Raumdüfte

Gesundheitsrisiko durch Duftstoffe

Düfte sind überall. Sie kommen in Kosmetika, Parfüms, Wasch- und Putzmitteln vor. Immer öfter werden auch Räume mit Duftstoffen versehen, um schlechte Luft zu kaschieren. Umweltmediziner raten vom Einsatz chemischer Duftcocktails ab, um gesundheitliche Schäden und Allergien zu vermeiden.

Die Werbung will uns vermitteln, dass Duftlampen oder Raumsprays für eine bessere Luft und gesteigertes Wohlbefinden sorgen. Gerade das Gegenteil ist der Fall. Durch die Verwendung von Düften wird die Raumluft mit allergieauslösenden Chemikalien angereichert.

Düfte als Allergieauslöser

Etwa 3.000 Riechstoffe werden von der Duftstoffindustrie in Wasch-, Reinigungsmitteln, Kosmetika und für den Gebrauch in Innenräumen eingesetzt. Nur etwa zehn Prozent der Duftchemikalien sind ausreichend analysiert. Die Duftstoffe, die aus einigen wenigen oder einer Mischung mehrerer Substanzen bestehen können, werden eingeatmet oder gelangen über die Haut in den Körper. Wie und ob Duftstoffe zu körperlichen Krankheitssymptomen führen, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt. 

Unbestritten ist aber, dass Duftstoffe nach Nickel als häufigste Auslöser von Kontaktallergien gelten. Betroffen sind vor allem Kleinkinder, Menschen mit geschwächtem Immunsystem und bereits vorhandener Kontaktallergie gegen Nickel. Allergikern bleibt als einzige Lösung, Gerüchen aus dem Weg zu gehen. Ein Ding der Unmöglichkeit bei bedufteten Geschäften und Gegenständen.

Duft statt Frischluft

Bei Gerüchen, die sich als besonders hartnäckig erweisen, kommen Luft- und Textilerfrischer bzw. Geruchsabsorber zum Einsatz. Zigarettenrauch, der längere Zeit in Polstermöbeln, Vorhängen oder Teppichböden hängenbleibt, wird dann mit Aerosolen, Sprays und Zerstäubern, die Sofortwirkung entfalten, oder Verdunstern und Verdampfern mit Dauerwirkung zu Leibe gerückt.

Durch poröse Materialien wie Keramik, Gips, Holz oder Papier werden die Duftstoffe langsam in die Luft abgegeben. Auch Produkte, die an die Steckdose fixiert oder in den Staubsauger gegeben werden, sind auf dem Markt. Ihnen allen ist gemeinsam, dass ihr gesundheitliches Risiko durch die Duftstoffe nicht ausreichend geklärt ist. Die Qualität der Luft können sie zudem nicht aufwerten.

Weniger ist mehr

Mediziner raten auch bei ätherischen Ölen, die für Duftlämpchen, Duftkerzen und Räucherstäbchen verwendet werden, zu hundertprozentiger Reinheit und sparsamem Umgang. Für die Beduftung eines Raums mit einer Duftlampe reichen schon sechs bis zehn Tropfen bei einer maximalen Brenndauer von drei bis vier Stunden.

Die Flüssigkeit soll nie vollkommen verdampfen, weil eingebranntes Öl krebserregende Stoffe enthält. Duftfreie Tage sind generell empfehlenswert. Ist man nämlich längere Zeit einem intensiven Duft ausgesetzt, können Kopfschmerzen die Folge sein. Auch Duftbäume für Pkws sind nicht zu empfehlen, weil sie extrem hohe Mengen an allergisierenden Duftstoffen enthalten können.

Richtiges Lüften

Die beste Möglichkeit, unliebsame Gerüche aus den Wohnräumen zu entfernen, ist immer noch regelmäßiges Putzen mit duftstofffreien Mitteln und richtiges Lüften. Es hat auch den Effekt, dass Schimmelbildung vermieden wird. So geht's:

  • Nicht dauerhaft Fenster kippen!
  • Querlüften für 1 bis 5 Minuten, 3- bis 4-mal am Tag: Fenster und Türen des Raumes, am besten gegenüberliegende, gleichzeitig öffnen.
  • Stoßlüften für 5 bis 10 Minuten, 3- bis 4-mal am Tag: Fenster eines Raumes ganz öffnen.