Botox-Behandlung bei einem Mann

Männer unterm Messer

Operieren oder lieber nicht?

Schönheits-Behandlungen sind längst keine Domäne der Frauen mehr. Auch das starke Geschlecht übt sich in Eitelkeit, setzt auch auf äußere anstatt nur auf innere Werte und versucht, sein jugendliches Aussehen länger zu bewahren. Koste es, was es wolle – und dafür legen sich einige Männer sogar unters Messer. Ein Interview mit Prim. Dr. Hintringer bringt Licht ins Dunkel.

Ewige Jugend

Der Drang, seinen Körper zu verändern oder zu verbessern, ist ja nichts Neues. Nur waren es bis jetzt meist die Frauen, die nach ewiger Schönheit und Jugend strebten. Seit geraumer Zeit ändert sich diese Situation aber. Schönheit oder gutes Aussehen standen schon früher und stehen auch noch heute für Einfluss und Macht, und das ist wiederum bekannterweise anziehend.

Schöne Männer?

Interessanterweise wurde an Männer bisher nie der Anspruch gestellt, "schön" zu sein. Seit Urzeiten sind es Eigenschaften wie Stärke, Vitalität und Durchsetzungsvermögen, die Männern zugeschrieben werden. Dass Männer aber durchaus schön sein können (und dürfen) und es zu Recht auch bleiben wollen, ist erst seit einigen Jahrzehnten im Wandel. Auf dieses Bedürfnis haben Kosmetikkonzerne reagiert und produzieren immer häufiger eigene Pflegelinien für Männer. Somit wird mit der Zeit ein eigenes Schönheitsideal für Männer kreiert.

Keine reine Damenangelegenheit

Laut Primarius Dr. Hintringer, dem Präsidenten der Österreichischen Gesellschaft für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie werden geschätze 40.000 kosmetische Eingriffe pro Jahr in Österreich durchgeführt. Exakte Werte gibt es dazu aber nicht, da diese Eingriffe privat bezahlt werden müssen und in keine offizielle Statistik aufgenommen werden. Das Verhältnis der Frauen zu den Männer ist hierbei, wiederum Schätzungen zufolge, 9 zu 1. Schönheitsoperationen waren dem Experten zufolge noch nie eine reine "Damenangelegenheit", obwohl der Anteil der Männer in den vergangenen 20 Jahren durchaus gestiegen ist. Noch immer bilden Frauen aber den Hauptanteil. Grund dafür ist, dass Männer in der heutigen Zeit einfach körper- und schönheitsbewusster geworden sind.

Die häufigsten Eingriffe bei Männern

Dr. Hintringer zufolge bilden, ebenso wie bei den Damen, Fettabsaugungen einen hohen Anteil der kosmetischen Eingriffe bei Männern.
Ein häufiges Problem stellt auch - siehe da - die männliche Brustpartie dar. Hier geht es aber anders als bei den Frauen natürlich nicht um die Vergrößerung, sondern um eine verkleinernde Korrektur. Diese kann gesundheitsbedingter oder nur rein kosmetischer Natur sein. In beiden Fällen wird dem Patienten überschüssiges Brustgewebe entfernt und die Brust so abgeflacht. Die Ursache ist hierbei eine Vergrößerung der männlichen Brustdrüse, die so genannte "echte" Gynäkomastie, die zwar keine Beschwerden verursacht, oft aber ein Anzeichen für andere Erkrankungen ist. Im Gegensatz dazu sind es bei der sogenannten "unechten" nur Fetteinlagerungen, die den Männern das Leben schwer machen.

Des Weiteren klagen männliche Patienten oft über hängende Lider oder lästige Tränensäcke, die sie müde erscheinen lassen und die sie deshalb operativ bekämpfen wollen. Auch Nasenkorrekturen und Doppelkinnentfernung sind gefragt.