Gesundheit – eine Frage der Technik

Die Digitalisierung macht auch vor dem menschlichen Körper nicht halt. Vielleicht haben Sie schon von dem Begriff „Mobile Health“ gehört. Damit sind mobile Gesundheitstechnologien gemeint, die der Diagnose, Überwachung und Therapie dienen.

Einige dieser Technologien streifen zugleich den Lifestyle- oder Fitnesssektor. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist die Apple Watch. Mit ihr lassen sich jederzeit Fitnesswerte wie Herzfrequenz, zurückgelegte Schritte pro Tag, Körpertemperatur u. Ä. messen und auswerten. Im Folgenden stellen wir einige weitere interessante Beispiele vor. 

Die intelligente Waage

In vielen Haushalten ist die intelligente Waage schon zum Alltagsgegenstand geworden. Die sogenannten „smart scales“ messen nicht nur das Gewicht, sondern ermitteln auch Körperfett, Wasseranteil, Muskel- und Knochenmasse sowie Body-Mass-Index und kcal pro Tag.

So entsteht ein umfassendes Bild der zentralen Eigenschaften des eigenen Körpers. In Verbindung mit dem Smartphone können Veränderungen im Zeitverlauf genau verfolgt werden. Eine der bekanntesten Waagen auf diesem Gebiet ist die TargetScale von Medisana.

Sehtest per App

Wer den Eindruck hat, dass sich die Sehstärke verschlechtert, kann für eine erste Einschätzung das Smartphone zu Rate ziehen. Hier stehen zahlreich kostenlose Apps zur Messung der Sehstärke zur Verfügung. Die Tests haben nicht die gleiche Qualität wie ein Test beim Augenarzt oder Optiker, doch für eine grobe Schnelldiagnose sind sie durchaus hilfreich. 

Der mobile Ernährungsberater

Neue Apps wie Rise bieten die Möglichkeit, die eigene Ernährung täglich mit einem Ernährungsberater abzustimmen. Der User gibt dazu sein individuelles Ziel an (z. B. abnehmen, mehr Energie empfinden o. Ä.) und lädt Fotos der Speisen hoch, die er am Tag zu sich genommen hat.

Im Gegenzug erhält er von dem Ernährungsberater Tipps. Während Rise bisher nur in den USA verfügbar ist, stehen uns hierzulande z. B. die Apps von Runtastic oder MyFitnessPal zur Verfügung. Bei diesen Anbietern erfolgt die Beratung nicht durch einen persönlichen Ernährungsberater, sondern durch den Algorithmus. Wie im echten Leben muss auch bei jeder dieser Apps konstant aufgezeichnet werden, was man gegessen hat, damit Muster erkannt und verändert werden können. 

 

Blutdruck

Im Umgang mit Diabetes spielt die Selbstkontrolle des Blutzuckers eine wichtige Rolle. Hierfür stehen kleine Devices zur Verfügung, die mit Messstreifen arbeiten. Neben der Bestimmung des Blutzuckers lassen sich u. a. Durchschnittswerte ermitteln oder der Zustand vor und nach den Mahlzeiten verfolgen.

Das Gerät MediTouch 2 connect ermöglicht zudem die Übertragung der Daten an das Smartphone, sodass man die Werte jederzeit im Überblick hat und bei Bedarf seinem Arzt mitteilen kann. Für die Auswahl des passenden Gerätes lassen Sie sich am besten von Ihrem Sie betreuenden Arzt beraten. 

Der Doc aus dem Internet

Unter Medizinern eher kritisch beäugt werden Symptomchecker und Krankheitssuchmaschinen im Internet. Dabei hat sich die Technologie in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt. Wer eine zweite Meinung einholen will oder mit bestehenden Diagnosen nicht weiterkommt, für den kann ergänzend die Nutzung medizinischer Suchmaschinen Sinn machen.

Sie ersetzen aber nicht den Besuch beim Doktor. Vereinfacht formuliert, hängt die Qualität der Diagnose davon ab, wie groß die Krankheitsdatenbank und wie gut der Algorithmus, der die Symptome mit den Krankheiten abgleicht, sind. Einige der führenden Datenbanken sind z. B. der Isabel Symptom Checker oder uptodate.com. Dahinter steht jahrelange Entwicklungsarbeit von Spezialisten-Teams aus Medizinern und Programmierern. 

In Österreich hat die Suchmaschine „Symptoma“ bereits wiederholt für Aufmerksamkeit in der Fachwelt gesorgt. Hinter Symptoma steckt nach Angaben des Herstellers eine der größten Krankheitsdatenbanken der Welt. Die Suchmaschine ist bisher ausschließlich für die professionelle Nutzung durch Mediziner bestimmt.

Eine weitere spannende Entwicklung stellt die mobile ärztliche Beratung dar. Ein Beispiel dafür ist die amerikanische App HealthTap. In dieser App schildert der User seine Symptome und erhält binnen weniger Stunden eine Ferndiagnose aus dem Ärztenetzwerk von HealthTap. Mit dem Premium-Abo wird zudem zeitlich unbegrenzter Video- und Textchat mit Ärzten angeboten. 

Diagnose

Können die mobilen Health-Lösungen uns also gesünder machen? Das hängt stark von der Art der Nutzung ab. Richtig eingesetzt können sie einen wertvollen Beitrag zur Gesundheitsfürsorge leisten. Aufzeichnungen wie die der intelligenten Waage oder der Ernährungs-Apps helfen Ihrem Arzt bei der Auswahl der effizienten Therapie. Apps wie der Sehtest können Tendenzen und hochwertige Krankheitssuchmaschinen bei komplizierten Diagnosen unterstützen. 

 

Quellen:

Symptomchecker

Uptodate

Symptoma

Mobile Health Forum