, waren es bei den Frauen immerhin zwei Drittel. Wer seine Hände nicht wäscht, verlässt die Toilette mit Darmbakterien an den Händen und fördert deren Verbreitung. In vielen Haushalten sind Toiletten gar nicht das Problem, da sie sehr gründlich geputzt werden. Die meisten Erregern lauern in Küche und Büro. Spülbecken, Spülschwämme, Kühlschränke und Computertastaturen strotzen nur so von Keimen.
Für den Hausgebrauch
In Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen herrschen besondere Hygienestandards. Daher kommen beim Händewaschen und zur Reinigung von Oberflächen auch Desinfektionsmittel zum Einsatz – oft mit Alkohol. Im Hausgebrauch sind diese "scharfen" Mittel im Normalfall nicht notwendig. Auch Lüften erfüllt eine hygienische Aufgabe, da sich die Zahl der Viren in der Luft verringert und das Raumklima verbessert wird.
Übertriebene Hygiene
Der Hygienegedanke geht auf den österreichischen Arzt Ignaz Semmelweis zurück. Er hat vor über 150 Jahren den Zusammenhang zwischen mangelnder Handhygiene und hoher Sterberate bei Wöchnerinnen erkannt. Daher stammt auch sein Name "Retter der Mütter". Wie so oft spielt auch bei der Hygiene das richtige Maß eine große Rolle. Wer es übertreibt, erreicht das Gegenteil und schadet dem Körper. Damit unser Immunsystem nämlich Abwehrkräfte entwickeln kann, muss es mit Erregern in Kontakt kommen. Impfungen folgen demselben Prinzip. Das Immunsystem lernt den Erreger in geringer Dosis kennen und kann sich so auf ihn einstellen.
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