Scheidenentzündung

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Autorin: Mag. Beatrix Aigner-Köfinger
Aktualisiert am: 19.12.2011
Teil 1: Entzündliche Erkrankungen der Scheide
Teil 2: Scheidenentzündung: Symptome, Diagnose, Behandlung
Entzündliche Erkrankungen der Scheide
Eine gesunde Scheide ist mit verschiedensten Bakterien und Pilzen besiedelt. Besonders wichtig sind Milchsäurebakterien, die für ein saures Milieu sorgen und so die Scheidenflora vor Erregern schützen. Ist das Gleichgewicht gestört und gewinnen andere Bakterien, Pilze, Viren oder Einzeller die Oberhand, können sich entzündliche Erkrankungen der Scheide entwickeln. Bei den Betroffenen zeigt sich das oft in unangenehmen Symptomen wie Ausfluss oder Beschwerden beim Wasserlassen.
Alle entzündlichen Erkrankungen der Scheide werden unter dem Begriff Scheidenentzündung zusammegefasst. Weitere Bezeichnungen sind Vaginitis und Kolpitis. Scheidenentzündungen sind ein sehr häufiges Leiden, das Frauen jeden Alters betrifft, besonders aber Frauen nach den Wechseljahren oder mit einer Abwehrschwäche.
Scheide im Gleichgewicht
Die Schleimhaut der Scheide ist mit verschiedenen Mikroorganismen besiedelt, die für eine ganz individuelles Milieu sorgen, das von der hormonellen Situation und dem Alter abhängig ist. Bei Frauen im gebärfähigen Anteil machen die Milchsäurebakterien (Laktobazillen) den Hauptanteil aus. Sie wandeln die Zuckerstoffe in der Scheide in Milchsäure um und sorgen so für ein saures Milieu (pH-Wert ca. 4). Die Milchsäure hemmt das Wachstum von schädlichen Krankheitserregern und bietet so Schutz vor Infektionen. Ist das Gleichgewicht gestört, gewinnen andere Mikroorganismen wie Bakterien, Pilze, Viren oder Einzeller die Oberhand und das Scheidenmilieu verändert sich. Damit funktioniert die Bekämpfung von Erregern nicht mehr und es kommt zu einer Entzündung.
Ursachen für Scheidenentzündungen
Äußere und innere Einflüsse können einen ungünstigen Einfluss auf das Gleichgewicht der Scheidenflora haben und einer Entzündung den Boden bereiten. Zu den häufigsten Auslösern gehören die Einnahme von Antibiotika oder Immunsuppressiva (z. B. Kortison-Präparate), Veränderungen im Hormonlevel aufgrund von Schwangerschaft, Stillen oder Menopause, die Verwendung von Scheidenspülungen, übermäßige Intimhygiene, chemische Stoffe in Cremen oder Gels zur Abtötung von Sperma – auch manche Kondome enthalten solche Spermizide – und Geschlechtsverkehr (besonders Analverkehr). Das Risiko für Scheidenentzündungen ist ebenfalls erhöht bei Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2 sowie HIV/Aids.
Bakterien als Auslöser
Die Palette der Auslöser für eine Scheideninfektion ist breit und nicht selten sind gleich mehrere Erreger zugleich schuld an den Beschwerden. Häufig sind Bakterien wie Gardnerella vaginalis, Staphylokokken, Streptokokken oder Escherichia coli-Bakterien verantwortlich. Diese Form der Erkrankung wird als bakterielle Vaginose bezeichnet.
Pilzinfektion
Pilze gehören gelegentlich in geringem Ausmaß zu einem gesunden Scheidenmilieu. Sind die Milchsäurebakterien nicht mehr ausreichend vorhanden, können sich Pilze leicht ausbreiten. Hauptsächlich ist das Candida albicans, der besonders gerne nach einer Antibiotika-Therapie auftritt.
Virenbefall
Viren wie das Humane-Papilloma-Virus (HPV) oder Herpes simplex-Virus (HSV) können Scheideninfektionen bedingen. Bei HPV unterscheidet man zwischen Niedrigrisiko- und Hochrisiko-Viren. Erstere lösen gutartige, kleine bis sehr große Feigwarzen aus. Die Hochrisiko-Viren können zu einer Vorstufe von Gebärmutterhalskrebs führen. Herpes-Viren zeigen sich in roten Herpes-Bläschen und können von Fieber, Muskelschmerzen und Müdigkeit begleitet sein.
Infektion durch Einzeller
Die meisten Probleme unter den parasitären, einzelligen Organismen erzeugt Trichomonas vaginalis. Dieser Erreger wird hauptsächlich beim Geschlechtsverkehr übertragen. Beim Mann finden sich die Trichomonaden in der Prostata, wo sie keine Symptome erzeugen. Bei der Frau führt eine Infektion oft zu einem akuten, meist schmerzhaften Krankheitsverlauf. Es gilt, ein chronisches Auftreten zu vermeiden.
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