Kontaktlinsen

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Aktualisiert am: 19.09.2011
Die unsichtbare Sehhilfe
Sie sind klein, rund und unsichtbar. Sie schwimmen in der Tränenflüssigkeit vor der Hornhaut und korrigieren unsere Sehschwäche: Kontaktlinsen. Wer die Scheu überwinden kann, sich täglich mindestens zweimal ins Auge zu fahren, greift zu den Mini-Korrekturgläsern. Doch worauf muss man beim Kauf von Kontaktlinsen achten und welche Linsen sind die Besten? Wir haben die Antworten.
Autorin: Bianca Fadler
Ob aus Eitelkeit, praktischen Überlegungen oder sportlichen Gründen: die Beliebtheit der kleinen Sehhilfen nimmt zu. Doch der Weg zur scharfen Sicht gestaltet sich oftmals schwieriger als erwartet. Welche Linsen sind die Besten? Worauf muss man beim Kauf achten? Wie sieht die Pflege aus? Und mit welchen Kosten muss man rechnen? Diese und weitere Fragen hat Dr. Susanne Binder, Vorstand der Augenabteilung KA Rudolfstiftung, beantwortet.
"Harte" und weiche Kontaktlinsen: Vor- und Nachteile
Prinzipiell stehen dem Patienten zwei Arten an Kontaktlinsen zur Verfügung: weiche und formstabile. Wer sich für die "softe" Variante entscheidet, wird mit Komfort belohnt. Bei weichen Kontaktlinsen ist die Eingewöhnungszeit sehr gering, ein Fremdkörpergefühl ist praktisch nicht vorhanden. Formstabile (ehemals "harte") Kontaktlinsen hingegen bedürfen einer weitaus längeren Gewöhnungsphase: bis zu sechs Wochen kann es dauern, bis das Auge nicht mehr abwehrend auf die Linsen reagiert. Nach Dr. Susanne Binder können bezüglich weicher und harter Kontaktlinsen folgende Vor- und Nachteile unterschieden werden:
Weiche Kontaktlinsen:
- Weniger gute Korrektur der Sehschwäche
- Flüssigkeit, Keime, Pilze werden aus Umgebung aufgesaugt → größere Infektionsgefahr
- Geeignet für abwechselnden Gebrauch mit Brille (z.B.: nur bei Sport)
- Je nach Art sollten Kontaktlinsen aus dem Auge genommen werden ("Erholungsphase")
- Aufwendige Pflege
Formstabile ("harte") Kontaktlinsen:
- Sehr gute Korrektur der Sehschwäche
- Geringe Infektionsgefahr
- Nur für langfristigen Gebrauch geeignet → Brillenersatz
- Dauerhafter Gebrauch (keine "Erholungsphase" für das Auge notwendig)
- Geringer Pflegeaufwand
Kauf: Onlineversand oder Optiker?
Hat man sich erst einmal für Kontaktlinsen entschlossen, stellt sich zunächst die Frage, woher man diese bezieht. Das Angebot an Kontaktlinsen im Internet boomt, günstige Anbieter locken mit unschlagbar günstigen Preisen ("70 Prozent auf alle Kontaktlinsen"). Dr. Binder rät dem Kontaktlinsen-Neuling jedoch davon ab, die Haftschalen im Onlineversand zu bestellen. Da diese direkt ins Auge gesetzt werden, bedürfen Kontaktlinsen einer Anpassung unter professionellen Leitung und zudem eine umfassenden Untersuchung des Auges.
Wählt man Kontaktlinsen, ohne diese zuerst fachlich getestet zu haben, kann dies Schäden an der Hornhaut hervorrufen. Zudem würde nach Dr. Binder nicht jeder Patient Kontaktlinsen vertragen: "Bei Patienten mit Diabetes oder Immunschwächen ist von Kontaktlinsen generell abzuraten, da diese ein höheres Infektionsrisiko darstellen. Außerdem sollten Personen mit chronisch trockenen Augen keine Kontaktlinsen tragen."
"Better safe than sorry"
Gemäß diesem Motto empfiehlt die Expertin, die Kontaktlinsen von einem Augenarzt oder direkt beim Optiker zu bestellen. Dort bekäme man eine entsprechende Einschulung, Tipps zum Ein- und Aussetzen und hätte jederzeit einen zuverlässigen Ansprechpartner, sollten Beschwerden auftreten. Bei gereizten, geröteten Augen legt Dr. Binder in jedem Fall nahe, rasch den Augenarzt aufzusuchen.
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