Kaiserschnitt
Autorin: MMag. Susanne Kapeller
Aktualisiert am: 16.05.2008
Kosten und Folgen für das Kind
Von Seiten des Wiener Krankenanstalten-Verbunds werden keinerlei Maßnahmen ergriffen, um die Sectio-Raten zu senken. "Für uns ist es wichtig, den Frauen ein umfassendes Angebot zu bieten und nicht dirigistisch einzugreifen", so Dr. Wilhelm Marhold, Generaldirektor des Krankenanstalten-Verbunds Wien. Schwangere Frauen müssten freie Wahl haben und selbst entscheiden dürfen. Für die Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) sind selbst die Kosten kein Argument, um bei den Kaiserschnittraten zu intervenieren. "Die Kostenfrage stellt sich für uns nicht hinsichtlich der Spitalskosten, sondern lediglich in Bezug auf das Wochengeld, das einen viel größeren Teil ausmacht", erklärt WGKK-Direktor Pazourek. "Weil der Kaiserschnitt im ASVG pathologisiert ist, beziehen die Patientinnen verlängertes Wochengeld – auch wenn es sich um einen Wunschkaiserschnitt handelt."
Gesundheit des Kindes im Vordergrund
Die wichtigste Frage sei aber laut Marhold, ob wir durch die erhöhten Kaiserschnittraten nun gesündere Kinder bekommen. Diese Frage müsse durch die aktuelle Statistik verneint werden. Zwischen 1995 und 2005 ist die Säuglingssterblichkeit in Österreich nahezu gleich geblieben, obwohl sich die Kaiserschnittrate im gleichen Zeitraum verdoppelt hat.
Ob das Kind nun natürlich oder durch Kaiserschnitt zur Welt gekommen ist, beeinflusst nach Ansicht des Kinderarztes DDr. Ferdinand Sator auch die kindliche Entwicklung. Bei der vaginalen Geburt habe das Kind genügend Zeit, um sich an die Atmung zu gewöhnen. Die Ausschüttung des Hormons Oxytocin bei der natürlichen Geburt verpasse der Lungenentwicklung außerdem den letzten Kick. Auch die Erstbesiedelung mit Keimen sei unterschiedlich: Bei der natürlichen Geburt sind es die Keime der Mutter, bei einem Kaiserschnitt sind es zufällige Keime. Darüber hinaus gebe es noch viele Fragezeichen, ob und wie das Kind durch weitere Faktoren (wie zum Beispiel das grelle OP-Licht beim Kaiserschnitt gegenüber dem Dämmerlicht bei der natürlichen Geburt) beeinflusst werde.
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ich habe äußerst positive erfahrungen mit dem kaiserschnitt gemacht, kein vergleich mit der spontangeburt meiner tochter, ich fühle mich um nichts betrogen, auf die schmerzen und das salbadern der hebammen kann ich gut verzichten, vielen dank.
der kaiserschnitt meines sohnes war eine sehr angenehme, schöne geburt, keine schmerzen, null, auch danach nicht, nicht mal ein ziepen. wenn ich da an die dutzenden dammschnitte bei der geburt meiner tochter denke ... ich finde, man sollte die entscheidung den frauen überlassen und kein dogma daraus machen.
geburt wird auch ein bisschen überbewertet - fände aufklärung (und hilfe bei bedarf) für die zeit danach, erziehung, auch viel wichtiger als die geburt zum erlebnis schlechthin hoch zu stilisieren.
Einreden tun's einem vorher eh nicht viel. Ich kenne aber auch Beispiele, wo den Ärzten die Geburt zu lange gedauert hat und sie dann schlussendlich einen Kaiserschnitt gemacht haben (das sagt ja auch die Statistik mit den gehäuften Kaiserschnitten am 24. Dezember ...)
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