Schlaf im Sommer: Was tun gegen Schlafstörungen?

Leicht essen, viel trinken

Für eine erholsame Nachtruhe: Leicht essen, viel trinken

Die brütende Hitze im Hochsommer macht vielen Menschen zu schaffen. Wenn es auch in der Nacht nicht mehr wesentlich abkühlt, fällt es den meisten schwer, gut zu schlafen. Falls auch Sie sich zu später Stunde schlaflos im Bett hin und her wälzen, helfen Ihnen vielleicht die Tipps des Schlafpsychologen Günther W. Amann-Jennson weiter.

Im Sommer brauchen wir weniger Schlaf, Nachtruhe muss trotzdem sein

Die gute Nachricht zuerst: Unser Körper braucht im Sommer weniger Schlaf als in der kalten Jahreszeit. Der Grund dafür ist, dass durch die langen und lichtintensiven Tage weniger Melatonin gebildet wird. Der Botenstoff Melatonin ist für den Schlaf zuständig. Dennoch ist ausreichender Schlaf auch im Sommer essenziell, damit sich der Körper regenerieren kann.

Um einschlafen zu können, muss der Körper jedoch seine Kerntemperatur um etwa ein Grad Celsius senken. Das funktioniert in einer warmen Sommernacht aber nicht, was dazu führt, dass wir uns schwitzend und schlaflos im Bett wälzen. Wenn es dann endlich klappt damit, leiden viele Menschen im Sommer an Schlafstörungen und wachen in den frühen Morgenstunden bereits wieder auf. 

Tipps für Schlaf und Nachtruhe vom Schlafpsychologen

Schlafforscher haben herausgefunden, dass wir im Sommer weniger tief schlafen, was uns um dringend benötigte Regenerationsphasen bringt. Doch was kann man tun, damit wir im Sommer besser schlafen?

Der Schlafpsychologe, Bioenergetiker und Buchautor Günther W. Amann-Jennson hat sich dem Thema angenommen und coole Tipps für heiße Nächte zusammengestellt. Dabei kombiniert er sein Wissen als Schlafforscher und Bioenergetiker über die Schlafphasen des Menschen mit ein paar Kniffen unserer südlichen Nachbarn. 

Gegen Schlafstörungen die Wohnung hitzefest machen

Damit sich unsere Wohnräumlichkeiten nicht so stark aufheizen, sollten wir tagsüber "die Schotten dicht machen". Außenjalousien oder Rollläden halten die Hitze um ein Vielfaches effektiver ab als Innenjalousien oder Rollos. Eine gute Verdunkelung sorgt auch dafür, dass wir nicht schon um vier Uhr früh in der ersten Morgendämmerung wieder erwachen. 

Auch wenn frische Luft – gerade wenn es schwül und stickig ist – wohltuend erscheint: Beim Verlassen der Wohnung am Morgen sollten die Fenster geschlossen werden. Lüften Sie erst gut durch, wenn es draußen abkühlt. 

Machen Sie es wie die Bewohner der Mittelmeerländer und hängen Sie nasse Leintücher vor offene Fenster. Durch die Verdunstung kühlt es ab und Gelsen werden auch ferngehalten. Im Süden packt man auch gerne untertags Polster, Decken und Leintücher in die Gefriertruhe, um sie am Abend schön kühl verwenden zu können. 

Ausdauersport hilft ebenfalls gegen Schlafstörungen und sorgt für Nachtruhe

Schon untertags kann man viel für einen guten Schlaf tun. Zum Beispiel indem man leichten Ausdauersport macht, auch wenn die Aussicht auf Bewegung und noch mehr schwitzen vielleicht nicht allzu verlockend erscheint. Natürlich wird man bei Gluthitze nicht Joggen oder im Fitness-Center schwitzen wollen, aber Schwimmen oder Aqua-Fitness bietet sich jetzt auch tagsüber an.

Günther W. Amann-Jennson meint dazu: "Lange Zeit galt körperliche Anstrengung als Schlafkiller. Doch Studien des schlafmedizinischen Zentrums der Uni Regensburg haben gezeigt, dass moderater Ausdauersport den Schlaf fördert. Allerdings sollte der Abendlauf mehr als zwei Stunden vor der Schlafenszeit stattfinden. Sonst ist der Kreislauf noch zu sehr aufgeputscht und Sie finden erst recht keine Ruhe."