Stressbewältigung

© Fotolia/Klaus-Peter Adler
Autorin: Mag. Sonja Tautermann
Aktualisiert am: 18.01.2010
Was tun bei Stress?
Wenn das Leben immer nur gleichförmig wäre, würden wir weder Freude noch Angst verspüren. Uns wäre schlichtweg langweilig. Doch was tun, wenn man sich chronisch gestresst fühlt und das Gefühl hat, nicht mehr aus dem Hamsterrad herauszukommen? Wir geben Tipps zur Stressbewältigung.
Seit 1936 kennt das Gesundheitswesen den Begriff "Stress", der aus der Physik entlehnt wurde: wenn ein Körper auf einen anderen Körper Druck ausübt. Für den Österreicher Hans Selye war er die "Würze des Lebens", also nicht unbedingt etwas Negatives. In unserem Sprachgebrauch meinen wir jedoch meist negativen Stress, wenn wir von Stress sprechen. "Das Auf und Ab ist an und für sich positiv – aber nur, wenn es nicht zu stark auf und ab geht", sagt Gesundheitspsychologe Prof. Rudolf Schoberberger vom Institut für Sozialmedizin an der Medizinischen Universität Wien anlässlich eines Vortrags zum Thema Stress.
Umgeben von "Stressoren"
Stressoren sind Reize, die zu Stress führen, wenn deren Intensität zu viel wird. Gehen wir vor die Tür, sind wir umgeben von Straßenverkehr, Lärm und großen Menschenmengen – all dies sind Stressoren. Auch am Arbeitsplatz lauern einige auf uns. Mangelnde Anerkennung, unzureichende Informationen, zu wenig Gespräche oder unklare Zielvorgaben stressen uns ebenso wie zu viele Aufgaben auf einmal zu haben.
Die Informationsflut kann ebenfalls zum Stressor werden. Die Kommunikationsgeschwindigkeit hat sich rapide verändert. "Früher gab es kein Handy, man hat Briefe geschrieben. Es hat Tage gedauert, bis man eine Antwort erhalten hat. Heute soll man blitzschnell auf ein E-Mail reagieren", illustriert Schoberberger den heutigen Normalzustand in unserer Gesellschaft.
Was den Stress verstärkt
Jeder reagiert anders auf Stress. Bestimmte Verhaltensweisen und Eigenschaften können Stress verstärken. Beispiele sind Menschen, die perfektionistisch veranlagt sind, ungeduldig sind, alles auf einmal machen wollen oder mit einer Einzelkämpfer-Mentalität durchs Leben gehen. Wer nur Negatives wahrnimmt oder Negatives verallgemeinert, macht sich zusätzlich Druck. Wenn alles zur Katastrophe wird oder gemacht werden "muss" bzw. man glaubt, alles sei gegen einen selbst gerichtet, verschlimmert man den empfundenen Druck noch mehr.
Krank durch Stress
Herzinfarkt, Bluthochdruck oder Verdauungsprobleme sind nur einige der Krankheiten, die mit Stress in Zusammenhang stehen. Manche Menschen neigen eher dazu, durch Stress krank zu werden. "Der A-Typ produziert selbst Stress", erklärt Schoberberger. Er ist als Workaholic dauernd unter Zeitdruck, zu spät dran oder muss weg. Daneben ist er aggressiv und übertreibt sein Konkurrenzdenken, er muss immer der Beste sein. Den A-Typ kennzeichnet seine Hudelei, er isst zu schnell und an einer Schlange anstellen kann er gar nicht.
"A-Typen entwickeln überzufällig häufig eine Krankheit", so der Gesundheitspsychologe. "Er muss lernen, seine Zeit besser zu organisieren, sein Verhalten überdenken und sich selbst Entspannung vergönnen." Denn auf Urlaub fahren und dort am Strand liegenbleiben könne der A-Typ nur, wenn er Arbeit dabei habe.
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