Gesunder Darm, gesunder Mensch

Früher wurde kaum über Darmgesundheit gesprochen. In den vergangenen Jahren hat sich das allerdings geändert. Immer mehr Bücher handeln von der Wichtigkeit der Darmgesundheit und gefühlt immer mehr Menschen klagen parallel dazu über Darmprobleme und Schmerzen. Reizdarm, Nahrungsmittelunverträglichkeiten & Co scheinen auf dem Vormarsch zu sein.

Der Darm als Sitz der Gesundheit

Unser Darm hat wesentlich damit zu tun, wie es uns im Gesamten geht. Unser Gesundheitszustand hängt somit also zu einem sehr großen Teil von einem gesunden Bauch ab. Denn wer immer wieder unter Bauchschmerzen, Krämpfen, Verdauungsstörungen und Unwohlsein zu leiden hat, bei dem leidet auch das allgemeine Wohlbefinden.

Ebenso kann sich die Aufnahme von Nährstoffen verringern, die Darmschleimhaut kann gereizt, entzündet oder bereits durchlässig sein, was als Leaky-Gut-Syndrom bezeichnet wird und weitere Symptome wie vermehrte Gasbildung, Blähungen, Krämpfe, Durchfall oder auch Verstopfung, Gelenkschmerzen, Hautausschläge oder auch eine verminderte Gedächtnis- und Konzentrationsfähigkeit zur Folge haben kann.

Und auch unser Immunsystem leidet folglich unter Umständen wie diesen, was uns anfälliger für Erkältungen und anderes macht. Umso wichtiger, dass wir unser „Mikrobiom Darm“, wie es in der Wissenschaft gerne genannt wird, bewusst hegen und pflegen.

Was Sie für einen gesunden Darm tun können

Auch wenn man oft das Gefühl hat, man hätte hier nicht viel Spielraum, so ist dem überhaupt nicht so. Denn man kann für einen gesunden Darm eine Menge tun. Das beginnt mit gezielten Untersuchungen, um etwaige Infektionen (z. B. Yersinien) und Nahrungsunverträglichkeiten (insbesondere Laktose und Fruktose) oder auch Allergien ausschließen zu können oder zu diagnostizieren. Auf Basis der Befunde sollte folglich eine Darmreinigung und -sanierung durchgeführt werden.

Einerseits ist es dabei wichtig, den Darm von Lebensmitteln und Stoffen, die ihn reizen, zu erlösen, indem man erst einmal für ein paar Wochen darauf verzichtet, andererseits sollte er auch wieder die Chance bekommen, eine gesunde Darmflora mit wertvollen, guten Darmbakterien aufzubauen. Denn diese sind für uns und unsere Gesundheit lebensnotwendig.

Allerdings werden diese durch die Gabe von Antibiotika und teils auch von anderen Medikamenten wie beispielsweise Schmerzmittel aus unserem Bauch vertrieben, wo sie dann eine echte Lücke für unsere Gesundheit hinterlassen. Umso wichtiger, wieder neue Darmbakterien „einzuladen“, sei es durch das Essen von Fermentiertem wie Kefir oder Sauerkraut (hier ist allerdings bei Histaminintoleranz Achtung geboten!) oder durch die Einnahme von Probiotika in Form von Pulvern oder Kapseln.

Auch L-Glutamin in Kapselform kann sich positiv auf den Dünndarm auswirken und dabei helfen, diesen wieder zu reparieren, weshalb es ebenfalls sehr häufig zur Darmsanierung eingesetzt wird.

Von besonderer Bedeutung ist außerdem Stressabbau, denn Stress wirkt sich sehr negativ auf unseren Magen-Darm-Trakt aus. Eine Hilfe können hier Meditation, Yoga oder andere Entspannungstechniken sein. Mittlerweile gibt es auch eine medizinische Bauchhypnose, um Reizdarm & Co zu besänftigen.

In Sachen Ernährung können individuell verträgliches Gemüse, insbesondere grünes Blattgemüse, Gurken, Zucchini und Brokkoli, Obst wie Beeren, alte Apfelsorten und Zitrusfrüchte, pflanzliche ungesüßte Milch (z. B. Mandelmilch) und glutenfreies Getreide wie Buchweizen, Teff, Quinoa, Amarant und Hirse sowie hochwertiges Fleisch und Fisch wie Wildlachs (wertvolle Omega-3-Fettsäuren!) hilfreich sein.

Dazu können Sie qualitätsvolle Öle wie Olivenöl extra vergine, Kokosöl oder Leinöl sowie Süßungsmittel in Maßen wie Honig (Achtung hier bei Fruktoseintoleranz), Bio-Rohrohrzucker oder Kokosblütenzucker verwenden. Kauen Sie immer bewusst und langsam, da die Verdauung bereits im Mund beginnt, indem das Essen mit Enzymen eingespeichelt wird.

Was der Darm nicht mag

Außerdem ist es hilfreich, zumindest für einige Zeit auf das zu verzichten, was der Darm gar nicht gut vertragen kann, nämlich:

  • Zucker
  • Künstliche Süßungsmittel
  • Alkohol
  • Schlafmangel
  • In manchen individuellen Fällen Laktose (Milchprodukte), Gluten (Weizen & Co), Lektine (z. B. in Hülsenfrüchten und Erdnüssen), Soja oder auch Nachtschattengewächse (z. B. Tomaten, Kartoffeln) sowie andere Lebensmittel, welche gefühlt nicht vertragen werden
  • Stress

Darüber hinaus ist es sinnvoll zu überprüfen, welche Medikamente wirklich eingenommen werden müssen und welche man sich sparen oder durch Hausmittel ersetzen könnte. Gerade Antibiotika sollten beispielsweise nur dann zum Einsatz kommen, wenn sie absolut angezeigt sind und nicht bereits bei einem einfachen Schnupfen.

Achten Sie auf Ihren Darm und behandeln Sie ihn gut!

Quellen & weiterführende Buchtipps zum Thema

  • Happy Darm von Dr.med. Vincent Pedre
  • Darmbakterien als Schlüssel zur Gesundheit von Dr. Anne Katharina Zschocke