Ragweed-Allergie

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Autorin: Mag. Sonja Tautermann
Aktualisiert am: 21.09.2009
Diagnose und Behandlung
Treten Symptome wie gereizte Augen, eine laufende Nase bzw. Atembeschwerden von Mitte August bis Anfang Oktober auf, liegt der Verdacht einer Ragweed-Allergie nahe. Ob es sich tatsächlich um eine solche Allergie handelt, kann auf zwei Arten festgestellt werden: "Bei einem Hauttest (Prick-Test) werden gereinigte Extrakte auf die Haut aufgetragen, die zuvor leicht eingeritzt wurde. Danach kann weiters ein Bluttest durchgeführt werden, um zu überprüfen, ob Antikörper auf Allergene vorhanden sind (RAST-Bestimmung)", so die Allgemeinmedizinerin Dr. Ulli Enzenberg.
Therapiemöglichkeiten und Erfolgsaussichten
Wurde der Verdacht auf eine Ragweed-Allergie bestätigt, kann eine symptomatische Behandlung erfolgen. Üblicherweise kommen Allergie-Medikamente (Anti-Histaminika) als Tabletten, Augentropfen oder Nasenspray zum Einsatz. Bei allergischem Asthma wird inhaliert. Die zweite Möglichkeit ist eine spezifische Immuntherapie. "Dabei wird das Allergen in gereinigter Form eingebracht, so dass das Immunsystem eine Art Training durchläuft und sich langsam an das Allergen gewöhnt", sagt die Allgemeinmedizinerin. Die Behandlung erfolgt bei Ragweed meist mittels Spritzen oder manchmal oral zum Schlucken.
"Bei einer eindeutigen Diagnose und richtiger Behandlung sind die Erfolgsaussichten gut. Mit Medikamenten lässt sich Beschwerdefreiheit erzielen", so die Ärztin. Die Erfolgsaussichten der spezifischen Immuntherapie würden aber von der Gesamtkonstitution eines Menschen abhängen, also ob jemand etwa mehrere Allergien habe oder nur eine. "Je weniger Allergien ein Mensch hat, umso erfolgreicher ist die spezifische Behandlung."
Schutzmaßnahmen
Ragweed braucht viel Licht und Wärme, aber auch ausreichend Niederschläge. Daher können Betroffene zur Blütezeit von Mitte August bis Anfang Oktober höchstens in den trockenen Mittelmeerraum oder in die Alpen flüchten. Wirklich schützen kann man sich vor Ragweed nicht: "Wenn man eine Ragweed-Allergie erworben hat, kann man sie nur gezielt behandeln."
Aktiv ausreißen
Das Unkraut ist extrem anpassungsfähig und wächst an Autobahnbaustellen oder Wegrändern genauso wie auf Schutthalden oder Komposthäufen. In unsere Gärten gelangt es auch durch Vogelfutter. 2008 hat die AGES auf dem österreichischen Markt erhältliches Vogelfutter überprüft und in 59 Prozent der Proben Ragweed-Samen gefunden. Vogelfutter sollte also keinesfalls als Saatgut verwendet werden. Ragweed ist zwar nur eine einjährige Art, die nach stärkeren Frösten abstirbt. Die Samen der Pflanze können allerdings auch nach rund 40 Jahren im Boden noch keimen. Daher hat das Land Niederösterreich bereits vor fünf Jahren mit einer Informations- und Bekämpfungsstrategie begonnen.
"Eine wichtige Maßnahme ist, Ragweed in Gärten, Hauseinfahrten und überall dort, wo es entdeckt wird, aktiv zu entfernen, also auszureißen", macht die Medizinerin deutlich. Wichtig: Ragweed gehört weder in den Biomüll noch auf den Kompost. Am besten sollte es in einem verschlossenen Plastikbeutel zum Hausmüll. "Die Pflanze selber ist nicht giftig, sie ist nur lästig", sagt Dr. Enzenberg abschließend.
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