Schnarchen

Autorin: Mag. Sonja Tautermann

Aktualisiert am: 20.10.2011

Die Schnarchspange

Der Schweizer Arthur Wyss bekam im Alter von 38 Jahren plötzlich schwere Schlafapnoen und trug ein halbes Jahr eine CPAP-Maske. Eine solche Maske pumpt mit Überdruck Luft in die Lunge, um Atempausen zu verhindern und das Wiedereinsetzen der normalen Atmung wieder zu ermöglichen. "Die CPAP-Maske war bisher die einzige wirksame Methode bei Schlafapnoe", sagt Wyss. Die Nachteile der Methode: sie ist teuer und durch die Notwendigkeit eines Kompressors nicht gerade praktisch bzw. handlich. Oberarzt Klaus Sinko, Kieferorthopäde im Wiener AKH, berichtet von einer Abbrecherate von fast 50 Prozent bei der Maskenbeatmung.

Der Medizinalelektroniker Wyss wusste, dass die Ursache für Schnarchen häufig eine Verengung im Rachenraum hinter der Nasenscheidewand war. So überlegte er, wie er diese Verengung konstant offen halten konnte. Er kam auf die Idee, einen Draht durch Nase und Mund  zu ziehen und sie vorne wieder zusammenzubringen. Prompt hatte er seine persönliche Entschnarch-Methode entwickelt, die er später noch mit einem Schlauch verbesserte. Die Schnarchspange war geboren.

Wirksamkeit und Kosten der Schnarchspange

Bei der so genannten "Velumount-Spange" handelt es sich um individuell angepasste Drahtkonstruktionen. Die Schnarchspange wird vor dem Schlafengehen eingeführt und am Morgen wieder herausgenommen. Werner Lammer ist einer der Anwender und trägt seit Februar 2010 eine solche Spange. Er ist begeistert, berichtet er: "Ich habe das Gefühl, dass ich viel besser schlafe. In der Früh fühle ich mich viel erholter und erwache voller Energie." Auch eine Studie am Kantonspital Liestal bescheinigt die Wirksamkeit der Methode. Sie war in 65 Prozent der Fälle gegen Schnarchen und in 55 Prozent gegen obstruktive Schlafapnoe wirksam.

Das Anpassen einer Spange inkl. Nachkontrolle und 3 Spangen kostet 490 Euro, später braucht man ca. alle zwei bis drei Monate eine neue Spange, wobei eine Nachbetreuung mit zwei Spangen 50 Euro kostet. Die Generali übernimmt beim Tarif "Privatarzt & Alternative Vorsorge" im Rahmen der "Heilbehelfe" einen Kostenersatz für die Schnarchspange (Leistungshöhe je nach Tarif unterschiedlich hoch). Voraussetzung dabei ist, dass eine ärztliche Verordnung und eine Diagnose bzw. ein Vorbefund vorliegt.


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