Lawinenunglück
Aktualisiert am: 10.01.2011
Versorgung des Verschütteten
Nach der Ortung eines Verschütteten werden langsam sein Gesicht und die Atemwege frei gelegt, dann der restliche Körper. Nun kann der Notarzt tätig werden, allerdings rasch, denn durch die Gefahr von Nachlawinen muss die Unglücksstelle schnell geräumt werden.
Gefahr der Unterkühlung
Das Wichtigste ist nun, den Verletzten vor weiterer Unterkühlung zu schützen. Eine Körperkerntemperatur von 30 bis 36 Grad gilt noch als sicher, akute Lebensgefahr besteht jedoch bei gefährlichen Temperaturen unter 30 Grad. 75 Prozent der Wärme verliert der Mensch über den Kopf, deshalb muss er nach einem Alpinunglück oben gut zugedeckt werden. Infusionen sind problematisch, im Gelände oft nicht einzusetzen, da sie nicht angewärmt werden können. Viele Medikamente sind bei Unterkühlung nur eingeschränkt wirksam.
Langsam aufwärmen
Nur leicht ausgekühlten Verletzten geben die Retter trockene Kleidung und warme, alkoholfreie Getränke. Bei schweren Formen der Unterkühlung muss der Patient allerdings wie ein rohes Ei angefasst werden. Doch die Chancen stehen nicht schlecht: wenn sich die Körperkerntemperatur des Menschen um 10°C verringert, halbieren sich gleichzeitig seine Stoffwechselfunktionen. Vorsicht ist trotzdem geboten, denn bei der Behandlung des Verletzten darf sich das kalte Blut im Korperäußeren nicht mit dem wärmeren Blut im Körperinneren mischen. Dies kann zum Herz-Kreislauf-Stillstand, zum s.g. "Bergungstod", führen. Eine Wiederbelebung kann möglich sein, der Betroffene muss jedoch so lange reanimiert wird, bis er unter Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine wiedererwärmt werden kann. Die Erwärmung im Spital geschieht allmählich - um 3 bis 5 Grad C in der Stunde.
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