Nicht nur unsere Haut leidet unter Alterungsprozessen.

Anti-Aging: Mittel gegen das Altern

Der Traum von ewiger Jugend

Dicke Cremen gegen Falten, abenteuerliche Verjüngungskuren oder heiß umworbene Wunderpillen: Der Mensch probiert vieles aus, um ja nicht einen Tag älter zu werden. Erfahren Sie hier, was wirklich hilft und welche Maßnahmen nach neuen Erkenntnissen tatsächlich merklich die Lebenserwartung steigern.

Stolze 122 Jahre alt wurde die älteste Frau der Welt, die Südfranzösin Jeanne Calment aus Arles. Seither zerbrechen sich Wissenschaftler den Kopf, inwieweit und mit welchen Mitteln es möglich ist, den Menschen einige wenige Lebensjahre mehr zu schenken. Und dies nicht nur, um sich länger an der Welt zu erfreuen, sondern vor allem auch um die Ausbreitung typischer Alterserkrankungen wie Diabetes, Alzheimer oder Herz-Kreislauf-Beschwerden zu verlangsamen. Das Mode-Wort "Anti-Aging" ist dafür kennzeichnend. Zwar ist unser Körper ein wahrer Meister der Regeneration, doch auch unsere Zellen haben nur eine begrenzte Lebensdauer, weshalb der Traum von der Unsterblichkeit vorerst wohl weiterhin Wunschdenken bleiben wird.

Maßnahmen gegen das Altern

Die vergangenen Jahre der medizinischen Forschung brachten wahrlich eine Flut an neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Thema "Anti-Aging" hervor. Ob die Stars und Sternchen in Hollywood, alte Weisheiten aus dem Fernen Osten oder der Jugendwahn in unseren Breitengraden – der Wunsch nach jugendlicher Frische ist gefragter denn je. Gleichzeitig ist keine andere Frage der Medizin so umstritten wie die Wirksamkeit von Anti-Aging-Präparaten. Einig ist man sich lediglich bei folgenden Maßnahmen: Eine bewusste und kalorienarme Ernährung, unterstützt durch bestimmte Hormone und Vitalstoffe sowie die Vermeidung einer Belastung durch freie Radikale können helfen, die Lebensjahre um ein Vielfaches zu steigern.

Die bösen freien Radikale

Was das Altern betrifft, steckt der Mensch leider in einem Dilemma: Einerseits braucht er Luft zum Atmen, andererseits enthält genau diese so genannte freie Radikale, die besonders gerne mit anderen Molekülen in unserem Körper reagieren und dadurch Zellen schädigen und Alterungsprozesse beschleunigen. Nicht umsonst erreichen vor allem Bewohner von Bergregionen, in denen die Luft dünn und die Radikalbelastung dadurch geringer ist, oft Methusalems Alter.

Um der Belastung durch freie Radikale vorzubeugen, empfiehlt es sich daher, auf eine ausreichende Zufuhr von möglichst unterschiedlichen Antioxidantien zu achten, die ebenso wie bestimmte Enzyme, freie Radikale abfangen und unsere Zellen schützen. Diese sind in unserer Nahrung reichlich enthalten: So gewinnt man Ascorbinsäure (Vitamin C) über viel frisches Obst und Gemüse, Tocopherol (Vitamin E) ist in pflanzlichen Ölen enthalten, Karotine stecken besonders in gelben, orangefarbenen und roten Obst- und Gemüsesorten und Polyphenole (wie Flavonoide oder Resveratrol) kommen zum Beispiel in Traubensaft, Rotwein oder grünem Tee vor. Das beliebte Achterl am Abend beruhigt daher nicht nur die Nerven, sondern verdient auch Beachtung im Kampf gegen freie Radikale.

Lebenserhaltende Vitalstoffe

Außerdem sorgen bestimmte Vitalstoffe, die wir ebenfalls über die Nahrung aufnehmen können, für eine schnellere Regeneration der Zellen. Das Coenzym Q10 zum Beispiel verbessert maßgeblich die Funktionsfähigkeit der Körperzellen und wird so vor allem zur Bekämpfung von Herzschwäche und zur Senkung von Bluthochdruck eingesetzt. Als wichtiges Antioxidans erhöht es außerdem das "gute" HDL-Cholesterin und wird in aktuellen Studien als potenzielles Mittel zur Verlangsamung der Parkinson-Krankheit getestet.

Das Antioxidans Tocopherol (Vitamin E) ist ein besonders guter Radikalfänger, wird jedoch durch den Angriff der Radikale deaktiviert, und muss durch Ascorbinsäure (Vitamin C) regeneriert werden. Flavonoide wie das fernöstliche Ginkgoblatt verbessern nachweislich die Leistung des Gehirns und auch die in grünem Tee enthaltenen (Pro-)Anthocyanidine spielen eine entscheidende Rolle. Das Wundermittel L-Carnitin dient dem Schutz von Zellmembranen, fördert die Bildung von Neurotransmittern und die Regeneration von Nervenzellen. Alpha-Liponsäure gilt als ein weiteres wichtiges Antioxidans, das andere Antioxidantien reaktivieren kann, und möglicherweise die Reparatur von oxidativen Schäden an Zellproteinen beschleunigen kann. Die Verbindung zerstörter Proteine mit oxidierten Fetten in der Hautschicht ist übrigens unter der Bezeichnung Altersflecken bekannt.