Schluss mit alten Glaubenssätzen

„Eh klar, dass das immer MIR passiert.“ „Ich werde einfach nie abnehmen.“ „Die anderen haben Glück, ich immer Pech.“ „Ich werde nie den Richtigen finden.“ „Ich bin nicht gut genug.“ „Ich und sportlich? Nie im Leben.“

Willkommen in der Welt der Glaubenssätze! In einer Welt, in der alles schwarz und weiß ist. In der wie in Stein gemeißelt geschrieben steht, was geht und was nicht. Was sein darf und was nicht. Was schon immer so war und dann tatsächlich immer so geblieben ist.

Was daran verkehrt ist? An und für sich nichts, wenn Sie in dieser Welt leben wollen. Falls nicht, dann lohnt sich der Blick raus aus diesen starren, eingefahrenen Gedankenmustern. Denn dahinter wartet viel mehr auf Sie – erstaunlicherweise sogar Dinge wie Glück, Zufriedenheit und endlich das gute Gefühl, doch gut genug zu sein.

Prägungen aus der Kindheit wirken oft bis heute

Wenn man sich ansieht, woher bestimmte Prägungen und Glaubenssätze kommen – fixe Annahmen, die sich in unseren Köpfen einbetoniert haben – reicht ein Blick in die eigene Kindheit. Von „Geld ist schlecht, reiche Leute sind gierig und unehrlich.“ Über „Pass dich an, wer meinst du, dass du bist?“ bis hin zu „Nur mit knochenharter Arbeit wirst du es je zu etwas bringen und wenn du das nicht schaffst, bist du nichts wert!“

Solche emotionalen Aussagen von Eltern und anderen damals für ein Kind wichtigen Personen sorgen dafür, dass sie in unserem Gedächtnis haften bleiben. Und meist werden sie zudem auch oft genug wiederholt. Diese Glaubenssätze nehmen wir also direkt mit in unser Erwachsenenleben und fühlen uns in so mancher Situation darin bestätigt, weil wir Erfahrungen naturgemäß daran messen.

Und wir bemühen uns redlich, danach zu leben. „Ich bin nicht gut genug“ kann somit entweder dazu führen, dass man bereits früh die Flinte ins Korn wirft und sich aufgibt, weil „es eh nichts mehr wird“ oder dass man ackert bis zum Umfallen und permanent über die eigene Leistungsgrenze hinausgeht, weil man alles versucht, um zu beweisen, dass man doch etwas wert ist.

So oder so tun wir uns und unserer geistigen und körperlichen Gesundheit damit keinen Gefallen. Denn wo emotionales Leiden ist, taucht irgendwann auch körperliches Leiden auf. Selbst oder gerade dann, wenn man emotional stumm vor sich hin gelitten hat, um ja brav durchzuhalten.

Neue Glaubenssätze erschaffen

Wer sich das nicht mehr länger antun will, kann sich ganz bewusst in Zukunft gegen seine alten Glaubenssätze wappnen. Das Wichtigste dabei ist der erste Schritt, nämlich das Reflektieren und Erkennen der eigenen Prägungen.

Wer einen lästigen Glaubenssatz nicht mehr als Schutz, Ausrede oder Wegweiser benutzt, sondern beginnt, diesen zu hinterfragen („Ist das wirklich wahr, was ich hier denke?“), macht sich damit auf den Weg hin zu einer Lösung. Und diese kann u. a. darin bestehen, sich neue, besser passende Glaubenssätze zu suchen.

Anstelle von „Ich bin nicht gut genug“ kommt dann „Ich gebe mein Bestes“ oder „Ich kann das“. Auf „Ich hasse Probleme“ folgt „Ich liebe Herausforderungen.“ Ein „Ich war und werde immer unsportlich bleiben“ wird ersetzt durch ein „Ich suche mir die für mich passende Sportart und werde Spaß dabei haben“.

Positive Bilder und positives Denken ersetzen also Problemdenken und ein Mindset, dass sich auf das Negative fokussiert und damit die Aufmerksamkeit in verschiedenen Lebensbereichen – bewusst oder unbewusst – nur noch darauf richtet.

Das bedeutet nicht, dass man sich „der Wahrheit“ nicht stellen soll oder dass man nicht mehr sagen darf, wenn etwas sehr bescheiden läuft. Vielmehr geht es darum, dass man sich nicht mehr von vorneweg selbst sabotiert, indem man sich niedermacht, anstatt sich selbst anzufeuern.

Wir haben viel mehr selbst in der Hand, als wir denken oder zugeben möchten. Und gerade was unser Mindset angeht, hilft es enorm, dieses FÜR uns selbst und nicht GEGEN uns selbst auszurichten. Gut für sich selbst zu sorgen, ist dabei die Basis. Also, fangen Sie noch heute an, neue, inspirierende Glaubenssätze für sich zu entwerfen, die Ihnen wirklich gerecht werden.

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