Intermittierendes Fasten

Vielleicht haben Sie bereits von den Begriffen intermittierendes Fasten oder Intervallfasten gehört und fragen sich, was an diesem Trend dran sein soll, und v. a., ob Sie ihn selbst einmal ausprobieren sollten? Denn im Vergleich zum Heilfasten geht es hierbei ja nicht um ein Dauerfasten, sondern um fixe Zeitfenster an jedem Tag, in welchen man bewusst auf eine Nahrungsaufnahme verzichtet. Sprich, es muss nicht über mehrere Tage hinweg auf Essen verzichtet werden und man hat zudem auch noch Vorteile in Bezug auf eine Gewichtsabnahme, insbesondere der Fettmasse, bei gleichzeitiger Erhaltung von Muskelmasse. Klingt gut? Dann erklären wir Ihnen heute, wie das in der Praxis aussehen kann.

Intervallfasten im Alltag

Gleich vorneweg sei erwähnt: Es gibt verschiedene Spielarten des Intervallfastens und diese hängen in erster Linie davon ab, was besser in das eigene Leben und den Alltag passt. Die zwei häufigsten Formen sind:

  • 1–0–1: Einen Tag essen, einen Tag nichts essen.
  • 16/8: 16 Stunden nichts essen und ein Zeitfenster von acht Stunden, in denen gegessen wird, sowie Abwandlungen davon (statt 16 Stunden werden oft auch „nur“ 14 oder zwölf Stunden praktiziert)

Bei beiden Formen gilt: Trinken ist jederzeit erlaubt, sofern es sich um ungesüßten Tee, schwarzen Kaffee in Maßen oder Wasser handelt. Manche schwören auch auf eine leicht gesalzene leere Gemüsebrühe.

Warum fasten?

Vielleicht fragen Sie sich jetzt, warum man überhaupt das Intervallfasten praktizieren sollte. Und ob das wirklich für jeden so gut ist. Intermittierendes Fasten bietet tatsächlich gesundheitliche Vorteile, aber es gibt auch Personengruppen, die besser darauf verzichten sollten.

Beginnen wir mit den Vorteilen:

  • Es steigert die Insulinsensitivität und kann damit einen präventiv positiven Effekt hinsichtlich Diabetes Typ II haben.
  • Die Stunden des Nichtessens initiieren im Körper einen wichtigen Prozess, nämlich die sogenannte Autophagie, bei welcher unser Körper quasi die Möglichkeit bekommt, seinen  zellulären Müll zu entsorgen, sprich, geschädigte Zellen können in dieser Zeit besser aussortiert werden. Diese Art der Selbstreinigung soll zudem auch einen Anti-Aging-Effekt mit sich bringen und auch in Bezug auf eine Krebsprävention förderlich sein.
  • Auch der Zuckerstoffwechsel wird dank des Intervallfastens stabilisiert, was dafür sorgt, dass wir weniger Heißhunger und Gelüste auf Süßes oder Salziges verspüren.
  • Der Geist kann davon profitieren, da sich viele dadurch wacher und klarer fühlen.
  • Es lässt sich oft eine Verbesserung der Blutfett- und Cholesterinwerte feststellen, was wiederum das Herz-Kreislauf-System schützt.
  • Intermittierendes Fasten wirkt sich auch auf den Blutdruck aus, denn dieser wird u. a. auch durch das Hormon Insulin beeinflusst. Steigt dieses an, steigt auch der Blutdruck. Wer zeitweise für ein paar Stunden fastet, trägt somit dazu bei, dass der Blutdruck sinken kann oder zumindest aus Ernährungsgründen nicht weiter ansteigt.
  • Der Körper bekommt die Chance, zur Energiegewinnung auf seine Fettdepots zuzugreifen, und verbrennt daher effektiv Körperfett.

So weit die gesundheitlichen Vorteile. Allerdings müssen diese nicht für jeden gegeben sein, denn es gibt auch Kontraindikationen, die gegen ein kurzzeitiges Fasten sprechen. Folgende Personengruppen sollten nicht oder nur nach ärztlicher Rücksprache und mit Unterstützung das Intervallfasten durchführen:

  • Kinder und Jugendliche
  • Schwangere und Stillende
  • Menschen mit Depressionen und Schlafstörungen
  • Menschen mit Essstörung oder früherer Essstörung
  • Menschen mit chronischen, zehrenden Erkrankungen
  • Menschen mit Erkrankungen der Leber, Galle oder Nieren, Gicht sowie Magengeschwüren oder Magenschleimhautentzündung
  • Menschen mit Drogen- oder Alkoholsucht