IMS bei Männern
Aktualisiert am: 30.05.2006
Hormone plagen auch Männer
Die Gemütsschwankungen, die durch ein Absinken des Testosteron-Spiegels bei männlichen Säugetieren nach Ende der Paarungszeit entstehen, sollen in ähnlicher Weise den Menschen betreffen.
Eine Studie der Human Reproductive Sciences Unit des Medical Research Councils (MRC) in Edinburgh kommt zu dem Ergebnis, dass Männer wie Frauen unter hormonell bedingten Gemütsschwankungen leiden. Benannt wird dieser hormonell bedingte Zustand der Lethargie, Depression und Nervosität mit dem englischen Begriff "irritable male syndrome" (IMS). Die Symptome gleichen der männlichen Menopause. Es ist ein bekanntes Phänomen bei Tieren nach der Paarungszeit, wenn die sexuelle Aktivität sinkt. Der Forscher Gerald Lincoln untersuchte das IMS zuerst an Schafen. Im Herbst steigt das Testosteron rasant an und fällt im Winter rasch wieder ab. Ursprünglich wurde aggressives Verhalten mit einem hohen Testosteron-Spiegel in Verbindung gebracht. Lincoln bemerkte jedoch, dass Böcke sich eher Verletzungen zufügten, wenn sie einen niedrigen Testosteron-Spiegel aufwiesen. Weitere Untersuchungen an Elefanten und Rentieren zeigten ebenfalls das Auftreten des IMS nach der Paarungszeit.
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