Sehnenscheidenentzündung

Autorin: Mag. Beatrix Aigner-Köfinger

Aktualisiert am: 14.11.2011

Schmerzhafte Entzündung der Sehnenscheiden

Eine Sehnenscheidenentzündung ist in den meisten Fällen die Folge von ungünstigen Bewegungsabläufen und einer Überbeanspruchung in den Hand- und Sprunggelenken. Schonung und Ruhigstellen lässt die ziehenden Schmerzen nach einiger Zeit wieder verschwinden. In manchen Fällen erweist sich eine Entzündung der Sehnenscheiden aber als hartnäckig.

Eine Entzündung der Sehnenscheiden wird auch als Tendovaginitis bezeichnet. Die Krankheit kann theoretisch überall dort auftreten, wo es Sehnen gibt. Tatsächlich sind aber nur Handgelenk, Fuß (Achillesferse), Ellenbogen sowie die Schulter betroffen. Alle anderen Sehnen sind besser geschützt vor mechanischer Überbelastung, die typischerweise bei der Arbeit oder beim Sport auftritt. Es kommt auch vor, dass eine Entzündung der Sehnenscheiden in Zusammenhang mit rheumatischen Erkrankungen oder einer Infektion steht.

Es ist Aufgabe der Sehnen, die Kraft der Muskeln auf die Knochen zu übertragen und diese zu bewegen. Als Sehnenscheide wird die Hülle bezeichnet, die eine Sehne schützend umgibt und mit Gelenksflüssigkeit (Synovialfüssigkeit) gefüllt ist. Dies ermöglicht es den Sehnen, ohne große Reibung und Abnutzung hin und her zu gleiten.

Symptome

Die nicht-infektiöse Sehnenscheidenentzündung ist eine Folge von mechanischer Irritation, die durch die Wiederholung von ergonomisch ungünstigen Bewegungsabläufen entsteht. An der Innenseite der Sehnenscheide lagern sich in der Folge Eiweiße ab oder es entstehen durch Reibung kleine Verletzungen, also lokale Entzündungen. Die Sehne reibt sich dann bei jeder Bewegung daran. Dies zeigt sich an einer Schwellung im Bereich des betroffenen Gelenks, das sich zudem schwerer bewegen lässt. Typisch ist das Schmerz- und Spannungsgefühl entlang der Sehne, die sich auch durch Rötung und Überwärmung bemerkbar machen kann. Die Symptome treten entweder nur bei Bewegungsausführung auf oder auch in der Ruhestellung. Hin und wieder kommt es zum Auftreten eines "schnellenden Fingers" oder "Schnappfingers", bei dem die entzündete und geschwollene Sehne in der Sehnenscheide feststeckt und sich nur unter stärkerer Muskelanspannung wieder ruckartig löst.

Infektiöse Sehnenscheidenentzündung

Bei einer infektiösen Sehnenscheidenentzündung kommt es zum Befall mit Bakterien, die entweder von einer Stichverletzung der Sehne stammen können oder sich von einer anderen Infektion im Körper abgesiedelt haben. Diese Form ist gefährlicher als die mechanisch-bedingte Entzündung, da es zur Bildung von Eiter kommen kann. Dieses kann die Sehnen schädigen oder sogar zerstören. Eine Sehnenscheidenentzündung kann auch mit einer entzündlichen Gelenkserkrankung, wie rheumatoider Athritis, in Zusammenhang stehen. Bei dieser Form der Sehenscheidenentzündung können nur die Symptome behandelt werden, da das Rheuma bestehen bleibt – spezielle Rheumamittel stehen dafür zur Verfügung.

Wer ist betroffen?

Neben Personen, die lange Stunden am Computer arbeiten, sind auch Handwerker einem erhöhten Risiko ausgesetzt oder Personen, die ungewohnte handwerkliche Tätigkeiten verrichten. Dann gehören auch noch Musiker (z.B. Klavierspieler) zu den Betroffenen sowie Sportler. Hauptsächlich betrifft es um Sportarten, die mit dem Schläger (Tennis, Badminton etc.) ausgeführt werden oder Kraftsport, bei dem Gewichte bewegt werden. Die Achillessehne kann sich besonders bei Lauf- und Sprungsportarten entzünden.


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