Thrombose

© Fotolia/Peter Atkins
Autorin: Mag. Beatrix Aigner-Köfinger
Aktualisiert am: 11.09.2010
Teil 1: Thrombose: Wenn das Blut klumpt
Teil 2: Symptomatik
Teil 3: Mögliche Ursachen
Teil 4: Diagnose und Behandlung
Thrombose: Wenn das Blut klumpt
Als Thrombose bezeichnet man den Verschluss eines Blutgefäßes durch ein Blutgerinnsel. Die häufigste Form ist die Venenthrombose, die in den tiefen Bein- und Beckenvenen ihren Ausgang nimmt. Wenn sich ein Teil des Blutgerinnsels löst und über den Blutstrom in die Lunge transportiert wird, spricht man von einer Lungenembolie. Dabei handelt es sich um eine lebensbedrohliche Komplikation.
In Zusammenarbeit mit Univ.-Prof. Dr. Erich Minar (Gefäßspezialist, Facharzt für Innere Medizin)
Eine Thrombose kann in allen Gefäßen, gleich ob Vene oder Arterie auftreten. In den meisten Fällen handelt es sich um eine Venenthrombose (Phlebothrombose), die in den Venen der Wadenmuskeln, genauer gesagt in den Vertiefungen der Venenklappen, ihren Ursprung hat. Eine Thrombose ist gekennzeichnet durch einen teilweisen oder vollständigen Verschluss einer Vene durch ein Blutgerinnsel (Thrombus), da es zur Blutgerinnung kommt.
Arterielle Thrombosen können zu Angina pectoris und Herzinfarkt führen. Bei ihnen ist die Schädigung der Gefäßwand – meist durch Arteriosklerose – ausschlaggebend für die Thrombose-Entstehung. Eine weitere Variante ist ein Blutgerinnsel im Herzen, das zu einem Schlaganfall führen kann.
Entstehung einer Thrombose
Als Verursacher einer venösen Thrombose gelten neben der Schädigung der Gefäßwand eine erhöhte Gerinnungsneigung des Bluts und die Verlangsamung des Blutstroms. Man spricht hierbei von der Virchow-Trias, die nach ihrem Entdecker (1856) benannt ist. Bei einem intakten Blutfluss sind die Faktoren, die das Blut flüssig halten und jene, die zur Blutgerinnung führen, um Wunden rasch zu verschließen, im Gleichgewicht. Schon kleine "Verletzungen" an der inneren Gefäßwand können eine erhöhte Gerinnungsbereitschaft bewirken und die Bildung einer Thrombose begünstigen. Solche Veränderungen entstehen durch Frakturen, Entzündungen, Blutergüsse, Prellungen, Zerrungen oder durch chirurgische Eingriffe im Bereich der Beine.
Ebenso kann die Verlangsamung des Blutstroms in Richtung Herz zur Entstehung eines Gerinnsels beitragen. Ein Stau des venösen Bluts in den Beinen tritt auf bei Bettlägerigkeit wegen Krankheit oder nach einer Operation (besonders an Becken, Knie und Hüfte) oder langem Sitzen mit eingeschränkter Bewegungsmöglichkeit.
Sonderfall Reisethrombose
Von Thrombosen können auch Personen betroffen sein, die keine besondere Neigung zu Venenstörungen haben. Bei der Reisethrombose besteht die Gefahr eines Blutstaus in den Beinvenen bedingt durch langes Sitzen mit angewinkelten Beinen im Rahmen von Flug-, Bus- oder Autoreisen (ab vier Stunden), Dehydration wegen geringer Luftfeuchtigkeit und vermindertem Luftdruck.
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