Frau hält sich Hand ans Ohr

Lärm: Ohren im Dauereinsatz

Schützen Sie sich vor Lärm

Unsere Ohren kommen nicht zur Ruhe. Sie sind immer auf Empfang geschaltet. Rund um die Uhr. Der Dauerlärm unserer Umwelt belastet den Organismus und kann zu gesundheitlichen Schäden führen.

Lärm ist in unserem Leben zu einem ständigen Begleiter geworden. Schon in der Früh geht es los mit dem Radiowecker, in der U-Bahn werden die Ohren mit dem MP3-Player zugestöpselt. Wenn nicht, dann telefoniert zumindest der Sitznachbar. In der Arbeit summen Computer, reden Kollegen und läuten Telefone. Wer noch dazu neben einer stark befahrenen Straße wohnt, hat überhaupt am meisten zu leiden. Laut Mikrozensus 2003 fühlen sich 29,1 % der Österreicher durch Lärm gestört. (Straßen-)Verkehr wird als häufigste Lärmquelle angegeben (73,5 %). Auch durch Nachbarn fühlen sich viele Menschen belästigt (10,4 %).

Ruhe ist selten geworden

Schallwellen und Geräusche sind omnipräsent und werden im Laufe der Zeit immer mehr. Kein Geschäft ohne dudelnde Hintergrundmusik, kein Abend, wo nicht Fernseher oder Radio eingeschaltet sind. Unsere Ohren sind dabei im Dauereinsatz, denn im Gegensatz zu Augen können wir unsere Ohren nicht verschließen. Selbst im Schlaf sind die Ohren immer auf Empfang geschaltet. Rund um die Uhr. Und das belastet den Organismus.

Lärm ist etwas Subjektives

Was den einen stört, ist für den anderen vielleicht angenehm. Der Lärmpegel alleine sagt noch nichts über den Belästigungsgrad aus. Ein Liebhaber von Wagner-Musik empfindet diese selbst in hoher Lautstärke als angenehm, während sich ein Nachbar dadurch belästigt fühlen kann.

Medizinisch bewiesen ist jedoch, dass permanente Lärmbelästigung zu Herz-Kreislauferkrankungen und Schlaf- sowie Konzentrationsstörungen führen kann. Unser Gehör ist evolutionsbedingt auf Empfang von Gefahr geschaltet. Lärm bedeutet Gefahr – und bei Dauerlärm werden ohne Unterbrechung Stresshormone ausgeschüttet. Das führt zu Lern- und Konzentrationsstörungen, Nervosität und Aggression. Selbst das Immunsystem kann unter dem Dauerlärm leiden.

Der Körper reagiert auf die Dauerberieselung

Im schlimmsten Fall kann Lärm zu einer dauerhaften Schädigung des Gehörs führen. Starker Lärm schädigt die feinen Haarzellen im Innenohr, was zu einem Hörverlust führen kann. Auch Tinnitus kann die Folge von Dauerlärm sein. Betroffene haben dabei ein permanentes Rauschen, Pfeifen oder Klopfen im Ohr – oft kombiniert mit einer Hörschwäche.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, während des Tages einen Grenzwert von 55 Dezibel nicht zu überschreiten. Ein schwieriges Unterfangen, denn in vielen Büros sind 60 Dezibel durchaus normal. Straßenverkehr erzeugt eine Lautstärke von 70 bis 80 Dezibel, wobei bei einer Steigerung des Schalls um 10 Dezibel für die Ohren als doppelte Belastung wahrgenommen wird.