Gesunde Gewohnheiten schaffen

Kennen Sie das? Sie nehmen sich – einmal mehr – vor, ab nun endlich mehr für Ihre Gesundheit zu tun, gesünder zu leben, besser zu essen, sich mehr zu bewegen, nicht mehr zu rauchen. Und dann, bereits nach wenigen Tagen, manchmal sogar nur Stunden, passiert wieder mal etwas, das trotz aller Vorsätze ganz dringend zumindest einen Riegel Schokolade, einen gemütlichen Couch-Abend anstelle des Fitnessstudios oder ein paar Entspannungs-Zigaretten zum Kaffee notwendig macht? Da ist man gerade noch mit dem besten Willen losgestartet, aber irgendwie fühlt man sich unmittelbar danach schwach und überfordert. Wie soll man es nur jemals schaffen?

Kleine Schritte sind oft besser als große

Es gibt so viele Menschen auf dieser Welt und wir alle haben viel gemeinsam, aber in manchen Punkten sind wir auch sehr unterschiedlich. Zum Beispiel, wenn es darum geht, sich Ziele zu setzen und diese dann auch zu erreichen. Die einen brauchen riesige Ziele, wahre Visionen, um sich überhaupt auf den Weg zu machen, bleiben dann aber voller Einsatz dran. Großes Ziel, viel Engagement, durchaus auch Druck – aber genau das wollen und brauchen sie.

Die anderen fühlen sich von großen oder mehreren Zielen eher überfordert und ausgebremst. Und genau hier liegt für sie der Schlüssel zum Erfolg. Nämlich indem sie sich keine zu große Ziele zu stecken, und erst mal mit den kleinen Zielen beginnen. Mini-Schritte, dafür aber kontinuierlich und in die richtige Richtung. Wer radikale Veränderungen von sich erwartet, muss dabei auch überlegen, ob er tatsächlich in der Tiefe seines Herzens ein radikaler Typ ist.

Oder er muss es einfach ausprobieren. Ist man mit der Holzhammer-Methode allerdings schon mehrmals gescheitert, heißt das nicht automatisch, dass Hopfen und Malz verloren sind, sondern, dass man einmal eine andere Methode wählen sollte. Ganz nach dem Motto: How to eat an elephant? You have to cut it into small pieces. Kleine Schritte können somit genauso zum Ziel führen. Mit dem Vorteil, dass man leichter dranbleibt.

Neue, bessere Gewohnheiten schaffen

Geht es um neue Gewohnheiten, hilft nur eines: üben, üben, üben. Denken Sie ans Zähneputzen. Als Kind ein Krieg und keine Routine. Heute dagegen etwas, was wir einfach tun. Weil wir es durch tägliches Wiederholen geübt haben und daher auch nicht mehr hinterfragen. Genauso ist es auch mit jenen Gewohnheiten, die man neu in sein Leben bringen will: Übung macht den Meister.

Nach unserer Strategie der kleinen Schritte bedeutet das: Wir suchen uns etwas aus, was wir in Zukunft umsetzen wollen, und zwar etwas, das uns relativ leichtfällt, und beginnen, diese neue Gewohnheit umzusetzen.

Das könnte beispielsweise sein:

• Ab nun immer die Stiege statt den Lift zu verwenden

• Beim Zähneputzen immer für eine halbe Minute lang auf einem Bein stehen. Dann wechseln. Schult die Koordination und Balance.

• Täglich zwanzig Kniebeugen machen. Auf einmal oder über den Tag verteilt.

• Einmal am Tag ganz bewusst tief durchatmen. Tief über die Nase in den Bauch einatmen, der Bauch wird groß. Und noch länger ausatmen, der Bauchnabel zieht dabei leicht nach innen.

• Täglich mindestens 4.000 Schritte gehen; und langsam steigern (optimal sind 10.000 Schritte am Tag)

• Täglich nach spätestens 45 Minuten Dauersitzen kurz aufstehen.

• Täglich morgens ein Glas Bio-Weizengrassaft auf nüchternen Magen trinken.

• Täglich zehn Liegestütze machen. Auf einmal oder über den Tag verteilt. Auf Knien oder mit gestreckten Beinen.

• Täglich ein Glas Wasser mit frisch gepresstem Zitronensaft trinken. Im Sinne des Zahnschmelzes am besten mit Strohhalm.

• Einmal pro Woche einen Saft- und Suppentag einlegen und frische grüne Säfte und leckere frische Gemüsesuppen zubereiten und essen.

• Im Laufe einer Woche einen Mini-Triathlon absolvieren und dafür 300 Meter schwimmen, vier Kilometer gehen oder laufen und zwölf Kilometer Rad fahren. Egal ob die Einheiten an einem Stück oder über mehrere Tage aufgeteilt werden.

• Täglich drei Klimmzüge machen. Auf einmal oder über den Tag verteilt. Mit oder ohne Gummiband als Hilfsmittel.

• Den Arbeitsweg nutzen, um ein paar Schritte mehr zu machen. Eine Station früher aus öffentlichen Verkehrsmitteln aussteigen, weiter weg parken oder vor und nach der Arbeit für fünf Minuten spazieren gehen.

• Einmal am Tag für fünf Minuten am Minitrampolin federn und die Dauer langsam auf zehn Minuten erhöhen.

• Jeden Tag beim Einschlafen eine kurze Dankbarkeitsmeditation machen, indem man sich fragt, welche drei kleinen oder großen Dinge an diesem Tag besonders schön waren und wofür man von Herzen dankbar ist.

• Ab nun jeden Montag einen gesunden Tag einlegen. Ein Tag, an dem man individuell passend gesund isst, gesund trinkt, sich ein bisschen bewegt und je nach Typ entspannt. Ein gesunder Tag, wie man ihn sich aus dem Bilderbuch vorstellt. Der Vorteil dabei: Wir erwarten uns keine Bilderbuch-Woche. Erst mal üben wir unseren gesunden Tag nur am Montag. Sobald wir das Gefühl haben, dass das gut läuft, kann ein weiterer Wochentag nach Wahl folgen. Und wieder einer und wieder einer.

• Sich täglich folgende Affirmation vorsagen: „Ich will und ich kann.“

• Täglich ein X in den Kalender malen, wenn man an diesem Tag etwas für seine Gesundheit getan hat. Hat man einmal eine Kette von mehreren X, will man irgendwann nicht mehr, dass diese unterbrochen wird.

 

Was auch immer Sie besonders anspricht, starten Sie damit. Und nehmen Sie sich nicht zu viel auf einmal vor. Eine Sache reicht; wenn diese neue Gewohnheit sitzt, was meist drei bis vier Wochen dauert, dann können Sie die nächste Herausforderung dazunehmen. Wir wünschen Ihnen alles Gute auf Ihrem Weg. Gehen Sie es an und v. a. bleiben Sie dran!

 

Buchtipps

Soup up your life. 50 vegane Suppenrezepte für ein neues Körpergefühl. Elina Fuhrman

Bewegung liegt in deiner DNA. Wie man lernt, sich wieder natürlich zu bewegen, und dadurch gesund wird. Katy Bowman

Triathlon für Einsteiger. Jörg Birkel

Sitzen ist das neue Rauchen. Kelly Starrett

Buddhify your Life. Ruhig und gelassen bleiben im chaotischen Alltag. Rohan Gunatillake

Einatmen. Ausatmen. Da sein. Das Achtsamkeitsbuch für überall. Corinne Sweet

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