Schnarchen

Schnarchspange © Velumount GmbH, Schweiz
Autorin: Mag. Sonja Tautermann
Aktualisiert am: 23.06.2010
Was tun bei Schnarchen?
Die Schnarchspange ist natürlich nicht die einzige Möglichkeit bei Schnarchen und Schnarchapnoe.
Manfred Walzl von der Landesnervenklinik Graz rät zu einem breit gefächerten therapeutischen Vorgehen:
- Gewicht verringern bei Übergewicht
- Späte Mahlzeiten vermeiden
- Alkohol und (wenn möglich) Schlaftabletten vermeiden
- Nicht am Rücken schlafen (es gibt bereits Anti-Schnarch-Anzüge mit eingenähter Rückenrolle)
- Operative Eingriffe durch den HNO-Facharzt: diese reichen von der Beseitigung einer verkrümmten Nasenscheidewand über die Entfernung von Polypen bis hin zu Methoden mittels Laser- und Radiofrequenz
- Aufbiss-Schienen vom Zahnarzt
Rucksack, Tropfen, Spray und die neue Schnarchspange sind jetzt übrigens im Schlaflabor der Landesnervenklinik Graz getestet worden. Ein Rucksack, der verhindern soll, dass der Schlafende in der Rückposition liegt und schnarcht, wirkt nur dann, wenn das auf-dem-Rückliegen die Ursache fürs nächtliche Sägen ist. Schnarchspray, mit dem das Gaumensegel betäubt werden soll, und Schnarchtropfen, die über das limbische System wirken, waren nur bedingt wirksam. "Am besten hat die Schnarchspange abgeschnitten", so Walzl.
Schnarchschienen
Beim primären Schnarchen und bei leichten bis mittelschweren Formen einer obstraktiven Schlafapnoe können vom Zahnarzt Schnarchschienen angefertigt werden. Diese verlagern den Unterkiefer nach vorne und machen die Atemwege freier, erklärt Kieferorthopäde Sinko. Die Vorteile: einfach in Handhabung und Transport, es ist keine invasive Therapie notwendig. Der Experte weiß allerdings auch von den Nachteilen von Schnarchschienen. So seien etwa unerwünschte Zahnbewegungen oder Kiefergelenksbeschwerden möglich.
Chirurgische Eingriffe bei Schnarchen
Kieferchirurgische Eingriffe wiederum, bei denen der Ober- und/oder Unterkiefer vorverlagert wird, hätten zwar eine ungefähr 95-prozentige Erfolgsquote, so Sinko. Der Vorteil sei außerdem, dass keine Maskenbeatmung (CPAP-Maske) und auch keine Schnarchschiene mehr notwendig wären. Es handle sich dabei aber um einen 3- bis 4-stündigen Eingriff mit allen Operationsrisiken wie Blutungen oder Infektionen. "Wir wären glücklich über ein einfaches Gerät", sagt er in Hinblick auf die Hoffnungen, die die neue Schnarchspange den Betroffenen macht.
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