Laborwerte

© Gräfe und Unzer Verlag
Autorin: Rosi Dorudi
Aktualisiert am: 12.02.2013
Laborwerte klar und verständlich
Seit über 3000 Jahren werden menschliche Körpersäfte, Sekrete und Ausscheidungen zu medizinischen Zwecken untersucht. Heute wird sogar jede dritte Diagnose erst nach Durchführung eines Bluttests erstellt oder bestätigt. Doch auch andere menschliche Substanzen werden zur Erkennung von etwaigen Erkrankungen analysiert. Die daraus resultierenden Laborwerte sind für Laien allerdings oft unverständlich und meist bleibt kaum Zeit, sich die erhobenen Befunde vom Arzt ausführlich erklären zu lassen. Was sich hinter dem Fachchinesischen verbirgt und worauf man bei Referenzwerten achten sollte, weiß der Ratgeber "Laborwerte – klar und verständlich", der kompetente Hilfestellung für ein gezieltes Gespräch mit dem Arzt bietet.
Bereits im letzten Jahrtausend vor Christi Geburt wussten indische Priester um die Wichtigkeit des Gleichgewichts von Blut, Galle und Schleim für die Gesundheit des Menschen. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Mittlerweile gehören moderne Labortests zu den wichtigsten Quellen medizinischer Erkenntnis.
Information aus Blut, Urin & Co.
Regelmäßig und stetig pumpt unser Herz fünf bis sechs Liter Blut durch unseren Körper und versorgt so unsere Zellen mit Sauerstoff sowie Nährstoffen und befreit sie von Abfallstoffen wie Kohlendioxid oder Harnstoff. Die im Blutstrom schwimmenden Zellen und Moleküle sorgen zudem für die Abwehr von Krankheitserregern und dichten Wunden ab. Gerät ihr Verhältnis aus dem Gleichgewicht, kann dies auf eine Krankheit hindeuten. Um ihr auf die Spur zu kommen, aber auch zur Vorsorge verordnen Ärzte daher Bluttests und bestimmen damit nicht nur die Werte für Eisen, Cholesterin oder Diabetes, sie können anhand der Ergebnisse auch viele Krankheiten vor ihrem Ausbruch diagnostizieren. Doch nicht alle Erkrankungen liefern diagnostische Hinweise über das Blut. So werden bei Stoffwechselstörungen, Organerkrankungen, Infektionen und Vergiftungen Harnanalysen durchgeführt und bei Verdacht auf Erkrankungen des Verdauungstrakts Stuhlproben untersucht. Je nach Vermutung werden aber auch Speichelproben, Magensaft, Knochenmark, Schleimhautabstriche oder Gehirnwasserproben (Liquor) ins Labor geschickt.
Was die Werte aussagen
Halten Sie einen Laborbefund in den Händen, können Sie mithilfe der Referenzwerte sofort Auffälligkeiten entdecken. Doch diese sind mit Vorsicht zu beurteilen: Sind einige Werte aufgrund des Referenzbereiches zu hoch oder zu niedrig, bedeutet dies noch lange nicht, dass Sie krank sein müssen. Andererseits schließt ein "normaler" Wert nicht aus, dass Sie erkrankt sind. Referenzbereiche werden in der Regel oft an Menschen mittleren Alters ermittelt und dienen der Orientierung. Als Referenzwert werden jene Ergebnisse definiert, bei denen von hundert gesunden Probanden 95 Prozent innerhalb des Soll-Bereichs liegen. Ihr Arzt wird seine Diagnose daher nicht aufgrund der individuellen Laborwerte erstellen, sondern erst in Zusammenhang mit anderen Symptomen und sonstigen Untersuchungsergebnissen. So kann bei Fieber und Durchfall beispielsweise eine erhöhte Leukozyten-Anzahl im Blut auf eine bakterielle Lebensmittelvergiftung hindeuten. Sind jedoch keine weiteren körperlichen Symptome vorhanden, steckt dahinter womöglich nur Stress oder Anstrengung.
Fachchinesisch klar und verständlich übersetzt
Welche wichtigen Tests es bei Krankheitsverdacht gibt, was hinter Fachbegriffen und Abkürzungen wie HbA1c oder TSH steckt und wie sich Abweichungen von Referenzwerten auf die Gesundheit auswirken können hat das Autorenteam Prof. Dr. med. Hans Peter Seelig und Marion Meiners in seinem Ratgeber "Laborwerte klar und verständlich" zusammengetragen. Alle wichtigen Laborwerte - vom Blutbild bis zum Urinbefund - werden hier eingängig dargelegt. Als Extra bietet das Buch ein beiliegendes Faltposter, das die wichtigsten Blutwerte auf einen Blick zeigt und eine Tabelle zum Eintragen und Kontrollieren der eigenen Laborwerte parat hält.
Die Autoren
Prof. Dr. med. Hans Peter Seelig ist niedergelassener Laborarzt in Karlsruhe und leitet ein überregional tätiges Labor mit allgemeinmedizinisch-diagnostischer Ausrichtung. Seit vielen Jahren ist er auf den Gebieten der Diagnostik von Autoantikörpern und der Molekularbiologie wissenschaftlich tätig.
Marion Meiners arbeitet als freiberufliche Autorin für mehrere Magazine in den Fachgebieten Gesundheit und Ernährung. Sie ist ausgebildete Verlagskauffrau und Journalistin.
Prof. Dr. Med. Hans Peter Seelig / Marion Meiners
Laborwerte klar und verständlich
Gräfe und Unzer Verlag
128 Seiten
ISBN: 978-3-8338-2290-2
Preis: 13,40 €
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