Kokosöl – neue Wunderwaffe oder alter Hut?

Kokosöl erobert gerade die Küchen. Dabei ist es eigentlich nichts Neues, denn in Asien ist es bereits sehr lange in Verwendung.

Nicht zu verwechseln mit dem billigen, meist raffinierten Kokosfett, gilt natürliches Kokosöl neumodisch ausgedrückt als Superfood. Das heißt, dass es ganz besondere Eigenschaften aufweisen soll. Und das stimmt auch!

Kokosöl besteht zwar zum Großteil aus gesättigten Fetten, von denen man in unseren Breiten bis dato wenig Gutes gehört hat. Doch der Unterschied zu anderen gesättigten Fetten aus Butter oder Schmalz ist jener, dass Kokosöl aus auffallend vielen mittelkettigen Fettsäuren (MCT = medium-chain triglycerid) besteht. Besonders hoch ist der Anteil an Laurinsäure, aber auch Caprinsäure und Caprylsäure sind vertreten.

Mittelkettige Fettsäuren sind besser wasserlöslich als langkettige Fettsäuren und werden dadurch leichter verdaut. Sie müssen nicht erst übers Lymphsystem transportiert werden, sondern gelangen direkt im Blut zur Leber. Dort werden sie bevorzugt oxidiert und weniger gern gespeichert. Außerdem werden sie eher zu Ketonkörpern verarbeitet als andere Fettsäuren. Aus diesem Grund sind sie in der Diätkost sowie in der ketogenen Ernährung recht beliebt.

Auch moderne eiweißreiche Diäten setzen bevorzugt auf MCT-Fette und Kokosöl.  

Mittelkettige Fette außerhalb der Kokosnuss

Nicht nur Kokosöl enthält nennenswerte Mengen an mittelkettigen Fettsäuren. Auch Milchprodukte wie Butter, Käse oder Joghurt enthalten diese Fettsäuren, vorausgesetzt, die Milch stammt von Weiderindern, die natürliches Gras zu fressen bekommen. Naturnahe Ernährung schmeckt also nicht nur besser, sie zahlt sich hinsichtlich des gesundheitlichen Nutzens sogar doppelt aus. 

 

 

Was stimmt? Der gesundheitliche Nutzen von Kokosöl am Prüfstand

• Leichter abnehmen? Es stimmt, dass mittelkettige Fette anders verstoffwechselt werden und pro Gramm weniger Kilokalorien liefern als langkettige Fettsäuren. Zusätzlich wird das Hungergefühl gedämpft. Kokosöl kann im Rahmen einer gesunden Ernährung das Abnehmen unterstützen, einen zu großen Effekt der Fette aufs Abnehmen sollte man sich allerdings nicht erhoffen. 

• Bessere Blutwerte? Auch hier stimmt es, dass die in Kokosöl enthaltenen mittelkettigen Fettsäuren positive Wirkungen auf Blutfettwerte und Nüchternblutzuckerwerte haben. Zusätzlich sind sie entzündungshemmend. Gemeinsam mit einem gesunden Lebensstil tut man so durchaus etwas fürs Herz-Kreislauf-System. 

• Schutz für den Darm? Ja, Kokosöl und mittelkettige Fettsäuren können die Darmflora auf günstige Art und Weise beeinflussen. Das wiederum hat positive Effekte auf die Verdauung und die Aufnahme essenzieller Nährstoffe wie Vitamine und Mineralstoffe. Auch Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa profitieren von einer Ernährung mit mittelkettigen Fettsäuren. 

Die Verwendung von Kokosöl

Kokosöl ist bei einer Temperatur von circa 25 Grad Celsius und darüber ölig bis flüssig. Zu empfehlen ist die Aufbewahrung an einem kühlen, dunklen Ort, noch besser im Kühlschrank. Dort wird es zwar hart, behält aber seine qualitativen Eigenschaften. 

Kokosöl ist sehr stabil, das heißt, dass es zum Braten, Backen und Kochen verwendet werden kann. Ideal passt es zu Gerichten, wo sich der leichte Kokosgeschmack harmonisch integriert, etwa zu Gerichten der Thai- oder Asia-Küche, aber auch für Pancakes und süße Palatschinken ist es sehr gut geeignet.

Übrigens: Auch als Handcreme für empfindliche Haut, als natürliche Lippenpflege oder zum Entfernen von Make-up kann Kokosöl sehr gut verwendet werden.