Ragweed-Allergie

© Dreamstime/Danijel Micka
Autorin: Mag. Sonja Tautermann
Aktualisiert am: 18.09.2009
Die Nase voll von Ragweed
Ragweed bildet das Schlusslicht der Pollenflug-Saison: Von August bis Oktober reagieren Allergiker mit Symptomen, von Reizungen der Augen und der Nasenschleimhaut bis hin zu Asthma. Vor allem im Osten Österreichs nehmen Allergien auf Ragweed-Pollen stark zu. In den letzten zehn Jahren haben sich die Zahlen verdoppelt, Tendenz steigend.
Ragweed stammt ursprünglich aus Amerika und zählt dort bereits zu den häufigsten Auslösern von Pollenallergien. 75 Prozent der amerikanischen Pollen-Allergiker reagieren darauf. Das Unkraut, das auch Beifußblättriges Traubenkraut oder Ambrosia genannt wird, ist bei uns nicht heimisch, verbreitet sich aber immer mehr. Es zeichnet sich durch seine mit fünf bis sieben Dornen besetzten Samen aus. Diese Dornen heften sich an Reifen und Maschinen und können so entlang der Verkehrswege leicht auf Felder verschleppt werden.
Verdoppelung der Ragweed-Allergien im Osten Österreichs
Erste Ergebnisse einer Zehn-Jahres-Studie über Ragweed-Allergien in Ostösterreich bestätigen eine Zunahme: "Es ist beängstigend, dass innerhalb von zehn Jahren eine Verdoppelung der neu entdeckten Ragweed-Allergien von 8,5 auf 17,5 Prozent vorliegt", äußerte sich Ländesrätin und niederösterreichische Gesundheitsreferentin Karin Scheele zur Studie.
Ragweed-Pollen sind sehr klein und können daher tief in die Lunge eindringen. Durch Wind werden sie leicht verbreitet. "Allergien auf Ragweed sind seit der Ost-Öffnung vor 20 Jahren ein Thema", erklärt die Allgemeinmedizinerin und Allergiespezialistin Dr. Ulli Enzenberg (Gesund in Schönbrunn). "Unkräuter wie Ragweed verbreiten sich durch Straßenstaub. Man konnte entlang der Transitstrecken das Wachstum des Unkrauts beobachten. Ragweed breitet sich langsam von Ost nach West aus und kommt überwiegend in Ostösterreich vor, im Westen kaum". Unbeständige Populationen finden sich aber bereits in allen Teilen Österreichs, wie die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) feststellte.
Heftige Symptome
Ragweed-Allergien ähneln in ihren Symptomen anderen Pollen-Allergien. "Ein Unterschied ist aber, dass sich Ragweed-Allergiker, die zu mir kommen, über sehr heftige Symptome beklagen", so Dr. Enzenberg. Primär seien Augen und Nase betroffen. Augenjucken und –tränen sowie eine gereizte, laufende Nase sind typisch. "In der Folge können aber auch Atembeschwerden und allergisches Asthma auftreten", ergänzt die Allgemeinmedizinerin. Weiters sind auch Kreuzreaktionen möglich. Wer auf Ragweed allergisch ist, könne nicht nur auf andere Unkräuter wie Beifuß ebenfalls allergisch reagieren, sondern auch auf Nahrungsmittel wie Kräuter oder Gemüse (z. B. Sellerie). "Allergiker sind nur selten auf Ragweed alleine allergisch, sondern häufig auch auf Beifuß."
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