Aluminium im Haushalt

Aluminium im Haushalt - unsichtbare Bedrohung?

Aluminium findet sich in Nahrungsmitteln, Kosmetika und Verpackungsmaterialien. Lange Zeit galt das Leichtmetall als harmlos, doch neue Studien sind alarmierend: Aluminium soll für das Sterben von Nervenzellen verantwortlich sein, den Ausbruch von Alzheimer begünstigen und sogar Brustkrebs auslösen.

Glänzender Alleskönner im Alltag

Aluminium ist DAS Metall unserer Zeit! Seit seiner Entdeckung am Anfang des 19. Jahrhunderts ist es aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Es begegnet uns in der Elektrotechnik, in Lebensmitteln, in Verpackungsmaterialien, in Haushaltsgeräten, Kosmetika oder Medikamenten.

Auch in Trinkwasser ist das Leichtmetall von Natur aus enthalten, zusätzlich verwendet man Aluminiumsalze zur Wasseraufbereitung, um organische Verunreinigungen ausflocken zu lassen. Doch warum sollte Aluminium, das lange Zeit als harmlos galt, plötzlich schädlich für unsere Gesundheit sein?

Gift für unsere Gesundheit?

Erst in den 70er Jahren begannen sich britische Forscher dafür zu interessieren, welche Auswirkungen Aluminium auf den menschlichen Organismus hat – mit alarmierenden Ergebnissen. Gleich mehrere Studien haben gezeigt, dass das Metall bei der Entstehung und Entwicklung der Alzheimer-Krankheit eine Rolle spielen könnte.

Zudem ereignete sich 1988 ein tragischer Unfall an der englischen Nordseeküste, der für Aufsehen unter den Wissenschaftlern sorgte. Bei der Trinkwasseraufbereitung waren große Mengen Aluminium in die umliegenden Flüsse geraten.

Nach dem Unfall klagten zahlreiche Anrainer unter anderem über chronische Nervenschmerzen, Geschwüre, Hautausschläge und Gedächtnisprobleme. Unzählige Fische und Tiere, die in Kontakt mit dem verunreinigten Wasser kamen, starben.

Macht Aluminium krank?

Neuere Forschungsergebnisse geben weiteren Grund zur Besorgnis. 2014 publizierte ein Forscherteam der Universität Sydney die Resultate eines mehrjährigen Experiments mit Laborratten.

In der Fütterungsstudie erhielten drei Gruppen der Tiere über mehrere Jahre hinweg verschiedene Dosierungen von Aluminium in ihr Trinkwasser gemischt. Dabei zeigte sich, dass vor allem diejenigen Ratten häufiger zu Alzheimer-ähnlichen Gedächtnisstörungen neigten, die einer hohen Aluminium-Dosis ausgesetzt waren.

Zudem sorgten in letzter Zeit immer wieder Deodorants, die Aluminiumsalze enthalten, für kritische Schlagzeilen. Grund für den medialen Wirbel: Krebs-Experten haben einen möglichen Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Aluminium und der Entstehung von Brustkrebs entdeckt. Bisher fehlen aber eindeutige wissenschaftliche Beweise, die die Vermutung der Forscher belegen.

TWI-Wert als sicherer Schutz?

Nach wie vor herrscht Unklarheit darüber, wie viel Aluminium jeder Einzelne von uns durchschnittlich pro Woche aufnimmt. „Das hängt von zu vielen unterschiedlichen Faktoren ab, etwa wenn es um die Benutzung von Kosmetika und Verpackungen geht“, sagt Ariane Lenzner, Expertin vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Eine Durchschnittsangabe insgesamt erscheint daher nicht sinnvoll.

Anders bei der Aufnahme von Aluminium über die Nahrung: Nach einer Abschätzung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) liegt die durchschnittliche Aufnahme von Aluminium über die Nahrung bei 1,6 bis 13 Milligramm Aluminium pro Tag.

Dies entspricht 0,2 bis 1,5 mg/kg Körpergewicht pro Woche für eine 60 kg schwere Person. Der Grenzwert für Erwachsene (=tolerable weekly intake, TWI), der die tolerierbare wöchentliche Aufnahmemenge angibt, liegt derzeit bei einem Milligramm Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht.

