Lymphknoten

© Fotolia/Uwe Grötzner
Autorin: Mag. Beatrix Aigner-Köfinger
Aktualisiert am: 22.03.2011
Teil 1: Geschwollene Lymphknoten
Teil 2: Gut- und bösartige Symptome
Teil 3: Diagnose und Behandlung
Geschwollene Lymphknoten
Bei geschwollenen Lymphknoten besteht kein Grund zu übertriebener Sorge. In den häufigsten Fällen treten sie bei harmlosen Infektionen der Atemwege auf und normalisieren sich auch ohne Medikamente wieder. Da die Knoten in Hals, Achseln und Leistengegend bei einer Reihe anderer Krankheiten zum Beschwerdebild zählen, ist eine Abklärung aber ratsam - besonders wenn die Lymphknoten über einen längeren Zeitraum nicht wieder abschwellen und weitere Beschwerden bestehen.
In Zusammenarbeit mit Dr. Philipp Olivier, Arzt für Allgemeinmedizin
In den Lymphknoten werden Abwehrzellen produziert, die dem Körper bei der Bekämpfung von Infektionen helfen. Die Lymphknoten sind zentraler Teil des lymphatischen Systems, das über den ganzen Körper verteilt ist. Dessen Aufgabe besteht darin, die Produktion, das Filtern und den Transport der Gewebsflüssigkeit (Lymphe) sicherzustellen. Die Lymphknoten kümmern sich als Filterstationen um ein begrenztes Körpergebiet und entfernen fremdes Material wie Viren, Bakterien und Parasiten aus der Lymphe. Damit sind sie wichtiger Bestandteil unseres Immunsystems.
Aufbau eines Lymphknotens
Lymphknoten sind im Normalfall weich, rund bzw. bohnenförmig und finden sich einzeln oder in Gruppen in Kopf, Hals, Achsel, Leistengegend, aber auch im Brust- und Bauchraum. Bei einer Größe von lediglich 5 bis 20 mm sind sie bei gesunden Menschen nicht sichtbar und kaum bis gar nicht fühlbar. Die Lymphknoten enthalten weiße Blutkörperchen (Lymphozyten), die gegen Eindringlinge aktiv werden. Im Fall einer Infektion werden mehr Lymphozyten produziert und die Knoten schwellen an. Weiters warten in den Lymphknoten Fresszellen (Makrophagen), die sich um den Abbau der "gefangenen" Viren kümmern.
Reaktion auf Viren, Bakterien und Parasiten
Geschwollene Lymphknoten deuten in den meisten Fällen auf eine Erkältung hin, die durch Viren ausgelöst und über Tröpfcheninfektion verbreitet wird. Bei einer funktionierenden Immunabwehr ist die Reaktion der Knoten besonders bei Kindern und jüngeren Erwachsenen ganz normal. Zu den häufigsten Virusinfektionen, die auch die Lymphknoten betreffen, gehören Halsentzündungen, Masern, Röteln, Pfeiffer'sches Drüsenfieber (Mononukleose), manche Hautinfekte (z.B. Herpes), HIV oder durch Mücken übertragene, tropische Virusinfektionen (z.B. Dengue-Fieber).
Auch bakterielle oder parasitäre Infektionen können für die Schwellung verantwortlich sein. Dazu zählen von Streptokokken ausgelöste fieberhafte Rachen- und Mandelentzündungen, Ohrinfektionen, entzündete Zähne, Diphtherie, Tuberkulose, sexuell übertragbare Krankheiten (z.B. Syphillis), Toxoplasmose oder die Katzenkratzkrankheit. Nur in geringer Zahl sind geschwollene Knoten das Zeichen von bösartigen Erkrankungen des lymphatischen Systems (Lymphome), Leukämie oder anderen Krebserkrankungen, die sich auf die Lymphknoten ausgebreitet und Metastasen gebildet haben.
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