Weniger tun, mehr erreichen

Wer im Hamsterrad ist und rennt und rennt, macht sich eher Gedanken darüber, wie es noch effizienter und besser ginge, anstatt einmal innezuhalten und zu überlegen: Wie wäre es eigentlich mit mehr und v. a. besseren Pausen?

Denn manchmal ist weniger wirklich mehr. Insbesondere dann, wenn man Pausen normalerweise als lästige Pflicht empfindet, könnte man einmal darüber nachdenken und sich fragen: 1. Warum sehe ich das so? 2. Wie nutze ich meine Pausen eigentlich?

Die Macht der Rast & Ruhe

Bewusste Pausen helfen uns dabei, uns zu erholen, sie machen uns kreativer, lassen uns durchatmen und machen uns gleichzeitig aber auch wieder produktiver. Es geht nicht darum, der Arbeit oder den Verpflichtungen zu entfliehen, sondern unseren Alltag gestärkt zu erleben und unserer Arbeit bewusster und sinnvoller nachgehen zu können. Pausen sind wertvoll und sie sind nicht das Gegenteil von Arbeit oder Fleiß, sondern alles unterstützt sich gegenseitig.

Ein Läufer, der immer nur hart trainiert und so viel wie möglich läuft, wird irgendwann nicht mehr besser werden oder sogar in ein Übertraining kommen, wenn es nicht auch Ruhetage und Regenerationswochen gibt, die eine sogenannte Superkompensation möglich machen. Das heißt, gerade die ruhigeren Phasen tragen dazu bei, dass man sich überhaupt verbessern kann.

So ist es auch mit unserem Alltag. Arbeit, Verpflichtungen, To-dos – sie alle brauchen auch Pausen, Ruhezeiten, Schlaf, Urlaub. Und dabei sind sie keine Gegensätze, sondern Teil eines Teams, wie Yin und Yang, sie ergänzen und vervollständigen sich.

Pausen zelebrieren

Es gibt viele Möglichkeiten, wie man sich wirklich ausruhen kann, und zwar wirklich ausruhen, nicht berieseln lassen, sondern komplett auf Ruhe oder Pause schalten. Hier ein paar Beispiele zur Inspiration für den eigenen Alltag:

  • Schlafen – sei es ein Mittagsschläfchen von 15 bis 20 Minuten oder ein früheres Zubettgehen am Abend, das man sich einfach gönnt
  • Gartenarbeit
  • Bewegung, die einem Spaß macht und bei welcher man komplett abschalten kann
  • Lange Spaziergänge
  • Mit einem Haustier spielen oder es streicheln
  • Ausgiebige, gute, tiefsinnige Gespräche
  • Wandern in der Natur
  • Herumflanieren
  • Ausgedehntes genussvolles Essen in guter Begleitung
  • Stöbern in Buchhandlungen
  • Gemütliche Abende zum Sinnieren und Innehalten
  • Ausflüge
  • Kleine Tapetenwechsel vom Alltag
  • Bewusst eingeplanter Urlaub

Eines ist sicher: Wenn wir uns nicht unsere Pausen, Erholung und Ruhe in den Alltag holen, wird es niemand tun, denn diese kleinen Auszeiten müssen wir uns selbst herausnehmen. Wer Pausen haben will, muss Zeit für sie schaffen, sie verteidigen und ernst nehmen – für sich und schlussendlich damit auch für alle anderen. Denn wer regelmäßig bewusst auftankt, schafft mehr und nicht weniger, ist ausgeruhter und klarer, fokussierter und leistungsfähiger, konzentrierter und produktiver, egal ob im Job, im Familienalltag oder Training.

Wo können Sie für sich kleine Pause in Ihren Alltag einplanen? Was würde Ihnen guttun?
Finden Sie einen Weg, kleine Ruheinseln möglich zu machen. Sie können es nur selbst bewerkstelligen und auch wenn das organisatorisch nicht immer einfach ist, wird es sich lohnen.

Weiterführender Buchtipp

Pause von Alex Soojung-Kim Pang