Medikamente

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Autorin: Mag. Beatrix Aigner-Köfinger
Aktualisiert am: 27.07.2009
Teil 1: Medikamente richtig einnehmen
Teil 2: Einnahmeregeln
Teil 3: Weitere Hinweise
Teil 4: Wechselwirkungen
Medikamente richtig einnehmen
Medikamente wirken nur, wenn sie zum richtigen Zeitpunkt eingenommen werden. Genaue Informationen dazu finden sich im Beipackzettel, der aber oft nicht gelesen oder verstanden wird. Fragen Sie daher Ihren Arzt oder Apotheker, was Sie beachten müssen - besonders wenn Sie mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen. Die wichtigsten Grundregeln finden Sie hier im Überblick.
Ihr Arzt verschreibt Ihnen ein Medikament immer mit der Zusatzinformation, wie oft und wann Sie dieses einnehmen müssen. In der Regel weiß er auch, welche anderen Arzneimittel Sie noch verwenden. Wenn das nicht der Fall ist, machen Sie Ihren Arzt unbedingt darauf aufmerksam, um Wechselwirkungen zu vermeiden. Auch in der Apotheke werden Sie kompetent über die richtige Einnahmeform und mögliche Folgen aufgeklärt. Das ist deshalb so wichtig, weil Medikamente nur bei richtiger Einnahme wirken können. Mag. pharm. Veronika Schwarz von der Wiener Friedrichs Apotheke bringt es auf den Punkt: "Bei falscher Einnahme kann die Wirkung von Medikamenten empfindlich beeinträchtigt sein."
Die Wirkstoffe in Arzneien können sehr empfindlich sein, z.B. gegen Luft, Licht, Wärme oder Magensäure. Damit der Stoff seine Aufgabe erfüllen kann, muss er zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sein. Erst dann ist gewährleistet, dass sich ein entsprechender Wirkstoffspiegel aufbaut, der z. B. Bakterien abtötet.
Einnahme mit Wasser
Es gibt unterschiedliche Verabreichungsformen wie Tabletten, Dragees, Kapseln, Tropfen, Säfte, Salben, inhalierbare Arzneimittel, Zäpfchen etc., die dementsprechend unterschiedlich verwendet werden müssen. Bei oraler Einnahme gibt die Apothekerin folgenden Tipp: "Tabletten sollen immer mit ausreichend Flüssigkeit getrunken werden. Ein Schluck Wasser ist aber nicht genug." Es bestehe nämlich die Gefahr, dass die Tablette am Weg in den Magen hängen bleibe und Verletzungen an den Schleimhäuten verursache. Daher empfiehlt sie, mindestens ein ganzes, nicht zu kaltes Glas Wasser zu trinken. "Eiskaltes Wasser verzögert die Magenentleerung und kann die Wirkung eines Stoffes verzögern."
Das Trinken einer ausreichend großen Menge von Wasser gibt dem Magen ein Signal der Füllung. Das Medikament wird schnell in den Darm weiterbefördert, wo es aufgenommen wird. Zudem hat Wasser keine "Nebenwirkungen" mit Arzneimitteln, so wie andere Lebensmittel, bei denen man besser vorsichtig ist.
Vorsicht geboten
Ein Problem sieht Schwarz im übermäßigen Genuss von Kaffee, den viele nicht mehr als Genussmittel, sondern als Nahrungsmittel betrachten würden. Dabei könne Kaffee in vielen Fällen die Wirkung von Arzneimitteln verstärken. Das treffe genauso bei Alkohol zu, der nie gemeinsam zu Medikamenten getrunken werden solle. Vorsichtig müsse man auch bei Grapefruit-Saft sein, da es zu einer Verstärkung bzw. Verminderung der Wirksamkeit von einigen Medikamenten kommen könne, so die Pharmazeutin. Der Inhaltsstoff Naringenin ist für diesen Effekt verantwortlich. Bei der Antibiotika-Einnahme rät sie davon ab, Milch bei der Einnahme zu verwenden: "In der Milch ist Kalzium enthalten, das mit zahlreichen Antibiotika schwer lösliche Komplexe bildet. Diese Komplexe können in der Folge nicht mehr aufgenommen werden."
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