Essstörung Bulimie (Ess-Brechsucht)

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Warum soll krank sein, was alle Welt schön findet? Trotz der öffentlichen Diskussionen um magersüchtige Stars und Models ist keine Ablöse dieses Schönheitsideals in Sicht. Das Problem dabei: Diese Vorbilder prägen. Und machen krank...

"Schaut euch doch mal die Models an, die haben auch alle so eine Figur", rechtfertigt eine Wecarelife-Userin ihr eigenes Untergewicht in einem Kommentar. Sie trifft den Nagel damit auf den Kopf. Manchmal ist es der Sportlehrer, der die jungen Mädels als zu fett abstempelt und ihnen Höchstleistungen nur gegen Abspecken in Aussicht stellt. Manchmal sind es Schauspielerinnen wie Angelina Jolie, die mit dünnen Ärmchen an der Seite von Brad Pitt ganz beseelt aus den Hochglanzmagazinen lächelt. Von den internationalen Laufstegmodels ganz zu schweigen, die bei einer gewünschten Mindestgröße von 1,80 m in "Size zero", also Kleidergröße 32 (!!) passen müssen.

Untergewicht kann lebensbedrohlich sein

Was viele nicht wissen: Untergewicht kann auf lange Sicht die Gesundheit gefährden, im Extremfall sogar tödlich sein! Ein durchschnittliches Model wiegt auf 180 Zentimeter Körpergröße 55 Kilo und hat demnach einen Body-Mass-Index (BMI) von 17. Ab einem Body-Mass-Index von unter 18,5 spricht die WHO (Weltgesundheitsorganisation) von Untergewicht. Unter 16 wird es für die WHO sehr ernst. sowhat, ein in Wien 15 ansässiges Institut für Menschen mit Essstörungen, macht in einer Kampagne aufmerksam auf die Folgen des Schlankheitswahns: "Wer zu viel abnimmt, verliert mehr als nur ein paar Kilo", heißt es da. Ständiger Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen, allem voran Kalzium, verändert Haut, Haare, Nägel und Zähne. Laut Andreas Karwautz, Professor an der Medizinischen Universität Wien und Experte für Essstörungen, endet bei etwa neun Prozent der magersüchtigen Frauen die Krankheit sogar tödlich.

Laut Statistik Austria haben 2,9 Prozent der über 20-jährigen Österreicherinnen, hingegen nur 0,6 Prozent der Österreicher einen BMI von unter 18,5. 1999 waren 3,3 Prozent der Frauen und 0,9 Prozent der Männer betroffen. Bereits seit 1991 sind die Zahlen rückläufig. Adipositas, sprich Fettleibigkeit, hat indes stetig zugenommen und wird von der WHO als das deutlich größere Problem angesehen. Die Zahlen täuschen allerdings, weil die unter 20-Jährigen von der Statistik Austria nicht erfasst sind.

An der Medizinischen Universität Wien geht man davon aus, dass 0,5 bis ein Prozent der heranwachsenden Mädchen in Österreich ernsthaft an Magersucht (Anorexie) erkranken, zunehmend häufiger jetzt auch Frauen über 25 Jahren. Bulimie (Ess-Brech-Sucht) tritt hingegen gehäuft bei 18- bis 35-Jährigen auf. In Österreich sind es zwei bis vier Prozent. Bulimikerinnen sind allerdings meist normalgewichtig.