Schlafwandeln

Aktualisiert am: 28.04.2004

Schlafwandeln - Mythos und Wahrheit

Wer hat bei Schlafwandlern nicht ein Bild vor Augen, wo jemand im langen, wallenden weißen Nachthemd, am besten mit einer Schlafmütze auf dem Kopf und vor dem Körper ausgestreckten Armen im Mondschein einen Dachfirst entlangläuft? Mit diesem Filmbild hat Schlafwandeln nur mehr oder weniger zu tun. Was wirklich dahinter steckt, erfahren Sie hier.

Schlafwandeln, der Fachausdruck lautet Somnambulie, Noctambulismus oder auch Lunatismus (Mondsüchtigkeit), entspringt keineswegs den Hirnen gewiefter Filmemacher. Schlafwandeln ist ein instinktiver Vorgang, bei dem psychische Vorgänge zu körperlicher Aktivität führen. Das Besondere dabei. Der Schlafwandler befindet in einer aus dem Tiefschlaf entstandenen unvollständigen Weckreaktion.

Die Ursachen
Das unvollständige Erwachen hat größtenteils mit einer Unreife des Zentralnervensystems zu tun. Deshalb sind hauptsachlich Kinder zwischen 4 und 10 Jahren betroffen. Die nächtlichen Streifzüge enden großteils mit der Pubertät. Schätzungen sprechen von ein bis sechs Prozent aller Kinder, die von Somnambulismus - ebenso wie von Albträumen oder Nachtschreck - betroffen sind. Man geht auch von einer Erblichkeit dieses Phänomens aus, Nachtwandeln könnte also genetisch bedingt sein. Außerdem sind Männer scheinbar öfter davon betroffen als Frauen. Ebenso kommt das Phänomen Schlafwandeln bei älteren Menschen häufiger vor, weil Altersprozesse deren Gehirn beeinträchtigen. Weitere Ursachen: Stress, psychische Belastungen, Ermüdungszustände.

Die Auswirkungen
Schlafwandeln heißt nicht automatisch, dass ganze nächtliche Wanderungen unternommen werden. Meist im ersten Drittel der Nacht richten sich die Betroffenen etwa auf, führen monotone Bewegungen, wie Zupfen, Wischen, an der Bettwäsche herumwursteln, aus. Das Bett kann verlassen werden, Türen können geöffnet, Kleider angezogen, das Badezimmer besucht werden. Darstellungen, die Nachtwandler vom Mond wie magisch angezogen zeigen, liegen richtig: Schlafwandler suchen nach einer Lichtquelle, man vermutet zur Orientierung. In Zeiten der Elektrifizierung hat der Mond allerdings seine magische Anziehungskraft verloren, weil zahlreiche hellere Lichtquellen vorhanden sind.

Viele Beobachtungen haben gezeigt, dass Schlafwandler sich auf die Suche nach Essbarem machen. Werden sie fündig, so sind die Ansprüche ziemlich gering. Selbst Schokolade in der Folie, Bananen in der Schale, sowie nicht zum Verzehr geeignete Lebensmittel, fielen schon Schläfern zum Opfer.


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