Sinusitis und Bronchitis

Autorin: Ulrike Springer

Aktualisiert am: 17.09.2010

Zwei Seiten derselben Krankheit

Die Entzündung der Nasennebenhöhlen (Sinusitis) und Bronchitis werden nach neuesten, medizinischen Erkenntnissen als zwei Seiten derselben Erkrankung gesehen. Beide werden von Patienten und Ärzten oft nicht ernst genommen. Zu Unrecht, denn verschleppt und nicht behandelt können schwere Komplikationen auftreten.

Die kalte Jahreszeit steht vor der Tür, und damit haben Schnupfen, Husten & Co wieder Saison. Was als harmlose Erkältung beginnt, kann in der Folge jedoch auch zu einer Entzündung der Nasennebenhöhlen, in der medizinischen Fachsprache Sinusitis genannt, oder aber zu einer Bronchitis führen. Erstere geht mit Symptomen wie pochenden Schmerzen und Druckgefühl in den Stirn- oder Kieferhöhlen bemerkbar, die beim Bücken stärker werden. Die Bronchitis macht sich hingegen mit krampfartigen, oft pfeifenden Husten und Schmerzen in den Bronchien unangenehm bemerkbar. Für den Laien zwei unterschiedliche Krankheiten, sind Sinusitis und Bronchits neuesten medizinischen Erkenntnissen zufolge jedoch lediglich zwei Seiten derselben Medaille: Da die oberen und unteren Atemwege mit derselben Schleimhaut überzogen sind, sprechen Experten hier von den "United Airways".

Etagenwechsel der Erkrankung

Auf diesem Weg können sich Viren ausbreiten, leider oft am Anfang unbemerkt. Dehnt sich etwa eine Entzündung der Nasennebenhöhlen auf die unteren Atemwege aus und führt dort zu einer Bronchitis, sprechen Mediziner von einem "Etagenwechsel" der Erkrankung: "Meistens geht die Infektion der oberen Atemwege zeitlich und räumlich der Erkrankung in den unteren Atemwegen voraus", erklärte der Wiener Hals-, Nasen-, Ohren-Arzt Univ. Prof. Dr. Andreas Temmel, der auf einer Pressekonferenz in Wien mit dem Lungenfacharzt Prof. Dr. Wolfgang Petro aus Bad Reichenhall in Deutschland neue Erkenntnisse zu diesen Volkskrankheiten und die Konsequenzen für die Therapie erörterte. "Beschwerden der oberen Atemwege werden oft trivialisiert," sagte Temmel: "Dabei gibt es Studienergebnisse, die feststellen, dass die Lebensqualität durch eine chronische Rhinosinusitis stärker eingeschränkt wird als zum Beispiel durch eine Herzinsuffizienz", so der Wiener HNO-Arzt.

Akute und chronische Sinusitis

Wie und weshalb aus einer akuten Entzündung der Nebenhöhlen eine chronische Sinusitis wird, darüber herrscht in Fachkreisen jedoch Uneinigkeit: Von einer verschleppten, nicht behandelten akuten Nebenhöhlenentzündung ist ebenso die Rede wie von zwei Krankheiten mit völlig verschiedenen Ursachen, bei der die chronische Verlaufsform durch physische Besonderheiten des Patienten wie etwa einer schiefen Nasenscheidenwand oder Polypen bedingt ist. Dem entsprechend unterscheiden sich auch die Therapieansätze: Während bei einer akuten Nebenhöhlenentzündung abschwellende Nasensprays, schleimverflüssigende Medikamente, Inhalieren sowie Spülung der Nebenhöhlen mit Salzwasser, bei einer bakteriellen Folgeinfektion auch Antibiotika verordnet werden, verschreibt man Patienten mit einer chronischen Sinusitis in der Regel cortisonhaltige Nasensprays. Auch chirurgische Maßnahmen wie etwa das Entfernen von Nasenpolypen beziehungsweise die Korrektur einer verkrümmten Nasenscheidewand werden eingesetzt.

Oft bagatellisiert: Volkskrankheit Bronchitis

"Die Bronchitis ist eine echte Volkskrankheit. Auf 100.000 Einwohner kommen pro Woche etwa 80 Erkrankte mit einer Verdoppelung der Erkrankungsrate in den Wintermonaten. Kinder und Jugendliche sind noch häufiger betroffen", schilderte der Lungenfacharzt Wolfgang Petro auf der Pressekonferenz in Wien die Situation in Deutschland, die sich in Österreich ähnlich gestaltet. "Leider wird die Bronchitis oft bagatellisiert. Das führt dann zu den vielen chronischen Verläufen bis hin zur COPD (eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung, Anm. d. Red.), wo es für eine Heilung zu spät ist und wir nur noch die Symptome lindern können", sagte Petro: "Wir empfehlen, jede akute Bronchitis wirksam zu behandeln und vollständig auszuheilen. Sofort bei den ersten Anzeichen ist für die Verbesserung des Sekrettransports und des Abhustens zu sorgen. Dafür gibt es hochwirksame Schleimlöser wie Myrtol, das auch die Entzündung und die Erreger bekämpft."


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