Schwangerschaft
Expertin: Angela Paulczinsky
Aktualisiert am: 30.05.2006
Teil 1: Ein neues Leben entsteht
Teil 2: Schwangerschaftsverlauf
Teil 3: Embryo, Plazenta und Fruchtwasser
Teil 4: Der Körper stellt sich um
Teil 5: Das Kind im Mutterleib
Teil 6: Fünftes bis sechstes Monat
Teil 7: Siebtes bis neuntes Monat
Teil 8: Untersuchungen
Teil 9: Links & Foren
Der Körper stellt sich um
Die Schwangerschaft führt zu tiefgreifenden körperlichen und seelischen Veränderungen im weiblichen Organismus. Die Umstellung dient vor allem dazu, sich auf die neue Lebenssituation einzustellen.
Der Körper produziert nun schwangerschaftsspezifische und auch andere Hormone. Bis zum vierten Schwangerschaftsmonat passt er sich an den neuen Zustand an. Die werdende Mutter merkt das vor allem durch Kreislaufprobleme und allgemeines Unwohlsein. Vom fünften bis siebten Monat ist die Leistungsfähigkeit wieder komplett da, die Freude auf das Kind ist groß. Am Ende der Schwangerschaft nehmen die Beeinträchtigungen wieder zu, da der Bauch jetzt groß ist und die Angst vor der Geburt zunimmt.
Der Körper sorgt vor allem für eine starke Durchblutung des Gebärmutter und erhöht sein Blutvolumen. Der Organismus braucht jetzt mehr Eisen, um die größere Menge an roten Blutkörperchen zu produzieren. Auch das Herzvolumen und die Herzfrequenz steigen. Die Leber und die Nieren passen sich an die größeren Blutmengen an. Der Stoffwechsel stellt sich auf die Mehrbelastung ein und steigert seinen Energiehaushalt. Das zeigt sich vor allem durch die erhöhten Wassereinlagerungen im Körper, die auch für die starke Gewichtszunahme verantwortlich sind. Bis zu drei Kilo gehen auf das Konto des Gewebswassers.
Die Brüste werden in der Schwangerschaft größer und straffer. Auch die Brustwarzen werden empfindlicher. Wann und wie stark sich die Milchdrüsen aufbauen, hängt von den Hormonen ab. Schon ab dem zweiten Schwangerschaftsmonat produzieren die Brustdrüsen Vormilch, das so genannte Kolostrum. Nach dem fünften Monat sind die Brüste für die Milchproduktion und den Milcheinschuss bereit.
Um für die Geburt gerüstet zu sein, lockert sich das Gewebe im Geburtskanal auf. Aber auch die anderen Bindegewebe und die Gelenke geben nach. Die Haut dehnt sich, es können sich Schwangerschaftsstreifen am Busen, an den Hüften und am Bauch bilden.
Natürlich wirkt sich der veränderte körperliche Zustand auch auf die Psyche aus. Die Frau muss mit der neuen Situation fertig werden und sie in ihr Leben integrieren. Am Beginn der Schwangerschaft fühlt sich die werdende Mutter vor allem unsicher. Sie fragt sich, ob sie all dem gewachsen ist. Die hormonelle Umstellung macht sich auch psychisch bemerkbar. Vor der Geburt macht sich vor allem die Angst breit. Dazu kommt eine Portion Ärger über das Gewicht und die Anstrengung. Eine Frau, die den Bauch endlich los sein will, ist innerlich bereit für die Geburt.
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