PMS bei Frauen
Autorin: Mag. Beatrix Aigner-Köfinger
Aktualisiert am: 30.05.2006
Was kann man tun?
Durch die große Bandbreite der Symptome ist die Diagnose von PMS gar nicht so einfach. Nur anhand des Beschwerdebilds und Ausschluss von Krankheiten mit ähnlicher Symptomatik kann ein Arzt das PMS erkennen. Hinter einer psychischen Verstimmung könnte sich schließlich auch eine echte Depression verbergen. Hauptkennzeichen für das PMS ist, dass die Symptome regelmäßig, in der zweiten Zyklushälfte auftreten und mit Beginn der Menstruation wieder verschwinden.
Da die Beschwerden bei jeder Frau unterschiedlich sind, gibt es kein einheitliches Behandlungsschema, sondern nur einen individuellen Behandlungsplan. Bei schweren prämenstruellen Beschwerden können in der Therapie Schmerzmittel, Antidepressiva, hormonelle Ovulationshemmer (z.B. Anti-Baby-Pille) zum Einsatz kommen. Die Gabe von Medikamenten ist aber umstritten, zudem haben Placebo-Pillen in Studien eine bessere Wirkung gezeigt. Was darauf hindeutet, welche große Rolle die Psyche spielt. Bei wieder kehrenden depressiven Stimmungen kann es sinnvoll sein, nicht nur einen Gynäkologen zu konsultieren, sondern sich auch an einen Psychotherapeuten zu wenden.
Selbsthilfe
Die Devise lautet: Stress vermeiden und seelisches Wohlbefinden fördern. Ein heißes Bad mit Kamille, Melisse oder Lavendel kann Wunder wirken. Auch mit sanfter sportlicher Betätigung, z.B. Gymnastik, Schwimmen, Yoga, QiGong, Spazierengehen usw. lassen sich gute Erfolge bei schmerzhaften Verkrampfungen erzielen und die allgemeine Schmerzschwelle senken.
Hilfe aus der Natur
Als besonders wirkungsvoll hat sich Mönchspfeffer (Tropfen oder Tabletten sind rezeptfrei erhältlich) erwiesen. Er reguliert die die Eierstockfunktion und hilft nach längerer Anwendung (ca. 6 Monate) bei Spannungsgefühl in den Brüsten, Wassereinlagerungen, innerer Anspannung, depressiven Verstimmungen, unregelmäßigen Zyklen, Kopfschmerzen und Verstopfung. Besonders zu empfehlen sind auch Nachtkerzen- oder Borretschöl, in denen essentielle Fettsäuren und Vitamin E enthalten sind.
Studien haben auch gezeigt, dass bewusste Ernährung das PMS günstig beeinflusst. Um Heißhungerattacken zu vermeiden, sollte der erhöhte Kalorienbedarf in der zweiten Zyklushälfte mit kleineren kohlehydratreichen Mahlzeiten gestillt werden. Auch ein Verzicht auf tierische Fette, Schokolade, Kaffee, Alkohol, Milchprodukte lindert die prämenstruellen Beschwerden. Da viele Frauen Probleme mit Wassereinlagerungen im Gewebe haben, sollte Speisesalz durch Kräuter(salz) ersetzt werden, da sonst noch mehr Wasser gespeichert wird.
Viel Trinken trägt zum Wohlbefinden bei: Wasser und Kräutertees sind ideal. Tee von Brennnessel, Löwenzahn und Birkenblättern hilft bei Wassereinlagerungen, gegen trübe Stimmung empfiehlt sich Johanniskraut (Tee, Öl oder Tropfen). Die Traditionelle Chinesische Medizin empfiehlt Schafgarbentee und um Blähungen kümmern sich Fenchel, Kümmel und Anis.
Ein entspannendes, stabilisierendes und krampflösendes Mittel ist Magnesium. Es kann in Form von Brausetabletten oder Schüsslersalzen sowie über die Nahrung (z.B. Dinkel, Weizenkeime, grünes Blattgemüse) aufgenommen werden. Ebenso wichtig gegen Stimmungsschwankungen ist Vitamin B, das in Kartoffeln und Gemüse enthalten ist.
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Leider gibt es, trotz der großen Zahl betroffener Frauen, bisher nur wenige wissenschaftliche Studien, die sich mit prämenstruellen Symptomen beschäftigen. Das Psychologische Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz konzentrierte in den letzten Jahren verstärkt Forschungsinteressen im Bereich von Störungsbildern, bei denen sowohl körperliche als auch seelische Symptome auftreten. Verschiedene Arbeitsgruppen befassen sich derzeit mit dem Prämenstruellen Syndrom (PMS), einem Störungsbild das durch das Vorliegen physischer und psychischer Symptome gekennzeichnet ist. Es gilt Entstehungsbedingungen und Psychopathologie besser zu verstehen, um letztlich adäquate (psychotherapeutische) Behandlungsmethoden zu entwickeln!
Ab Mai 2011 führen wir eine Studie durch, in der untersucht werden soll, ob Frauen die unter prämenstruellen Symptomen leiden, Emotionen anders regulieren, als Frauen ohne solche Symptome. Wir suchen Frauen im Alter zwischen 18 und 44 Jahren, die einen relativ regelmäßigen Menstruationszyklus aufweisen und über regelmäßigen Zugang zum Internet verfügen. Die teilnehmenden Frauen sollten deutliche prämenstruelle Beschwerden vor Beginn der Periode erleben.
Im Rahmen der Studie werden die Teilnehmerinnen zunächst einen Screening-Fragebogen ausfüllen und anschließend zwei Monate ein Symptom-Tagebuch führen. Anschließend finden ein diagnostisches Interview und zwei experimentelle Termine statt. Die Probandinnen erhalten so Informationen zu ihrem individuellen Beschwerdebild, die zum Zwecke der weiteren Behandlungsplanung mit dem Gynäkologen herangezogen werden können. Alle Teilnehmerinnen erhalten nach Abschluss der Studie eine Aufwandsentschädigung von 30 Euro. Für weitere Informationen wenden Sie sich an:
pemos@uni-mainz.de.
Wir hoffen sehr, einen Beitrag zum besseren Verständnis prämenstrueller Symptome und deren Behandlung zu leisten!
Dipl.-Psych. Lisa Eggert
- PeMoS-Studie -
Psychologisches Institut
Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Wallstr. 3
55122 Mainz
Telefon: 06131-39 39 214
Fax: 06131-39 39 102
E-Mail: pemos@uni-mainz.de
Hierfür sucht die Abteilung Klinische Psychologie der Universität Mainz Frauen zwischen 18 und 44 Jahren, mit regelmäßigem Menstruationszyklus und mit prämenstruellen Beschwerden.
Sie haben Interesse an der Studie teilzunehmen? Für eine erfolgreiche Studienteilnahme erhalten Sie 30 Euro und es warten weitere Vorteile auf Sie.
Weitere Informationen zur Studie sowie eine Registrierung ist über den folgenden Link möglich:
https://www.kbt.info/pre.femin/registration/
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r freuen uns über Ihre Teilnahme!
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