Kaiserschnitt
Autorin: MMag. Susanne Kapeller
Aktualisiert am: 18.10.2009
Einschneidende Erfahrung
In den letzten Jahren hat sich die Kaiserschnittrate in Österreich mehr als verdoppelt. Die Gründe dafür sind vielfältig. Ein großes Problem dürfte sein, dass schwangere Frauen in Bezug auf den Kaiserschnitt nicht ausreichend beraten werden.
In Österreich werden bereits 30 Prozent der Kinder durch Kaiserschnitt (Sectio) entbunden. Über Jahrzehnte hinweg gab es hierzulande die von der WHO empfohlene Sectio-Rate von zehn Prozent. Mittlerweile wird schon jedes vierte Kind mit Kaiserschnitt entbunden. In der Semmelweis Frauenklinik in Wien diskutierten darüber Vertreter der Hebammengremien, Ärzteschaft und Sozialversicherungsträger.
Bessere Beratung gewünscht
In ihrer täglichen Arbeit treffen Hebammen immer öfter auf Frauen, die sich nach dem Kaiserschnitt betrogen fühlen. "Die Schmerzen sind nach der Operation oft sehr viel schlimmer als erwartet, und sie dauern länger", berichtet Renate Großbichler-Ulrich, Präsidentin des Österreichischen Hebammengremiums, aus ihrem Arbeitsalltag. Lachen, Husten, Niesen können nach dem Kaiserschnitt zum Problem werden und zusätzlich zu den Schmerzen der Mutter die Zeit mit dem Neugeborenen vermiesen. Viele Frauen fühlen sich über den Kaiserschnitt nicht ausreichend informiert. Auch die Ergebnisse einer großen deutschen Kaiserschnittstudie bestätigen, dass sich Schwangere mehr und vor allem bessere Beratung über die Geburt und mögliche Folgen einer Sectio wünschen.
Hebammengespräch im Mutter-Kind-Pass
Da den Gynäkologen oft die Zeit zur Aufklärung fehlt, fordern Hebammenvertretungen, dass ein verpflichtendes Hebammengespräch in den Mutter-Kind-Pass aufgenommen wird. Großbichler-Ulrich erhofft sich durch besser informierte Schwangere eine Senkung der Sectio-Rate. Die Entscheidung, ob ein Hebammengespräch in den Mutter-Kind-Pass aufgenommen wird, trifft das zuständige Bundesministerium.
Gründe für einen Kaiserschnitt
Warum es immer mehr Kaiserschnitte gibt, ist auf mehrere Gründe zurückzuführen. So hat sich beispielsweise das Risikoprofil der Frauen verändert, weil diese bei Geburten zunehmend älter sind. Der Kaiserschnitt ist hier für viele Ärzte die sicherste Option, um Probleme zu vermeiden. Auch organisatorische Gründe im Krankenhaus sind ein Grund: An personell unterbesetzten Wochenenden oder zu Weihnachten werden häufiger Kaiserschnitte durchgeführt. Der Direktor der Wiener Gebietskrankenkasse Mag. Jan Pazourek bezeichnet diesen Fall als einen "arztinduzierten" Kaiserschnitt und beklagt gleichzeitig, dass die Normalgeburt oft pathologisiert werde. Zusätzlich gibt es noch den Wunschkaiserschnitt durch die Mutter, oft aus Furcht vor den Geburtsschmerzen. Dem könne man mit umfassender Information entgegen wirken, ist Großbichler-Ulrich überzeugt: "Frauen werden sich gegen einen Kaiserschnitt ohne medizinische Indikation entscheiden, wenn ihnen alle wissenschaftlichen Daten über die Risiken für sie und ihre Kinder zur Verfügung stehen."
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ich habe äußerst positive erfahrungen mit dem kaiserschnitt gemacht, kein vergleich mit der spontangeburt meiner tochter, ich fühle mich um nichts betrogen, auf die schmerzen und das salbadern der hebammen kann ich gut verzichten, vielen dank.
der kaiserschnitt meines sohnes war eine sehr angenehme, schöne geburt, keine schmerzen, null, auch danach nicht, nicht mal ein ziepen. wenn ich da an die dutzenden dammschnitte bei der geburt meiner tochter denke ... ich finde, man sollte die entscheidung den frauen überlassen und kein dogma daraus machen.
geburt wird auch ein bisschen überbewertet - fände aufklärung (und hilfe bei bedarf) für die zeit danach, erziehung, auch viel wichtiger als die geburt zum erlebnis schlechthin hoch zu stilisieren.
Einreden tun's einem vorher eh nicht viel. Ich kenne aber auch Beispiele, wo den Ärzten die Geburt zu lange gedauert hat und sie dann schlussendlich einen Kaiserschnitt gemacht haben (das sagt ja auch die Statistik mit den gehäuften Kaiserschnitten am 24. Dezember ...)
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