Tipps bei Menstruationsbeschwerden

Regelbeschwerden kommen meist nicht nur zum ungünstigsten Zeitpunkt, sondern manchmal auch in einer Stärke, die für viele Frauen nicht nur unangenehm, sondern sehr schmerzhaft ist. Dies kann verschiedenste Gründe haben: von Stress über eine milch- und fleischreiche Ernährung bis hin zu gynäkologischen Erkrankungen wie Myomen, Endometriose oder Adenomyose. Daher ist es wichtig, Menstruationsbeschwerden von einem erfahrenen Gynäkologen abklären zu lassen und wiederkehrende oder bestehende Schmerzen nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

Hilfe gegen die Schmerzen

Ist die Ursache für die Schmerzen abgeklärt, so gibt es eine Reihe von Hilfsmitteln abseits der klassischen Schmerzmittel wie Paracetamol, Ibuprofen & Co, die sich positiv auf die Beschwerden auswirken können. Im Zweifelsfall empfiehlt sich auf jeden Fall immer die konkrete Rücksprache mit dem Frauenarzt.

  • Mit Strom gegen den Schmerz: TENS-Geräte kommen eigentlich aus der Physiotherapie und schicken elektrische Impulse mittels Hautelektroden an die Schmerzstelle und sollen so Schmerzreize „abschalten“. Neue portable Geräte wie Livia (siehe weiterführende Links unten) können durch ihre handliche Größe auch gut im Alltag mitgenommen und eingesetzt werden und bei vielen Frauen die Schmerzen lindern.
  • Die individuell passende Ernährung: V. a. in der zweiten Zyklushälfte kann es helfen, weniger bis keine Milchprodukte, kein Weizen, weniger Zucker, keinen Alkohol und kein rotes Fleisch zu sich zu nehmen. Ebenfalls bewährt hat sich die Einnahme von entzündungshemmenden Fischöl- und/oder Nachtkerzenölkapseln sowie von hochwertigem, krampflösendem Magnesium (z. B. als Reinsubstanz als Magnesiumcitrat). Auch entzündungshemmendes frisches Kurkuma sowie Ingwer (z. B. als frisch aufgebrühter Tee) sowie die Verwendung kalt gepresster Öle können hilfreich sein.
  • Wärme & Wickel: und zwar nicht nur während der Periode selbst, sondern bereits vorher. Ob eine Wärmflasche am Bauch oder regelmäßige Wickel – beides mag der Unterleib sehr. Rizinusöl-Wickel werden v. a. bei Endometriose zwei- bis dreimal wöchentlich zwischen 20 und 60 Minuten eingesetzt (allerdings nicht während der Regel selbst, um die Blutung nicht zu intensivieren).
  • Entspannung: in Form von Bädern, Massagen, Ruhepausen, Yoga, autogenem Training oder Atementspannung – was immer Ihnen guttut, planen Sie es regelmäßig ein. Außerdem ist es für viele Frauen eine Hilfe, sich einen Tag vor der Periode sowie am ersten Tag der Blutung nichts oder nicht viel vorzunehmen, um einfach für sich sein zu können.
  • Das Blut fließen lassen: Manchen Frauen hilft es, anstelle von Tampons Menstruationstassen oder Binden zu verwenden, was bei ihnen zu einer Linderung der Schmerzen führt. Die neuartigen Menstruationstassen fangen das Blut auf und können wiederverwendet werden, was sie besonders nachhaltig und kostengünstig macht. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von verschiedenen Anbietern dieser Tassen (Link zu nachhaltiger Frauenhygiene siehe unten).
  • Sanfte Bewegung & Dehnen: Oftmals hilft es auch, wenn regelmäßige Bewegung und Dehnen am Plan stehen -- ob moderates Ausdauer- und/oder Krafttraining oder einfach als Stretching oder Yoga. Besonders Yin Yoga hat sich als sehr wohltuend erwiesen, da es bis zu den tiefen Faszienschichten und zum Bindegewebe vordringt und gleichzeitig einen stark entspannenden Effekt hat. Am besten eignen sich Dehnungen der Hüftgegend (wie der Ausfallschritt oder im Yin Yoga der Drache oder die klassische tiefe Hocke), des unteren Rückens (z. B. Sphinx) und der Beine (Oberschenkelvorderseiten-Dehnungen). Therapeutisch eingesetztes Yin Yoga kann damit eine große Hilfe sein, wenn es alle zwei, drei Tage für ca. 30 Min. (oder auch länger) praktiziert wird.
  • Kinesiologisches Taping: Von erfahrenen Experten wie Ärzten oder Physiotherapeuten geklebt, kann beispielsweise der sogenannte „Schmerzstern“ am unteren Rücken zu einer Schmerzlinderung beitragen, welche bis zu 24 Stunden anhalten kann.
  • Wärmepflaster: Mittlerweile gibt es selbstklebende Wärmepflaster nicht nur für den Rücken, sondern auch für den Unterbauch. Wem Wärme hilft, der findet darin eine praktische, nicht sichtbare „tragfähige Wärmflasche“ für den Alltag.
  • Tees: V. a. Schafgarbe, Gänsefingerkraut, Frauenmantel und Himbeerblätter gelten als „Frauenkräuter“ und können als Teemischung bei Menstruationsbeschwerden helfen. Sie sind in der Apotheke erhältlich.
  • Homöopathie & TCM: In beiden Fällen ist es unabdinglich, mit einem Experten des Gebiets über die genauen Beschwerden und Schmerzen zu sprechen, um so die richtigen Mittel für eine Behandlung festlegen zu können.
  • Osteopathie: V. a. bei Verwachsungen im Bauchraum kann diese eine gute Hilfe bei Schmerzen sein.
  • Den Körper besser verstehen lernen: Oft hilft es zudem, sich den körperlichen Vorgängen näher zu widmen, um zu verstehen, was der eigene Körper gerade durchmacht und leistet. Vielen Frauen tut es auch gut, den eigenen Zyklus zu beobachten, indem täglich die morgendliche Basaltemperatur vor dem Aufstehen gemessen und der Zervixschleim beobachtet wird. So lässt sich der gesamte Zyklus nachvollziehen, was die Bindung zum eigenen Körper weiter stärkt.

Weiterführende Buchtipps

Frauenkörper, Frauenweisheit von Christiane Northrup

Das Rushing Woman Syndrom: Was Dauerstress unserer Gesundheit antut von Libby Weaver

Nicht ohne meine Wärmflasche. Leben mit Endometriose von Martina Liel

Die „glückliche“ Gebärmutter. Innere Bilder – selbstheilende Kraft bei Unterbauchbeschwerden von Gabriele Pröll

Linktipps

Informationsplattform Endometriose Vereinigung Austria

Informationsplattform Europäische Endometriose Liga

Viele Tipps rund um das Thema Frau-Sein, natürliche Verhütung, Pille absetzen und mehr gibt es auf dem

Blog Generation Pille

TENS-Gerät Livia

Nachhaltige Frauenhygiene