Prostatakrebs

Autorin: MMag. Susanne Kapeller

Aktualisiert am: 22.06.2009

Prostatakrebs neu bekämpfen

Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Etwa jeden sechsten Mann trifft die Diagnose, jeder 30. stirbt daran. Ein neues Medikament kann Prostatakrebs bei Hochrisikopatienten verhindern. Wichtig ist außerdem eine Früherkennung durch den Tumormarker PSA im Blut.

Das männliche Sexualhormon Testosteron hat einen wesentlichen Anteil an der Entstehung von Prostatakrebs. "Bei kastrierten Männern entwickelt sich kein Prostatakrebs. Das zeigen Beispiele in China, wo es noch Eunuchen gibt", sagt Dr. Stephan Madersbacher vom Wiener Donauspital auf einer Pressekonferenz anlässlich der Jahrestagung der österreichischen Urologen. Forschungen über den Prostatakrebs setzen daher bei der Produktion von Testosteron an. Das Enzym 5-Alpha-Reduktase spielt dabei eine große Rolle. Medikamente, die dieses Enzym blockieren, werden bereits seit langem zur Behandlung von gutartiger Prostatavergrößerung eingesetzt.

Weniger Testosteron durch neues Medikament

Eine aktuelle Studie belegt nun, dass mit einem neuen Medikament zur Blockade dieses Enzyms das Krebsrisiko reduziert werden kann. "In dieser Studie ist jedes vierte Prostatakarzinom durch den Wirkstoff Dutasterid verhindert worden", so Madersbacher. 8.000 Männer mit erhöhtem Prostatakrebs-Risiko nahmen an der Studie teil. Die Teilnehmer mussten eine negative Erstbiopsie und einen hohen Wert des Tumormarker PSA (Prostata-spezifisches Antigen) im Blut haben. Vier Jahre lang wurde eine Gruppe mit Dutasterid behandelt, die andere mit Placebo. In der Dutasterid-Gruppe gab es nach den vier Jahren um ein Viertel weniger Prostatakrebs-Fälle.

"Es ist erstmals möglich, mit einem Medikament das Risiko einer Krebserkrankung zu verringern", sagt Madersbacher. Für Risikogruppen mit familiärer Häufung von Prostatakrebs und hohem PSA-Wert ohne nachweisbarem Karzinom sei daher eine präventive Behandlung mit Dutasterid zu überlegen. Als Nebenwirkung dieses Medikaments erwähnt Madersbacher erektile Dysfunktion und verstärkten Haarwuchs.

Tumormarker gibt Aufschluss

Neben dem Einfluss von Testosteron und genetischen Faktoren ist zunehmendes Alter ein weiterer Risikofaktor für Prostatakrebs, wobei die Betroffenen zunehmend jünger werden. Je früher der Krebs erkannt wird, umso höher die Heilungschancen. "Die Früherkennung erfolgt über eine Blutabnahme und Messung des Tumormarkers PSA", informiert Dr. Walter Stackl von der Urologischen Abteilung der Wiener Rudolfstiftung. Das Prostata-spezifische Antigen PSA wird fast ausschließlich in der Prostata gebildet. "Bei einem erhöhten PSA-Wert liegt in etwa ein Viertel der Fälle tatsächlich ein Karzinom vor", so Stackl. Natürlich ergebe sich daraus das Dilemma, dass viele Patienten biopsiert werden, obwohl sie keinen Krebs haben. Dennoch sei der Tumormarker PSA ein gutes Instrument, denn bei vielen anderen Krebsarten gebe es überhaupt keinen Marker. Zudem seien Komplikationen bei Biopsien extrem selten.


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