Medizintourismus

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Aktualisiert am: 06.12.2010
Medizinische Behandlungen im Ausland
Ob es um ein strahlendes Lächeln, eine Zukunft ohne Sehbehelf, das Ende des müden Blicks oder ein üppiges Dekolleté geht: Im Ausland kommt die dauerhafte Verschönerung günstiger. Doch ein paar Dinge gilt es dabei schon zu bedenken.
Autorin: Andrea Krieger
Angefangen hat alles mit den Zähnen. Lange bevor der Eiserne Vorhang fiel, reisten vor allem Ostösterreicher gerne nach Ungarn, um mit einer nagelneuen Krone oder Brücke heimzukehren. Damals kam es schon einmal vor, dass der Stiftzahn sich zwar hervorragend in die Zahnreihe fügte, aber vor allem für junge Leute einen Makel hatte: Er leuchtete in der Disco. Heute passiert das nicht mehr. Wie sonst wäre es zu erklären, dass etwa 100.000 Patienten jährlich ihre Beißerchen ungarischen Zahnärzten anvertrauen. Und längst pilgern die Österreicher nicht mehr nur wegen der Zähne ins Ausland. Sie kommen außerdem mit scharfen Augen, gestrafften Lidern, mehr Oberweite und anderen optischen Veränderungen zurück.
Grenzenlos schön
Konkrete Zahlen fehlen zwar. Man kann aber davon ausgehen, dass zu den jährlich etwa 40.000 Schönheitseingriffen in Österreich noch eine erkleckliche Anzahl an im Ausland erfolgten Eingriffen hinzuzurechnen ist. Wohl nicht ganz zufällig in Grenznähe befinden sich teils riesige Beauty-Kliniken, die von A wie Augenlidstraffung bis Z wie Zahnimplantat alles offerieren - inklusive Hotline, Gratisrückruf und Garantie. Ein großer slowakischer Schönheits-Anbieter eröffnet demnächst sogar ein Kontaktzentrum neben dem AKH. Teilweise haben ausländische Kliniken jenseits der Grenze aber auch österreichische Internet-Adressen.
Schleuderpreise
Der Preisunterschied kann sich tatsächlich sehen lassen. Und es ist auch mehr als logisch, dass Länder mit einem niedrigeren Lohnniveau und geringeren Mieten und laufenden Kosten als die Alpenrepublik solche Eingriffe günstiger anbieten können. Beispiel Gebiss: Je nach Arzt und Material sind laut Verein für Konsumenteninformation (VKI) Einsparungen von bis zu 50 Prozent beim Zahnersatz möglich. Ein üppiges Dekolleté kostet bei der Interklinik in Bratislava (Slovakei), je nach Implantatgröße zwischen 2500 und maximal 3300 Euro und bei Empire nahe Wieselburg in Ungarn zwischen 3450 und 4000 Euro. Im Preis inkludiert ist die Narkose und ein stationärer Aufenthalt von zwei Tagen.
Preisvergleich: Kosten im Inland
Zum Vergleich: In Wien variieren die Preise zwischen 4000 und 8500 Euro. Eine Lidstraffung zur Beseitigung von Schlupflidern ist in Ungarn inklusive Lokalnarkose und ambulant ab 750 Euro zu haben, kostet aber hierzulande 1000 bis 1500 Euro. Für das Ende der Kurzsichtigkeit zahlt man in Bratislava ab 700 Euro, in Österreich kostet der Augenlaser-Eingriff zwischen 1900 und 2750 Euro.
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