Über die Nahrungsaufnahme allein scheint es also unwahrscheinlich, dass der TWI-Wert überschritten wird. Doch im Haushalt lauern viele andere versteckte Aluminium-Quellen, die zu weiterer Aufnahme des gefährlichen Metalls führen.

Tipps, um die Aluminiumbelastung im Alltag zu reduzieren

•    Auf hohen Aluminiumwert in Lebensmittel achten: Aluminium steckt von Natur aus in Lebensmitteln wie beispielsweise Tee, Kakao, Schokolade, Salat und Gemüse. In vielen Produkten steckt aber besonders viel!

Beim Konsum folgender Lebensmittel sollten Sie daher vorsichtig sein, da sie durch besonders hohe Aluminium-Werte auffallen: Fertig-Backwaren, Backmischungen, gebleichtes Mehl, Fertigkuchenteig, Donuts, Waffeln, Laugenbrezeln, farbige Süßigkeiten, Vanillepulver, Kaffeeweißer, getrocknete Kräuter, Käse und Tafelsalz.

•    Nur gefiltertes Leitungswasser trinken: Aluminiumsulfat wird u.a. als Flockungsmittel in der Wasseraufbereitung und Abwasserreinigung eingesetzt, wodurch die Konzentration von Aluminium in unserem Trinkwasser zunimmt. Trinken Sie daher nur gefiltertes Leitungswasser.

•    Auf E-Zusatzstoffe in Lebensmitteln achten: Auch hinter künstlichen Farb- und Zusatzstoffen verbergen sich häufig Aluminiumverbindungen, die z.B. als Überzüge von Zuckerwaren sowie für die Dekoration von Kuchen und feinen Backwaren zugelassen sind.

Im Einzelnen handelt es sich bei den Zusatzstoffen um den Farbstoff Aluminium (E173), um die Stabilisatoren Aluminiumsulfat (E520), Aluminiumnatriumsulfat (E521) und Aluminiumammoniumsulfat (E523), um die als Trennmittel eingesetzten Kieselsalze Natriumaluminiumsilikat (E554), Kaliumaluminiumsilikat (E555) und Calciumaluminiumsilikat (E556) sowie um Calciumaluminat (E598).

•    Auf Aluminium-Verpackungen verzichten: Packen Sie säurehaltige oder salzige Lebensmittel nicht in Aluminium-Folie ein, denn sie lösen das Aluminium besonders stark aus der Verpackung heraus. Zudem sollten Sie um Lebensmittel die in Dosen verpackt sind, einen weiten Bogen machen. Auch auf aluminiumhaltige Grillschalen, Kaffee-Kapseln oder Senf aus der Tube sollten Sie in Zukunft verzichten.

•    Kein Aluminium-Geschirr verwenden: Verwenden Sie kein Aluminium-Geschirr. Das Metall kann sich aus den Töpfen (aber auch aus Pfannen, Thermosflaschen oder dem Teekocher) herauslösen und so in das Lebensmittel gelangen. Aber auch durch Kratzen und Schaben im Geschirr können sich Partikel lösen. Verwenden Sie besser Geschirr aus Edelstahl.

•    Keine Kosmetika mit Aluminium kaufen: Bis Klarheit darüber herrscht, ob Aluminium ein Risikofaktor für Brustkrebs ist, sollten Sie auf die Verwendung aluminiumhaltiger Kosmetika (v.a. Deodorants, Sonnencremen und Zahncremen) verzichten.

•    Keine Medikamente mit Aluminium einnehmen: Aluminium wird auch in einigen Impfstoffen (als Wirkverstärker) und Medikamenten verwendet. Manche Impfstoffe (wie z.B. gegen Tetanus, Pneumokokken und FSME) und Medikamente (z.B. gegen Sodbrennen), die das Leichtmetall enthalten, stehen im Verdacht Autoimmunerkrankungen auszulösen und das Risiko für die Alzheimer-Krankheit zu erhöhen.

Weiterführende Links:

Deo ohne Aluminium
Wie gefährlich ist Aluminium?
Was Sie über Lebensmittelzusatzstoffe wissen müssen
Gift in Kosmetika