Trinkwasser in Österreich

BMLFUW / Rita Newman
Autorin: Mag. Petra Stix
Aktualisiert am: 28.09.2009
Mineralwasser im Test
Das Magazin Konsument vom Verein für Konsumenteninformation (VKI) stellte vor kurzem die gängigsten Mineralwässer, die im österreichischen Lebensmittelhandel erhältlich sind, auf den Prüfstand. Das Ergebnis: Bei prickelnden Mineralwässern in Kunststoffflaschen ist Vorsicht geboten.
Konkret untersucht wurde der Acetaldehyd-Gehalt in natürlichem Mineralwasser. Dazu wurden 35 Produkte mit und 17 ohne Kohlensäure in Kunststoff- und Glasflaschen im Labor untersucht. Acetaldehyd zählt laut EU zu den Substanzen mit Verdacht auf krebserregende Wirkung. Bei der Herstellung von PET-Flaschen (Flaschen aus Kunststoff) oder bei ihrer Lagerung kann Acetaldehyd als Abbauprodukt entstehen. Entsprechend den in der EU geltenden Vorschriften dürfen maximal sechs Milligramm Acetaldehyd auf ein Kilo Lebensmittel übergehen. Im Falle von Wasserflaschen ergibt das einen Grenzwert von fünf Mikrogramm pro Liter. Bis zu diesem Wert werden gesundheitliche Beeinträchtigungen ausgeschlossen.
Die Ergebnisse im Überblick
Bei den stillen Mineralwässern gab es laut Konsument keinen Grund zur Beanstandung. Anders die Ergebnisse bei prickelndem Mineralwasser: Hier lagen zwar alle Proben aus Glasflaschen unter der Bestimmungsgrenze, doch bei 21 von insgesamt 25 in PET-Flaschen abgefüllten Mineralwässern wurde der Grenzwert überschritten. In San Pellegrino (Italien), dem teuersten Mineralwasser dieser Produktgruppe (1,13 Euro pro Liter), fanden die Experten sogar 33 Mikrogramm Acetaldehyd pro Liter. Das meiste Acetaldehyd (58 Mikrogramm pro Liter) enthält Guizza (ebenfalls aus Italien), mit 0,19 Euro pro Liter eines der billigsten Produkte. Auch bei den meisten heimischen Mineralwasser-Marken wie Gasteiner (44 Mikrogramm pro Liter), Güssinger (48 Mikrogramm pro Liter), Römerquelle (30 Mikrogramm pro Liter), Vöslauer (24 Mikrogram pro Liter) und Peterquelle (21 Mikrogramm/Liter) waren die Werte zu hoch. Einzig in Saskia Quelle (Deutschland), Juvina (Österreich), Radenska (Slowenien) und Rogaska (ebenfalls Slowenien) aus der PET-Flasche war dagegen kein Acetaldehyd nachweisbar.
Glasflaschen sind unbedenklich
Dabei wäre es eigentlich ein Leichtes, die Schadstoff-Belastung zu vermeiden. PET-Flaschen können mit einem speziellen Blocker erzeugt werden, der das Acetaldehyd im PET bindet. Kunststoff-Flaschen, die innen mit einer dünnen Glasschicht ausgekleidet sind und daher keine Stoffe an den Flascheninhalt abgeben können, befinden sich noch im Entwicklungsstadium. Der Konsument empfiehlt: Wer es gerne prickelnd hat und auf der sicheren Seite bleiben will, greift besser zu Produkten in der Glasflasche.
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