Schadstoffe im Wohnbereich

Autorin: Mag. Sonja Tautermann

Aktualisiert am: 17.01.2011

Wenn Wohnen krank macht

Schadstoffe im Wohnbereich zu vermeiden ist schwieriger als man denkt. Immerhin verbringen wir einen Großteil unseres Lebens in Innenräumen. Farben, Lacke und Möbel, aber auch Zigarettenrauch belasten die Atemluft. Vor allem Kinder und empfindliche Menschen reagieren leicht gereizt. Was Sie tun können, um Schadstoffe zu vermeiden.

Wer unter Symptomen wie Kopfschmerzen, gereizten Schleimhäuten, Hüsteln, Niesen und/oder brennenden Augen leidet, denkt dabei sicherlich nicht gleich an eine Schadstoffbelastung in Innenräumen. Doch: nur wenige Schadstoffe haben einen typischen Geruch, an dem man sie erkennen kann. Häufig sorgen mehrere Chemikalien gleichzeitig für dicke Luft. Neben Baumaterialien, Farben, Lacken und Bodenbelägen können Schadstoffe beispielsweise auch durch Zigaretten, Kerzen, Duftlampen oder Putzmittel in die Luft gelangen.

Schadstoffe wirken oft versteckt

Die Palette von Schadstoffen ist vielfältig und reicht vom bekannten Schimmel über Formaldeyhd, das beispielsweise aus Spanplatten entweicht, bis hin zu Schädlingsbekämpfungsmitteln. Letztere sind beispielsweise im Wollteppich im Wohnzimmer oder im Holzschutzmittel von Fenstern versteckt.

Wolfgang Mück, Baubiologe und Architekt, erläutert im Ratgeber "Wohnen ohne Gift", wie Schadstoffe auch noch Jahre später unbemerkt unsere Gesundheit negativ beeinflussen können. So weisen viele Holzschutzmittel beispielsweise Halbwertszeiten von zehn Jahren auf. "Das heißt, dass diese Gifte noch immer unsere Wohnungen belasten. Sie wirken meistens über die Luft, gelegentlich auch über den Hautkontakt." Ein Beispiel: "Sie können einen Kleiderkasten haben, der mit einem Holzschutzmittel behandelt worden ist, in dem wird die Bettwäsche aufbewahrt. Die Wäsche wird auf das Bett gelegt und Sie liegen danach acht, neun Stunden darin. Wenn dann möglicherweise veränderte Blut- oder Urinwerte auftreten, wird das in diesem Fall nicht über die Luft, sondern über den Hautkontakt verursacht. Es gibt also Wirkmechanismen, die sehr oft im Versteckten ihre Wirkung entfalten, da in diesem Fall die Luftwerte einwandfrei sind", so Mück.

Hohe Schadstoffkonzentrationen in Wohnbereich

"Trotz der Bemühungen der baubiologischen Bewegung seit den 1990er-Jahren um Schadstoffreduzierung und Grenzwerte gibt es in vielen Wohnungen Schadstoffkonzentrationen, die zur sofortigen Evakuierung führen würden, müssten die diesbezüglichen Grenzwerte für Arbeitsplätze eingehalten werden", heißt es im Ratgeber "Wohnen ohne Gift" vom Verein für Konsumenteninformation.

Schimmel

"Ich habe schon vor 15 oder 20 Jahren als einer der Ersten angeführt, dass jede vierte Wohnung in Österreich Schimmelbefall aufweist. Das wurde später durch das Allergiezentrum bestätigt, die ähnliche Werte nachgewiesen haben", so Mück. Zudem steige die Luftfeuchtigkeit in Räumen durch zu dichte Fenster und zu wenig Lüften an. Und Schimmelbefall ist ja bekanntlich immer mit zu hoher Luftfeuchtigkeit verbunden.


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