Schüßler-Salze

Aktualisiert am: 07.03.2011

Wirksamkeit nicht bewiesen

Die Aussicht, weniger Chemiekeulen mit saftigen Nebenwirkungen einnehmen zu müssen, klingt verlockend. Aber die Sache hat einen Haken: Bis heute ist die Methode wissenschaftlich nicht anerkannt. Und das ist nur ein Grund, warum die Zeitschrift Konsument von dem Heilverfahren, das fast zur Gänze in nicht-ärztlichen Händen liegt, abrät.

Vernichtendes Urteil im Konsument-Test

Dem Medium des unabhängigen Vereins für Konsumenteninformation war das Thema kürzlich einen elfseitigen Artikel wert. Das Urteil: "Der Nutzen der Biochemie nach Schüßler ist nicht belegt. Die Abwägung von Nutzen und Risiko fällt negativ aus. Schüßler-Salze sind zur Behandlung von Krankheiten nicht geeignet." Die medizinische und wissenschaftliche Nachvollziehbarkeit der Methode fehle, weshalb auch viele Apotheken darauf verzichten.

Darüber hinaus sah sich der Konsument an, wie es um die Beratung dort, wo die Salze angeboten werden, bestellt ist. Dazu schickte man under cover eine Testperson los, die vorgab, an Reizdarm-, Reizmagen- bzw. Reizblasensyndrom zu leiden und als Symptome abwechselnd Verstopfung und Durchfall, erhöhten Harndrang und Nervosität nannte. Das Ergebnis lässt zumindest bei den sieben durch Zufallsprinzip ausgewählten Wiener Apotheken jede Einheitlichkeit vermissen: Sowohl die Art der Mineralsalze als auch deren Dosierung unterschieden sich beträchtlich. Für dieselben Symptome reichten die Empfehlungen für ein und dieselbe Testperson von keinem bis zu zwölf verschiedenen Schüßler-Salzen. Teilweise wurde auf die Notwendigkeit einer Antlitzdiagnose oder den Besuch eines Arztes hingewiesen, anderswo fiel dies weg. In Apotheken, die eine Antlitzdiagnose durchführten, wurden besonders viele Präparaten empfohlen, sodass die Kosten, die generell sehr unterschiedlich waren, bei bis zu sagenhaften 189 Euro lagen.



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